Jahr: 2024

  • Slow Living im Alltag: wie die Umstellung gelingt

    Slow Living im Alltag: wie die Umstellung gelingt

    Hier findest du hilfreiche Tipps rund um das Thema Slow Living im Alltag: Wie kann eine Umstellung gelingen und was braucht es dafür? Lass‘ uns einen Blick auf verschiedene Aspekte und Ideen werfen.

    ***

    Die Lebensweise des Slow Living in das tägliche Tun zu integrieren, stellt einen Prozess dar, dem – wie allem Neuen – Zeit gegeben werden sollte, um sich entfalten und festigen zu können. 

    In den meisten Fällen sind kleine, schrittweise Veränderungen ohnehin nachhaltiger als schnelle, radikale Grunderneuerungen. Es ist schließlich kein geringes Unterfangen, die individuelle Lebensweise umfassend zu hinterfragen und sie in relevanten Bereichen durch neue, gesündere und verträglichere Praktiken zu ersetzen.

    Meine Empfehlung ist daher, nicht gleich zu viel von sich selbst zu erwarten und in kleinen Schritten voranzugehen. Auf diese Weise erreichen wir am ehesten eine Veränderung, die von Dauer ist – und das ist es ja schließlich, was wir letztendlich anstreben, wenn wir beginnen, unsere Gewohnheiten umzuwandeln.  

    In den meisten Fällen sind kleine, schrittweise Veränderungen nachhaltiger als schnelle, radikale Grunderneuerungen.

    Im Folgenden sei einmal grob umrissen, wie die ersten Schritte sich gestalten könnten, wenn du beginnen möchtest, Slow Living im Alltag zu leben.

    Stress – ein komplexes Thema

    Gut für den Einstieg in ein entschleunigtes Leben ist es meiner Empfindung nach, eine kleine, einfach gehaltene Analyse des eigenen Lebensrhythmus aufzustellen.

    Werfen wir dafür zunächst kurz einen Blick auf das Thema Stress.

    Stress im Alltag

    Die Entstehung von Stress ist ein komplexes Thema. Da gibt es auf der einen Seite die äußeren Umstände und auf der anderen Seite unsere Reaktion darauf. Äußere Umstände können wir nicht immer ändern – die Art, wie wir mit ihnen umgehen, hingegen schon. Allerdings braucht eine grundlegende Veränderung unserer Verhaltens- und Reaktionsmuster oftmals Jahre und professionelle Unterstützung. Sich selbst so sehr in der Tiefe zu beleuchten, ist unglaublich lohnend; so weit wollen und können wir an dieser Stelle jedoch gar nicht gehen.

    Vielmehr möchte ich den Fokus einmal darauf legen, was wir aus eigener Kraft hier und jetzt verändern können. Die Slow-Living-Philosophie kann und soll immer nur unterstützend wirken und keinesfalls eine Therapie ersetzen. Es ist vielmehr eine Lebenseinstellung, die begünstigende Faktoren für mehr Ruhe und Raum im alltäglichen Leben schafft.

    Den Alltag analysieren

    Beginnen kannst du sinnvollerweise mit einer Art „Bestandsaufnahme“ der dir zur Verfügung stehenden Zeit und wie du sie nutzt. Ein guter erster Schritt ist beispielsweise, eine Woche lang deinen Alltag zu protokollieren. Das mag im ersten Augenblick seltsam anmuten, ist jedoch ein unglaublich hilfreiches Tool.

    Notiere dir, wieviel Zeit du für Arbeit, Freizeit, Familie, digitale Medien und andere Aktivitäten aufwendest. Diese Analyse kann aufzeigen, welche Bereiche unverhältnismäßig viel Energie beanspruchen und wo Prioritäten verschoben werden könnten. 

    Multitasking als Problem

    Auch das Erkennen „digitaler Stressoren“ ist hilfreich, wenn nicht sogar unerlässlich. Viele Menschen unterschätzen die Belastung, die durch ständige Erreichbarkeit oder Multitasking entsteht. Somit ist es nicht nur die sogenannte Bildschirmzeit an sich, die Energie rauben kann, sondern es sind auch die Dinge, die zeitgleich passieren: 

    Eine Nachricht im Messenger beantworten, während man eigentlich gerade mit dem Haushalt beschäftigt ist; Dinge mit dem Partner besprechen, während man nebenbei im Internet surft; während des Telefonierens aufräumen … die Beispiele sind zahllos. So etwas sollten wir lernen zu erkennen und zu vermeiden – es raubt uns wertvolle Kraft! 

    Den Alltag in Balance bringen

    Hilfreich ist es außerdem, die individuellen Bedürfnisse zu identifizieren. Slow Living im Alltag wirklich zu leben bedeutet, den persönlichen Rhythmus zu finden – einen, der Raum für Regeneration und Freude lässt.

    Wenn du magst, überlege einmal ganz grundsätzlich, welche Aktivitäten dir Energie geben und welche dich auslaugen, und stelle sie am besten schriftlich gegenüber. Dies halte ich für einen essenziellen Schritt, denn zwar kann nicht alles, was unangenehm anmutet, vermieden werden; jedoch finden wir durch eine gründliche Analyse leichter Wege, um unseren Alltag besser in Balance zu bringen. 

    Hier ein paar kleine Schritte für den Einstieg: 

    • Digitale Entgiftung: 
      Wenn es dir hilft, lege bestimmte Zeitfenster für Offline-Zeiten fest. Entsprechende Apps können helfen, die Bildschirmzeit zu überwachen. 
    • Zeit für Achtsamkeit: 
      Beginne den Tag mit zunächst ganz kleinen Achtsamkeitsübungen wie etwa Fünf-Minuten-Meditationen oder tiefem Atmen.   
    • Einfache Genussmomente: 
      Integriere bewusste Rituale in deinen Alltag, wie das Genießen einer Tasse Tee oder das Zubereiten einer Mahlzeit ohne Eile. Diese kleinen Veränderungen fördern eine positive Wahrnehmung des Moments und stärken das Gefühl der Zufriedenheit. 

    Qualität über Quantität

    Generell ist es wichtig, das richtige Mindset zu entwickeln. Wenn Qualität über Quantität gestellt werden soll, bedeutet dies nicht nur, Dinge bewusster wahrzunehmen und öfter im gegenwärtigen Moment zu verweilen, sondern auch, Dankbarkeit zu entwickeln für das, was in unserem Leben ist. Dankbarkeit kann sich jedoch häufig erst einstellen, wenn das Leben bereits ein wenig entschleunigt ist, weil zuvor nicht ausreichend Kapazität für die notwendige Wahrnehmung vorhanden war.

    Und hier sind wir wieder beim Faktor Zeit: Nichts geht von heute auf morgen, nicht alles wird einfach umsetzbar sein. Und vieles von dem, was du an Tipps auf dieser Webseite findest, möchtest du vielleicht auch gar nicht umsetzen; schließlich passt nicht alles für jeden.

    Meditation

    Sich mit sich selbst auseinandersetzen

    Wenn ich dir jedoch eines ans Herz legen darf, und das ist sozusagen mein größter Wunsch und meine beste Empfehlung für dich: Wenn du es bisher noch nicht oder eher verhalten getan hast, beginne, dich intensiv mit dir selbst, deinem Körper und deiner Psyche auseinanderzusetzen.

    Hinterfrage deine Verhaltensweisen, versuche, ehrlich zu dir zu sein, erforsche dein Inneres – vielleicht sogar gemeinsam mit einem Coach, Psychologen oder Heilpraktiker. (Das wäre dann die Annäherung an sich selbst auf sehr tiefer Ebene, die ich eben erwähnte. Als jemand, der selbst schon einmal über längere Zeit psychologische Beratung in Anspruch genommen hat, kann ich sagen, dass es sich immer lohnt, sein eigenes Ich, dieses wilde Gebilde, das sich über viele Jahre ge- und verformt hat, gemeinsam mit einer weiteren Person intensiv anzusehen. Viel Hemmendes, Behinderndes und Unangenehmes lässt sich auf diese Weise auflösen und lockern.)

    Frieden

    Und wenn du magst, schau dir ebenfalls einmal verschiedene spirituelle Richtungen an. Mein Interesse beispielsweise bewegt sich im Bereich der christlichen und islamischen Mystik sowie dem Buddhismus (der übrigens ganz viel Psychologie enthält und ein wunderbarer Weg der Selbsterforschung ist). Das ist nun vielleicht schon ziemlich tiefgehend und speziell, aber es gibt tausend andere Wege, die zu gehen es sich ebenfalls lohnt. Es muss ja nicht gleich ein Theologiestudium sein. 😉

    Ich denke da für Anfänger zum Beispiel an Meditations-Treffen, Tai Chi-Übungen, Achtsamkeits-Kurse, Yoga, … All diese Dinge können sich unglaublich förderlich auswirken. Und ich glaube, die Welt braucht Menschen, die bereit sind, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Vielleicht heute mehr als jemals zuvor. Denn nur wo im Inneren Frieden herrscht, kann er in die Welt getragen werden.

    Jeder Schritt ist ein Erfolg

    Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es keinen „perfekten“ Weg gibt, Slow Living im Alltag umzusetzen. Jeder Schritt in Richtung Achtsamkeit und Entschleunigung ist ein Erfolg. Es mag hin und wieder herausfordernd sein, doch die Belohnung ist ein Leben voller bewusster Momente und sehr viel mehr Erfüllung. 


    Bilder von Gerd Altmann auf Pixabay; EnergieDeVie auf Pixabay; Martin Baumann auf Pixabay

  • Ruhe finden mit Klangschalen, Zimbeln und Tempelglocken

    Ruhe finden mit Klangschalen, Zimbeln und Tempelglocken

    Hier erfährst du spannende Hintergründe, Infos und Tipps zur Anwendung verschiedener Klangschalen, Tempelglocken und Zimbeln.

    Klangschalen und Klanginstrumente sind wunderbare Tools, um eine heilsame, meditative Atmosphäre zu schaffen: Sie können uns auf einfache Weise darin unterstützen, mehr Ruhe, Gelassenheit und innere Einkehr zu erfahren.

    Grund genug, um einen genaueren Blick auf die Herkunft und Anwendung verschiedener Arten von Klangschalen sowie Zimbeln und Tempelglocken zu werfen.

    Erste Erfahrungen

    Einige Jahre ist es nun schon her, dass ich meine ersten Erfahrungen mit Klangschalen machte. Ich erinnere mich daran, dass ich wie verzaubert war, nachdem ich sie zum ersten Mal angeschlagen hatte. Der Klang schien nicht nur den Raum zu durchdringen, sondern auch auf ganz sonderbare Weise meine Gedanken zu ordnen und mein Inneres zu beruhigen.

    In der Folge kaufte ich mir einige weitere Klangschalen, darunter auch eine Kristallklangschale, die ich bei einer Freundin kennengelernt hatte, sowie ein paar Zimbeln. Heute nutze ich diese wunderbaren Instrumente regelmäßig, um nach einem arbeitsreichen, input-lastigen Tag zur Ruhe zu kommen.

    tibetische Klangschalen
    Tibetische Klangschalen

    Die Klangschale trägt die Gabe in sich, etwas zur Entfaltung zu bringen, das in unserer modernen Hektik oftmals zu wenig Raum findet, nämlich tiefe Ruhe und Entspannung. Der beim Schlagen bzw. Streichen des Klöppels entstehende Ton scheint wie eine Einladung zum Innehalten, Lauschen und Eintauchen in uns selbst.

    Klangschalen und ihre Geschichte

    Die bekanntesten Klangschalen sind wohl die ganz schlicht anmutenden, golden schimmernden tibetischen Klangschalen. Jedoch darf man diese Bezeichnung eher als die Beschreibung einer Produktgattung verstehen, denn die meisten Schalen dieser Art stammen heutzutage tatsächlich nicht aus Tibet, sondern aus Indien. Ebenso produziert werden sie in den umliegenden Regionen des Himalayas, z.B. in Nepal und Bhutan. Sie bestehen aus einer Kupfer-Zinn-Legierung, meist mit einer Reihe von Begleitmetallen.

    Um die Geschichte der Klangschalen ranken sich viele Mythen. Eine der Auffassungen besagt, dass die Ursprünge der Schalen bis ins Altertum zurückreichen, und dass durch die Besetzung Tibets durch China im vergangenen Jahrhundert viel altes Wissen über die Geschichte und die Wirkweise der tibetischen Klangschalen verlorengegangen ist.

    Wissenschaftliche Stimmen betonen, dass es derzeit keinerlei Belege für eine altertümliche Herstellung und Nutzung der Schalen als Therapie-, Klang- oder Meditationsobjekt gibt.

    Wie auch immer die Geschichte der Klangschalen sich tatsächlich zugetragen haben mag – Fakt ist, dass sich die tibetischen Klangschalen heutzutage großer Beliebtheit erfreuen, und das aus gutem Grund: Sie wirken einfach. Meist werden sie als sogenannte Therapieklangschalen für eine Klangmassage verwendet, also für die Anwendung direkt auf dem Körper.

    Klangmassage
    Klangmassage

    Japanische Klangschalen – der Klang des Zen

    Die japanischen Klangschalen werden auch Rin-Schalen genannt. Sie sehen den tibetischen Schalen sehr ähnlich, haben jedoch eine etwas massivere, klarere Form und sind hierzulande nicht allzu bekannt.

    Klangschalen werden in Japan traditionell für Meditations- und Achtsamkeitszeremonien verwendet und sind häufig auch in Zen-Klöstern zu finden. Gelegentlich wird noch zwischen den japanischen und den Zen-Schalen unterschieden; dies bezieht sich allerdings hauptsächlich auf das Herstellungsverfahren: Japanische Klangschalen werden an Drehmaschinen gefertigt und das, was man häufig als Zen-Klangschale beschrieben findet, wird im Gussverfahren hergestellt.

    Gemein haben sie jedoch den bestechend klaren, lange anhaltenden und sehr ausgeprägten Grundton sowie die Verwendungsart (selten bis gar nicht für Klangmassagen, eher in zeremoniellen Anlässen).

    Kristallklangschalen – ein modernes Phänomen

    Kristallklangschalen sind eine moderne Innovation, die ihren Ursprung in den 1980er Jahren in den USA hat. Sie repräsentieren sozusagen eine Weiterentwicklung der bisherigen Traditionen, kombiniert mit neuen technologischen Möglichkeiten. Kristallklangschalen werden aus reinem Quartz hergestellt, der bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen und anschließend entsprechend in Form gegossen wird.

    Kristallklangschale
    Kristallklangschale

    Die Reinheit des Quartzes beträgt meist über 99 Prozent. Dies ermöglicht es den Schalen, die typischen klaren Töne mit langen Resonanzen zu erzeugen.

    Ihre Frequenzen werden oft mit den Chakren, den Energiezentren des Körpers, in Verbindung gebracht. (Wenn du übrigens mehr über die Chakren und die Farben, die ihnen zugeordnet werden, erfahren möchtest, schau gerne einmal in diesen Blogbeitrag, in dem ich ausführlich darüber berichte.)

    Wirkung und Anwendungsbereiche von Klangschalen im Detail

    Klangschalen erzeugen durch das Anschlagen oder auch Anreiben bestimmte Schwingungen, die sich in Tönen und Obertönen manifestieren. Diese Schwingungen liegen im Wesentlichen in einem Frequenzbereich zwischen etwa 50 Hertz und 2000 Hertz (Hauptanteil des hörbaren Spektrums), wobei jede Schale aufgrund ihre Größe, Form und Materialzusammensetzung ganz eigene, für sie charakteristische Frequenzen entwickelt.

    verschiedene tibetische Klangschalen
    Klangschalen gibt es in vielen verschiedenen Größen.

    Lasst uns also kurz zusammenfassen: Kristallklangschalen und japanische Klangschalen werden, wie bereits oben erwähnt, eher nicht auf dem Körper angewendet. Dafür eignen sie sich jedoch besonders gut zur energetischen Raumreinigung, zur Meditation oder zur Arbeit mit Chakren und werden dabei frei im Raum platziert. Dass die Anwendung dieser Schalen nicht direkt auf dem Körper passiert, schmälert das Wirkerlebnis jedoch in keiner Weise. Wer schon einmal die unglaubliche Kraft einer Kristallklangschale erlebt hat, wird mir beipflichten.

    Die tibetischen Klangschalen hingegen kann man ganz wunderbar auf dem Körper anwenden und sie somit für eine typische Klangmassage nutzen. Im Folgenden sei einmal grob beschrieben, welche der tibetischen Schalen man für welchen Körperteil verwenden sollte:

    Da haben wir zunächst einmal die großen tibetischen Schalen bzw. Therapieklangschalen, die auf niedrigen Frequenzen schwingen. Sie ergeben einen tiefen, geerdeten Ton und werden im unteren bis mittleren Bereich des Körpers angewendet. Somit sind sie ideal für die Arbeit mit dem Unterbauch, dem Becken und dem unteren Rücken. Nicht geeignet hingegen sind sie für die Anwendung in Kopfnähe. Das Anschlagen von Schalen dieser Größe wird häufig als sehr beruhigend wahrgenommen.

    Klangbeispiel einer großen und somit niedrig schwingenden tibetischen Klangschale

    Die mittelgroßen tibetischen Schalen bzw. Therapieklangschalen werden aufgrund ihrer etwas höheren Frequenz im Brust- und Herzbereich eingesetzt. Anwender berichten häufig, dass sie durch das Anschlagen mittelgroßer Schalen in der Lage sind, Emotionsblockaden besser zu lösen.

    Schließlich gibt es noch die kleinen Therapieklangschalen: Diese klingen sehr hell und sind besonders gut für den Kopf- und Stirnbereich geeignet. Viele Menschen berichten, dass diese kleineren Schalen durch ihre hohen Frequenzen eine Art energetische Reinigung bewirken. Dies kann ich bestätigen – bei Nackenverspannungen oder Kopfschmerzen erfahre ich ihre Anwendung als sehr hilfreich.

    Zimbeln – kleine Instrumente mit großer Wirkung

    Zimbeln, auch Tingshas genannt, sind kleine Klanginstrumente, die traditionell im tibetischen Buddhismus verwendet werden, sich jedoch auch hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreuen.

    Zimbeln Tingshas
    Klassische Zimbeln

    Sie sind durch ein Band, meist aus Leder, miteinander verbunden und häufig mit dem Symbol des „Om“, Buchstaben oder spirituellen Zeichen verziert und repräsentieren für viele die Dualität des Lebens, etwa Himmel und Erde, Geist und Materie, etc. – aber eben auch deren Harmonie und das Zusammenbringen der dualistischen Kräfte.

    Häufig werden Zimbeln in Klangsessions und bei Achtsamkeitsübungen eingesetzt. Die Handhabung ist denkbar einfach: Man schlägt sie sanft (!) aneinander.

    Klangbeispiel einer kleinen Zimbel

    Ich persönlich verwende sie am liebsten zum Ein- und Ausleiten einer Meditation.

    Chinesische Tempelglocken

    Der Begriff „Tempelglocke“ ist eigentlich ein wenig irreführend, denn die chinesischen Tempelglocken sehen genau genommen gar nicht aus wie eine Glocke, sondern vielmehr wie eine Klangschale. Deshalb werden sie häufig auch unter dem Begriff „chinesische Klangschale“ geführt.

    Sie sind meist in schwarz gehalten und die Wand der Schale ist relativ dünn, wobei sie zum oberen Rand hin etwas dicker wird. (Hier findet ihr ein Beispielbild.) Der Klang dieser Schalen ist sehr klar; ähnlich wie die japanischen Klangschalen bestechen sie durch einen reinen, lange anhaltenden Ton. Auch diese Klangschalen werden eher für Zeremonien und Meditationen als für Massagen eingesetzt.

    Ein interessanter Fact ist übrigens, dass diese chinesischen Tempelglocken ursprünglich gar nicht aus China kommen, sondern aus Taiwan, das zwar zeitweise zu China gehörte, jedoch ebenso als japanische Kolonie diente und heute unabhängig von beiden Mächten als souveräner Staat agiert.

    Die verborgene Kraft nutzen

    Ob nun die Therapieklangschalen, die Kristallklangschalen, Zimbeln oder Tempelglocken – sie alle verbinden uns mit unserem Inneren und laden uns dazu ein, zu erfahren, dass in Klang und Schwingung eine tiefe, heilsame Kraft verborgen liegt, die wir uns zunutze machen können, um mehr Wohlbefinden und Gelassenheit im Alltag zu erlangen.

    Klangschale und Klöppel
    verzierte, mit Wasser gefüllte Klangschale – das Wasser macht die Schwingungen sichtbar

    Der große Vorteil dieser Klanginstrumente ist, dass wir sie nicht nur in Gemeinschaft, sondern auch in der Einzelanwendung nutzen können.

    Ebenso muss es keineswegs immer gleich ein ganzes Set an Klangschalen sein. Schon mit einer einzigen Schale kann man in der Partner- oder Selbstanwendung wunderschöne, entspannende Effekte erzielen.

    Falls du nun Lust bekommen haben solltest, dich einmal an der Klangschale auszuprobieren, wünsche ich dir viele heilsame Momente und Freude beim Entdecken deines persönlichen Klang-Weges.

    ♥, Meike


    Bildquellen: Eigenes Archiv sowie von Jürgen Rübig auf Pixabay, sofietakesphotos auf Pixabay und Dremati auf Pixabay

  • Die Entstehung des „Slow Living“

    Die Entstehung des „Slow Living“

    Erfahre hier einige interessante Facts zur Entstehung der Slow-Living-Philosophie: von den Anfängen der Bewegung über ihre Entwicklung bis hin zu prägenden Persönlichkeiten.

    ***

    Bereits seit über dreißig Jahren begegnet uns die Idee des Slow Living  – oder sagen wir, seitdem haben wir einen Begriff für etwas, das eigentlich doch ganz natürlich sein sollte; etwas, das einige Menschen schon immer präferiert haben, einfach weil sie spüren, dass es gesünder und erfüllender ist, das Leben in einem angenehmen Tempo zu gestalten.

    Dennoch ist es nicht sehr verwunderlich, dass sich in unserer industrialisierten, hochtechnologisierten Welt eigens ein Begriff für diese entschleunigte Lebensart gebildet hat. Denn wo etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, entsteht die Notwendigkeit für einen Gegenpol. 

    Slow Food als Gegenpol zu Fast Food

    Und so kam es, dass im Jahre 1986 ein Italiener namens Carlo Petrini1 ein “Slow Food”-Restaurant eröffnete – direkt gegenüber einer ebenfalls neu eröffneten Filiale des Fast-Food-Riesen Mc Donald’s. Die Kette hatte sich neben der Spanischen Treppe in Rom niedergelassen, einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Italiens aus dem 18. Jahrhundert. Dies führte zu Unmut in der Bevölkerung; es bildeten sich sogar Protestbewegungen.

    Spanische Treppe Rom
    Die Spanische Treppe in Rom

    Die Eröffnung von Petrinis Slow-Food-Lokal war Teil dieser Gegenbewegung und richtete sich gegen die Schnelllebigkeit und Uniformität der modernen Konsumgesellschaft.

    Die Ausweitung der Bewegung

    Heute hat die Slow-Food-Bewegung Anhänger in über 160 Ländern und geht weit über das Thema Ernährung hinaus: Petrinis Ansatz wurde schnell auf andere Lebensbereiche übertragen. Dies führte schließlich zur Entstehung der Slow-Living-Bewegung, wie wir sie heute kennen. Sie erwuchs, so könnte man sagen, aus der Bewusstwerdung, dass viele Menschen nicht nur ihre Beziehung zum Essen, sondern auch zur Zeit, zu ihrer Arbeit und zu sich selbst verloren hatten.

    Von Italien aus verbreitete sich die Idee anschließend in Europa und darüber hinaus, begleitet und unterstützt von einem ohnehin wachsenden Interesse an Themen wie Work-Life-Balance und Nachhaltigkeit.  

    Prägende Persönlichkeiten

    Von wissenschaftlich-intellektueller Seite geprägt wurde die Bewegung beispielsweise von dem österreichischen Schriftsteller und Philosophen Ivan Illich. Seine Ideen, insbesondere aus Werken wie „Tools for Conviviality“ (1973) und „Deschooling Society“ (1971), legten bereits vor der Entstehung von Slow Living als Definition eine intellektuelle Grundlage für viele der Werte und Praktiken, die diese Lebensart ausmachen.

    Auch die Degrowth-Bewegung (im deutschsprachigen Raum unter “Postwachstumsbewegung” bekannt) trug ihren Teil zur Formung des Geistes dieser Lebensart bei. 

    Degrowth Bewegung
    Demonstration in Leipzig – degrowth.org

    Ebenfalls eine Rolle in der Entstehungsgeschichte spielt sicherlich auch der Soziologe Hartmut Rosa, der den Begriff „Beschleunigungsgesellschaft“2 prägte und damit vereinfacht gesagt einen ungesunden, durch technologische Innovation und wirtschaftliche Zwänge begünstigten Lebensrhythmus beschrieb.

    Eine Philosophie der Entschleunigung

    Ivan Illich, Hartmut Rosa – und mit ihnen noch viele weitere bekannte und weniger bekannte Akteure – waren also auf die eine oder andere Weise an der Entstehung des „Slow Living“ beteiligt, manchmal ganz bewusst, manchmal vielleicht eher unbeabsichtigt.

    Gemeinsam mit unzähligen Menschen, die sich jeden Tag wieder neu für Achtsamkeit, bewusste Langsamkeit und Simplizität entscheiden, haben sie ihren Beitrag geleistet, der Entwicklung von „Schneller, Höher, Weiter“ eine Philosophie der Entschleunigung entgegenzusetzen. 

    Slow Living

    Würde man mich fragen, ob die Entstehung von Slow Living als Begriff und Lebensphilosophie letztendlich die Kraft hat, sich in noch größerem Maße durchzusetzen, müsste ich sagen: Ich bin nicht allzu optimistisch.

    Sicher ist jedoch, dass diese schöne und heilsame Lebensart bereits jetzt viele Menschen in ihrer Entwicklung bereichert und erleichtert hat – und das ist ein unglaublich großer Gewinn.


    1. Weiterführende Informationen zu Carlo Petrini und seiner Bewegung finden sich unter www.slowfood.com ↩︎
    2. Hartmut Rosa, „Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“, Suhrkamp, 2005 ↩︎

    Quelle Fotografie Degrowth-Demo: Von danyonited, Klimagerechtigkeit Leipzig – leipzig.degrowth.org/de/downloads/, leipzig.degrowth.org/wp-content/uploads/2013/12/Demonstration-Genug-ist-genug-f%C3%BCr-alle-Fotos-Klimagerechtigkeit-Leipzig.zip, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35589296

    Quelle aller anderen Fotografien: Pixabay