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  • Fantasiereise: Ein Geschenk für dich!

    Fantasiereise: Ein Geschenk für dich!

    Ich möchte dir etwas schenken. Lass uns gemeinsam eine kleine Reise in die Imagination unternehmen und verwende das Skript für diese Fantasiereise auf deiner Webseite, deinem YouTube-Kanal oder als Podcast.

    Hast du schon einmal von Fantasiereisen (häufig auch Traumreisen genannt) gehört? Bestimmt. Und wenn nicht, wird es höchste Zeit, denn diese kleinen Ausflüge in die Imagination sind wunderbare Möglichkeiten, innere Ruhe zu kultivieren. Insbesondere nach geschäftigen oder gar stressigen Zeiten lässt sich solch eine Traumreise gut anwenden, um wieder in einen Zustand größerer Ausgeglichenheit zu gelangen. Darüber hinaus macht diese Entspannungsmethode einfach Freude und es ist, wenn man so will, eine wunderbare „Vorstufe der klassischen Meditation“.

    Die folgende von mir verfasste Fantasiereise „Ozean der Liebe“ nimmt dich mit auf einen Ausflug an den Strand. Du erlebst die Weite des Meeres, golden schimmerndes Wasser und sanfte Wellen der Entspannung und Regeneration.

    Kopiere das untenstehende Skript zu dieser Imaginationsreise gerne, um es für deine Entspannungskurse, deine Webseite, deinen Podcast oder ein Youtube-Video zu verwenden:

    Fantasiereise “Ozean der Liebe”

    Anmerkung: Ich verzichte in diesem Skript ganz bewusst darauf, Sprechpausen aufzuführen, weil ich glaube, dass diese am besten nach eigenem Gefühl eingesetzt werden sollten. Schau einfach, wie es für dich und deine Klienten bzw. für die vorherrschende Stimmung und Situation am besten ist. Wichtig ist nur, nicht gänzlich auf sie zu verzichten, denn du solltest den Teilnehmern ausreichend Zeit geben, deine Anleitungen umzusetzen. Sprechpausen sind also notwendig, um zunächst in die Ruhe zu kommen und im weiteren Verlauf die jeweiligen Bilder auch imaginieren zu können.  

    1. Einleitung: In die Ruhe finden

    Setze oder lege dich in eine entspannte und bequeme Position – ganz so, wie es für dich am angenehmsten ist.  

    Atme einige Male ganz entspannt ein und wieder aus. 

    Mit dem nächsten Einatmen schließe deine Augen 

    und mit dem nächsten Ausatmen lass dich einfach in den gegenwärtigen Moment sinken.  

    Wiederhole dies zwei- bis dreimal: mit jedem Ausatmen sinkst du tiefer ins Hier und Jetzt. 

    Nun richte deine Aufmerksamkeit langsam nach innen. 

    Atme ruhig und ohne Anstrengung. 

    Fühle deinen Atem, wie er kommt, wie er geht…ganz von alleine, ganz natürlich. 

    Nimm wahr, wie dein Atem durch die Nase in deinen Körper fließt 

    und sanft wieder ausströmt. 

    Nimm es einfach nur wahr. 

    Jedes Einatmen schenkt dir frische Energie, die jede Zelle berührt. 

    Leicht und mühelos fließt die frische Energie durch deinen Körper. 

    Lass es einfach geschehen… 

    Auch dein Ausatmen geschieht ganz natürlich.  

    Jedes Ausatmen schenkt dir sanfte Entspannung. 

    Einatmen und Ausatmen – beides geschieht mühelos, sanft und leicht. 

    Spüre, wie dein Atem dir Stille und Frieden schenken möchte. 

    Lass es einfach geschehen… 

    Wenn du magst, spüre einmal in deine Füße und deine Waden.

    Versuche wahrzunehmen, wie die frische, sanfte Energie dorthin strömt und sich sammelt.

    Vielleicht kannst du die angenehme Ruhe dort fühlen. 

    Ganz allmählich fließt diese angenehme Energie in deine Oberschenkel und deinen Bauch

    – warm, harmonisierend und leicht. 

    Dein Bauch ist dankbar für die Entspannung, die du ihm schenkst. 

    Lass die Energie weiterfließen in deinen Oberkörper, die Schultern, die Arme 

    und schließlich über deinen Nacken in den Kopf. 

    Vielleicht kannst du wahrnehmen, wie die frische, ruhige und angenehme Energie

    deine Gesichtszüge ganz weich werden lässt. 

    Spüre der Entspannung in deinem Körper nach,

    fühle die wohlige, sanfte Entspannung, die dich durchfließt. 

    2. Imagination

    Und nun, in diesem wunderbaren Zustand sanfter Entspannung, möchte ich dich einladen, eine kleine Reise zu unternehmen.  

    Du begibst dich auf einen Ausflug zu einem ganz besonderen Ort: dem Ozean der Liebe. 

    Es ist ein angenehmer, sonniger Sommermorgen.

    Die Sonne wärmt dich und wirft ein weiches, warmes Licht auf dein Gesicht.

    Du gehst auf die mit Strandgras bewachsenen Dünenhügel zu.

    Hinter ihnen liegt das blaue Meer mit seinem weiten, weißen Sandstrand.  

    Je näher du dem Ozean kommst, desto leichter kannst du das sanfte Rauschen der Brandung hören.

    Leise erklingen die unverwechselbaren Rufe der weißen Möwen, die ihre Kreise über dem Wasser ziehen.  

    Das Meer: man kann es bereits riechen.

    Fühle in deine Herzgegend – vielleicht kannst du schon eine leise Vorfreude auf das spüren, was sich hinter den Dünenhügeln offenbaren möchte. 

    Schließlich erreichst du die Hügel, auf denen das Gras sich geschmeidig im warmen Sommerwind hin- und herbewegt.

    Du gehst zum höchsten Punkt des Hügels. Nun ist der Blick frei: vor dir liegt dieser ganz besondere Ozean – der Ozean der Liebe.

    Von ihm geht eine ganz besondere, wundersame Energie aus, sie ist anziehend und liebevoll.

    Hier ist ein Ort des Angenommenseins, des Wohlfühlens.

    Einen Augenblick lang bleibst du stehen und genießt den Ausblick: große Weite, weißer Sand…

    Das kräftige Blau des Meeres scheint am Horizont mit dem Blau des Himmels zu verschmelzen.

    Einige strahlend weiße Wolken ziehen gemächlich ihre Bahnen.

    Der frische Geruch des Meeres ist nun deutlich wahrnehmbar.  

    So früh am Tage hast du den Strand ganz für dich alleine. Dieser ganz besondere Moment an diesem ganz besonderen Ort, dem Ozean der Liebe, gehört nur dir allein.  

    Es ist, als wärst du einem lang ersehnten Ruf gefolgt.

    Als solltest du genau jetzt hier sein, um an diesem Ort des Wohlfühlens ein Geschenk zu erhalten, das nur für dich bestimmt ist. 

    Du gehst langsam weiter in Richtung Meer.

    Am Fuße der Dünenhügel lässt du deine Alltagskleidung zurück.

    Mit jedem Kleidungsstück, das du ablegst, legst du auch die Schwere des Alltags ab – ganz so als würdest du dich einer Hülle entledigen.

    Auch deine Schuhe lässt du dort zurück, um barfuß weiterzulaufen.

    Der Sand hat sich bereits von den Sonnenstrahlen erwärmt – er fühlt sich angenehm an und massiert bei jedem Schritt leicht deine Fußsohlen. 

    Ganz frei und leicht erreichst du nun das Wasser.

    Die ans Ufer strebenden Wellen sind voller Leichtigkeit, voller Leben.

    Behutsam, ganz gleichmäßig, umspielen sie deine Füße.

    Wie warm und wohltuend das Wasser ist!

    Du gönnst dir einen Augenblick, um den Moment zu genießen:

    Der sanfte Wind, die warmen Sonnenstrahlen, das wohltemperierte Wasser,

    das Blau des Meeres und das des Himmels, die weißen Wolken…  

    Der Ozean der Liebe lädt dich ein, in ihn einzutauchen. Diese Einladung wirkt wie ein zärtliches Rufen, hier, an diesem Ort der Erfüllung, der Erholung.

    Und etwas Wundersames geschieht:

    Auf einmal scheint das Meer wunderschön golden zu schimmern.

    Wenn du magst, folge dem Ruf des Ozeans.

    Mit jedem Schritt, den du weiter ins Meer gehst, kannst du spüren, wie sehr es dich trägt und hält.

    Fühle, wie deine Beine getragen werden, dann dein Bauch, deine Arme.

    Glasklares und zugleich golden schimmerndes Wasser umgibt dich,

    während du sicher auf dem weichen Sand des Meeresbodens stehst.  

    Dies ist wahrlich ein wundersamer Ort, denn das Wasser wird nicht tiefer.

    Nur gerade so tief, dass es dich bis zu deinem Oberkörper sanft umschließt,

    du aber immer sicheren Boden unter den Füßen hast.

    Weich wiegen dich die sanften Wellen hin und her, während sie dich stets halten.  

    Hier kann alles von dir abfallen…  

    Wenn du magst, lehne dich nun zurück, so dass du mit dem Rücken auf der Wasseroberfläche schwimmst und dein Blick auf das weite Blau des Himmels fallen kann.

    Lass’ dich einfach tragen, im sanften Schaukeln der Wellen aus frischer Energie… 

    Lass dich einfach tragen… 

    Diese frische, vitale Energie des Wassers möchte sich dir schenken, dich durchdringen, dich erneuern und harmonisieren.  

    Nimm ein Bad in dieser sanften, reinen und bedingungslosen Liebe, die hier fließt…

    …hier, wo du dich angenommen und geborgen fühlen kannst.

    Du bist umgeben und gehalten vom golden schimmernden Ozean der Liebe.  

    Lass’ dich treiben in Liebe, in wohlig warmem Schutz und Wohlgefühl.

    Es umfließt dich so zart, behutsam und gleichzeitig kraftvoll.  

    Seligkeit.

    Gehalten sein.

    Getragen sein.

    Wohlgefühl.

    Angenommensein.

    Liebe, wie ein Band zwischen dir und etwas Größerem.

    Liebe, aus deinem Innersten und gleichzeitig von einem fernen Ort ausströmend.

    Für dich. Nur für dich.

    Während du noch ganz entspannt und sicher auf den erfrischend-seichten Wellen treibst,

    bemerkst du, dass sie dich behutsam zurück an den Strand geführt haben.  

    Deine Füße berühren wie von selbst wieder den weichen, weißen Sand des Meeresbodens

    und du weißt, dass es nun an der Zeit ist, sich von diesem ganz besonderen Ort zu verabschieden – jedoch nicht ohne etwas mitzunehmen, denn der Ozean hat dir etwas geschenkt.

    In deinem Herzen kannst du es spüren:

    Leichtigkeit, Zuversicht und ein zartes Pflänzchen neu aufkeimender Ruhe und Gelassenheit.  

    Innerlich noch immer getragen von diesen Geschenken, gehst du zum Fuße der Dünenhügel zurück.

    Leicht und erfrischt schlüpfst du wieder in deine Kleidung hinein und gehst langsam den Hügel hinauf. 

    Dort angekommen, drehst dich noch einmal um:

    Der golden schimmernde Ozean wandelt sich wieder in ein kräftig-blaues Meer, das sich am Horizont mit dem Blau des Himmels zu verbinden scheint.

    Davor liegt der weite Sandstrand und in der Ferne ziehen ein paar Wolken vorbei,

    umspielt von den weißen Möwen und ihren charakteristischen Rufen… 

    Nur für dich bestimmt ist dieses Geschenk, das du nun im Herzen trägst, wo auch immer du hingehst.  

    3. Zurückkehren in den gegenwärtigen Moment

    Und so reich beschenkt, lade ich dich nun ein, langsam wieder zurückzukehren. 

    Nimm ein paar vitalisierende Atemzüge – gerade so tief, wie es sich gut für dich anfühlt. 

    Sicher getragen, leicht und voller frischer Energie, beginnst du nun in den gegenwärtigen Augenblick zurückzukommen.  

    Atme gelassen und natürlich.

    Bewege deine Arme und Beine ein wenig, drehe deinen Kopf auf die Seite,

    und wenn du möchtest, räkele und strecke dich. 

    Nun öffne langsam deine Augen. 

    Verweile noch einen Augenblick und spüre dem wunderbaren Geschenk nach, das du heute erhalten hast. 

    Wenn du magst, trage die Leichtigkeit, die Zuversicht und die Liebe, die du in der heutigen Meditation erfahren durftest, mit dir hinaus in das Leben und die Welt. 

    Ich wünsche dir viel Freude beim Verwenden dieses Traumreise-Skriptes. Schreib‘ mir gerne eine kurze Nachricht mit dem Link zu deinem Video oder Podcast – ich würde mich freuen, mir dein kreatives Werk anzuhören! 🙂

    ♥, Meike

  • Leben ohne Warum

    Leben ohne Warum

    Einfach mal sein. Das Dasein wahrnehmen, nur einen Augenblick lang leben ohne Grund, ohne Auftrag, ohne Handeln, ohne Input: Solche Momente scheinen rar geworden in unserer heutigen Zeit. Lies im Folgenden ein paar Gedanken dazu.

    ***

    Wo immer wir zerrissen sind zwischen Sein und Handeln, zwischen Empfinden und Tun, da leben wir nicht ohne Warum, sondern berechnen Aufwand und Erfolg, schreibt die Mystikerin Dorothee Sölle in ihrem Buch „Mystik und Widerstand“.1 Dieses Leben ohne Warum, das „sunder warumbe“, wie es im Spätmittelalter der Theologe Meister Eckhardt nannte bzw. als Begriff prägte, ist in unserer schnelllebigen, durchstrukturierten und nutzenorientierten Zeit keine Selbstverständlichkeit (mehr). Wann tun wir schon einmal wirklich Dinge nicht ihres Nutzens wegen, sondern einfach so, aus dem Herzen heraus, ohne Erwartung eines bestimmten Ergebnisses? Wann dürfen Menschen, Tiere und Pflanzen einfach mal keinen direkten Nutzen haben, sondern einfach nur da sein?

    ***

    Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet. – Angelus Silesius (1624-1677)

    ***

    Es taucht die Frage auf: Wann können wir das denn überhaupt noch – einfach ohne Warum leben, sein, tun? Man könnte sagen, gefühlt wird die Zeit dazu immer knapper. Arbeit, Familie, Haushalt, Freunde, Konsumaktivitäten, Freizeitstress, Verpflichtungen – wo bleibt da das „sunder warumbe“, die Freiheit in der Freizeit (und auch in der Arbeit), die Wertschätzung des Einzelnen mit all seinen Bedürfnissen, die Achtsamkeit, und wie soll da noch Absichtslosigkeit hineinpassen? Doch wenn man diese Fragen so stellt, so denke ich, unterliegt man einer Fehlannahme. Es geht nicht nur darum, was wir tun, sondern vielmehr, wie und mit welcher Geisteshaltung wir es vollbringen.

    Sicherheitsdenken

    Meiner Erfahrung nach ist der Grat sehr schmal und vor allem zu Beginn wahrlich nicht ohne Anstrengung passierbar, und doch – es gibt es (noch), das Potenzial für ein Leben ohne Warum, für ein Sein und Tun ohne Absicht und Erwartungen. Das Potenzial ist vorhanden. In jedem von uns. Wo immer wir zerrissen sind zwischen Sein und Handeln, da leben wir nicht ohne Absicht, nicht aus vollem Herzen, nicht in Achtsamkeit. Sowieso sind wir in der Regel nicht gut darin, einfach zu sein. Handeln scheint viel sicherer – und darum geht es dem gemeinen Menschen schließlich – um Sicherheit, wenn er sich dessen auch selten bewusst ist. Handeln mit eigennütziger Absicht hat in der Regel das Erschaffen von vermeintlicher Sicherheit zum Ziel. Ich tue, also bin ich. Handeln bedeutet Selbstdefinierung. Ich handele, also bin ich wer, ich kann mich definieren über das, was ich tue. Und wer sich über etwas definieren kann, der erfährt ein Gefühl von Sicherheit. All diese Mechanismen sind so alt wie die Menschheit selbst, und sie sind keineswegs unsinnig, sondern dem uns innewohnenden Überlebens- und Fortpflanzungstrieb zuzurechnen.

    Nur haben wir darüber ganz vergessen (oder vielmehr selten wirklich entdeckt), dass die Rechnung so nicht vollkommen aufgeht. Da gibt es noch das einfache Da-Sein, das absichtslose, nicht an einem persönlichen Nutzen orientierte Handeln. Die Erkenntnis, dass man tun kann, was getan werden muss, während man vollkommen achtsam und liebevoll ist, nicht hadernd, sondern erfüllt von Gleichmut und Gewahrsein. Dass man Unangenehmes fühlen und aushalten kann, ohne eine unheilsame Tat folgen lassen zu müssen. Und andererseits auch, dass man wieder fühlen lernt – sich selbst spüren lernt, und auch das Leid der anderen Wesen.

    Vergänglichkeit

    Das Sich-Definieren über etwas und das Generieren eines Sicherheitsgefühls durch eben diese Selbstdefinition kann nie vollkommene Sicherheit bedeuten, nie vollkommen Frieden, nie vollkommene Freiheit. Weil alles, über das wir uns im Außen definieren können, vergänglich ist. Ob nun das Erreichte im Leben, ein guter Job oder auch Verpflichtungen und Mühsal, die uns auferlegt sind bzw. widerfahren – all das ist vergänglich. Und je mehr wir uns an das Vergängliche haften, desto weniger Platz hat das Leben ohne Warum in uns, desto weniger Platz hat das in uns, was wirkliche Freiheit bedeuten kann; das, was uns eine neue, nicht vergängliche Dimension von Sicherheit und Geborgenheit bescheren möchte.

    Nun, ich schreibe diesen kleinen Text und habe am Ende keine Schritt-für-Schritt-Anleitung parat, die das Erreichen dieser tieferen, steten und nicht-weltlichen Sicherheit und Geborgenheit in Aussicht stellt. Schließlich befinde ich mich ja selbst noch auf der Reise. Aber beispielsweise der Buddha hatte eine, schon vor über 2500 Jahren. Und viele Spirituelle, Mystiker, Propheten und Geistliche haben wertvolle Hinweise dazu gegeben, weil sie alle diesen Grat selbst beschritten haben. All diese einsamen Wanderer haben an irgendeinem Punkt ihres Lebens erfahren, dass das dürstende Sehnen, das in jedem von uns liegt, sei es auch noch so tief vergraben, nicht in der äußeren Welt zu stillen ist. Sie haben sich aufgemacht, den weiten und oft beschwerlichen Weg der Erkenntnis zu beschreiten – diesen Pfad ohne Umkehr, der sie tief in ihr Inneres führte, und zwischendurch, mitten auf der Reise, auch zum „sunder warumbe“, zum Verständnis von einem Leben ohne Warum – von einem Leben, gelebt um des Wunder des Lebens Willen, geprägt von einem Wirken, das nicht den Wurzeln der Angst entspringt, sondern denen der Liebe.

    ♥, Meike

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    Bild von Gabriela Piwowarska auf Pixabay

    1. „Mystik und Widerstand – Du stilles Geschrei“, Kreuz Verlag 2014 ↩︎
  • Die wohltuende Kraft der Farben

    Die wohltuende Kraft der Farben

    Hast du schon einmal von der Wirkung der Farben gehört und davon, wie du die bewusste Farbwahrnehmung für dich nutzen kannst? Erfahre mehr über die spannende Welt der Farbtherapie, die Eigenschaften der jeweiligen Farbe und die Möglichkeiten, sie im Alltag positiv für dich zu nutzen.

    Es war Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, als Goethe seine Publikation „Die Farbenlehre“ veröffentlichte.1 Er beschrieb darin unter anderem die psychologische Wirkung von Farben auf Körper, Geist und Seele.
    Weit davor, nämlich im 17. und 18. Jahrhundert, erforschte der Naturwissenschaftler Isaac Newton bereits das Licht und seine Farben. 2

    Wir wissen also schon lange, wie sehr Farben uns beeinflussen. Sie berühren unser Innerstes, wirken über das Unterbewusstsein und erzeugen Gefühle / Stimmungen. Dies machen sich nicht nur die Wellness- und Werbebranche, sondern auch Therapeuten zunutze („Farbtherapie“), und selbst der morgendliche Gang zum Kleiderschrank ist nicht selten begleitet von der Überlegung, welche Farbe für den jeweiligen Tag wohl am besten geeignet erscheint. Wir können also festhalten: Farben „machen etwas mit uns“.

    ***

    Sich auf die Reise der bewussten Farbwahrnehmung begeben

    Aufgrund ihrer Wirkung auf unser Unterbewusstsein können wir Farben gezielt einsetzen, um hinsichtlich unserer Gefühle und Stimmungen bestimmte positive, entspannende und belebende Effekte hervorzurufen.

    Doch dafür müssen wir zunächst einmal feststellen, wie die einzelnen Farben zueinander stehen und wie sie auf uns wirken.
    In der künstlerischen Farbenlehre3 zählen zu den Grundfarben (Primärfarben) Rot, Gelb und Blau. Die sogenannten Sekundärfarben hingegen sind aus Mischungen entstanden – sie beinhalten Orange, Grün und Violett. All diese Farben werden in warme und kalte Farben eingeteilt. Weiß, Schwarz, Grau und Braun gelten als neutral und sind daher nicht im Farbkreis enthalten.
    (Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es hinsichtlich der Farbenlehre verschiedene Ansätze und Farbkreise gibt. Hier alle detailliert zu beschreiben, würde jedoch zu weit führen.)

    Farben und ihre Wirkung

    Im Folgenden findest du eine kurze Beschreibung der Wirkweise einer jeweiligen Farbe.4
    Grundsätzlich gilt immer, und das ist ein ganz wichtiger Aspekt: Fühle in dich selbst hinein und schaue auf deine gegenwärtige Situation: Was macht die jeweilige Farbe in der derzeitigen Situation mit dir? Wie fühlt es sich an, von ihr umgeben zu sein? Stimmt deine Wahrnehmung mit den allgemeinen Assoziierungen überein? All diese Dinge sollten bedacht werden und daher kann die folgende Übersicht auch nur eine erste allgemeine Orientierung sein.

    Kalte Farben

    Grün
    wirkt entspannend und regenerativ. Es steht für Harmonie, Frische, Wachstum und Erneuerung. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt es sich wunderbar mit den dunkleren Erdtönen kombinieren.

    Blau
    wirkt besänftigend. Es steht für Stille, erfrischende, klare Kühle und Inspiration. Sowohl der Blick in das Himmelblau eines warmen Sonnentages als auch in das satte Blau der Dämmerung tun gut und schaffen ruhige Klarsicht.

    Türkis5
    steht für Kreativität, Ausdruck und künstlerische Energie.

    Violett
    ist eine Farbe, die dem spirituellen und höheren Bewusstsein zugesprochen wird. Meine persönliche Empfindung ist, dass Violett eine sehr kraftvolle Farbe ist, die gleichzeitig vitale Energie und in sich ruhende Weisheit verkörpert.

    Warme Farben

    Rot
    ist eine Farbe, die durchaus aggressiv und dominant wirken kann. Jedoch verkörpert sie zugleich auch Attribute wie Liebe, Wärme und Mut.

    Orange
    Orange steckt voller Energie und Kreativität; sie und fördert eine lebensbejahende Grundhaltung und regt dazu an, „in die Tat überzugehen“. Ruhe hingegen wird man mit Orange eher selten fördern.

    Gelb
    ist die Sonnenfarbe; sie versprüht Lebenskraft und Freude. Sie weckt auf und energetisiert.

    Neutrale Farben

    Braun6
    wirkt erdend und harmonisierend. Somit vermittelt es ein Gefühl von Stabilität und Ruhe.

    Weiß
    vereint alle anderen Farben miteinander. Wie keine andere Farbe steht sie für Klarheit, Reinheit und Weisheit.

    ***

    Die Farben der Natur wahrnehmen und nutzen

    Es gibt viele Wege, die Wirkung der Farben für uns zu nutzen. Einer davon ist die bewusste Wahrnehmung der Farben der Natur. Begeben wir uns also auf einen Spaziergang, haben wir die Möglichkeit, ganz bewusst hinzusehen. Dann wird uns, zum Beispiel im Wald, sehr häufig die Grün-Braun-Kombination begegnen. Wir erinnern uns: Grün wirkt regenerativ und steht für Wachstum und Erneuerung. Braun wiederum wirkt erdend und vermittelt Ruhe und Stabilität. Dies ist eine wunderbare Kombination, die eine stärkende Wirkung auf uns haben kann, wenn wir uns ganz bewusst mit dieser Intention auf einen Waldspaziergang begeben.

    In anderen Landstrichen wird uns vielleicht überwiegend Grün begegnen (Felder, Wiesen,…) oder auch die Kombination Blau-Braun (Sandfarben), wie zum Beispiel am Meer oder am See.

    Wollen wir also in die Natur gehen, um uns bewusst bestimmten Farbtönen und -nuancen auszusetzen, lohnt es sich, zu überlegen: Was brauche ich momentan am ehesten? Wie ist meine Gefühlslage / Grundstimmung und welche Farbe könnte mir helfen und mich stärken?

    Man kann es selbstverständlich auch anders herum machen, indem man schaut: Welche Farben begegnen mir heute verstärkt und was können sie mir schenken?

    Die Imagination: In Farben baden

    Manchmal möchten wir vielleicht die Wirkung einer bestimmten Farbe nutzen, haben jedoch gerade nicht die Möglichkeit, uns ihr konkret auszusetzen. Dann ist eine gute Alternative, sich die jeweilige Farbe mit geschlossenen Augen vorzustellen, am besten im Rahmen einer kleinen Entspannungsmeditation. Nimm ein Bad in der Farbe, die du für dich ausgewählt hast, lass dich von ihr umhüllen und spüre, wie ihre Eigenschaften sanft Raum einnehmen.

    Mit Farben gestalten

    Einige Möglichkeiten, Farben ganz gezielt einzusetzen bzw. sich ihnen auszusetzen, sind:

    • Die Wahl der Kleidung
      Diesen Punkt finde ich persönlich ein wenig schwierig, da ich als eher minimalistisch angehauchter Typ nicht viel Geld und Zeit auf Kleidung verwende und eher mal aussortiere, als dass ich Kleidung im Überfluss hätte. Dementsprechend gering sind bei mir auch die Wahlmöglichkeiten. Aber ich war ohnehin nie der Typ für allzu Buntes. Doch vielleicht sieht das bei dir ja ganz anders aus. Ich kannte mal eine Frau, die hat sich tatsächlich jeden Morgen, ganz nach Bauchgefühl, für eine der eingangs erwähnten Primärfarben entschieden. Mal ging sie in Rot, mal in Blau… 😉
    • Die Innenraumgestaltung
      Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt, sofern man das nötige Kleingeld für Umgestaltungsmaßnahmen besitzt. Aber vielleicht müssen es ja nicht gleich neu tapezierte Wände oder eine teure Sofagarnitur sein. Auch Grünpflanzen, Decken und Überwürfe können tolle Akzente setzen.
    Mit den Chakren arbeiten

    In der traditionellen Yogalehre wird den feinstofflichen Energiezentren unseres Körpers große Bedeutung beigemessen – sie nennen sich Chakren. Das Wort Chakra stammt aus dem Sanskrit, bedeutet so viel wie „Rad / (Kreis)lauf“ und beschreibt kreisförmige Schwingungsfelder des Körpers. Es gibt sieben Hauptchakren, denen jeweils eine bestimmte Frequenz und Farbe zugeordnet ist.

    • Von unten nach oben gesehen befindet sich am Steißbein das Wurzel-oder Basischakra. Ihm ist die Farbe Rot zugeordnet.
    • Darüber, ungefähr zwei Finger breit unter dem Bauchnabel, sitzt das Sakralchakra. Diesem gehört die Farbe Orange.
    • Es folgt das Solarplexus-Chakra mit der Farbe Gelb.
    • In der Herzgegend sitzt das Herzchakra. Die Farbe dazu ist Grün.
    • Zwischen Halsgrube und Kehlkopf befindet sich das Hals-Chakra. Diesem ist die Farbe Türkis / Blau zugeordnet.
    • Nun folgt das Stirnchakra mit der Farbe Indigoblau.
      Ganz oben sitzt das Scheitel- oder Kronenchakra (violett).
      Die beiden oberen Chakren sind auf der Abbildung zu einem zusammengefasst, werden jedoch meist noch unterschieden, deshalb führe ich sie hier getrennt auf.

    Hier tiefer in die Materie der Chakren, ihrer Farben und Frequenzen sowie der menschlichen Aura einzusteigen, würde tatsächlich den Rahmen sprengen; das tue ich an anderer Stelle. Jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie man die Chakren und ihre Farben für sich nutzen kann, zum Beispiel indem man eine kleine Chakren-Imagination vollzieht. Dazu braucht es nicht viel; lediglich ein wenig freie Zeit und relative Stille sind vonnöten. Lege oder setze dich bequem hin und fühle in dich hinein.

    • Entweder du spürst nach, in welcher Region bzw. in welchem Chakra deines Körpers gerade eine Art Blockade sitzt und stellst dir die jeweilige Farbe dazu vor
    • oder du gehst den Weg direkt über die Farbe: Spüre einmal nach, welche Farbe (anhand ihrer Eigenschaften oder dem Bauchgefühl) dir gerade gut tun würde. Während du die Farbe imaginierst, kannst du mit deiner Aufmerksamkeit zusätzlich zu dem der jeweiligen Farbe zugeordneten Energiezentrum gehen. Verweile dort, solange es sich für dich gut anfühlt.
    Sonderfall Pastelltöne: Harmonie schaffen

    Pastelltöne sind sanfte, hellere Varianten der oben bereits dargestellten Farbtöne. Sie entstehen, indem man den jeweiligen Farben eine geringere Sättigung („Chroma“) zuweist. Würde man ein Bild malen und seine Farben dafür auf einer Palette selbst mischen wollen, müsste man also mehr Weiß hinzufügen.
    In ihrer Wirkweise unterscheiden sich diese Varianten von ihren Grundtönen. Sie vermitteln – relativ unabhängig von der Ursprungsfarbe – immer eine gewisse Ruhe, Sanftheit und gleichzeitig eine aufgeweckte Klarheit.
    Mit Pastelltönen kann man in Innenräumen schöne Effekte erzielen und zu einer Atmosphäre der Entspannung beitragen, ohne dass der Raum zu dunkel oder schwer wirkt.
    Fühle in dich hinein und schaue, ob und wann Pastelltöne sich anbieten.

    Abschließendes

    Zum Ende möchte ich noch einmal erwähnen, dass es meiner Ansicht nach wirklich gut und wichtig ist, zu prüfen:

    • Welche Empfindungen tauchen bei mir auf, wenn ich eine bestimmte Farbe betrachte?
    • Was fühlt sich für mich stimmig an, unabhängig davon, was gemeinhin über Farben und ihre Wirkweise gelehrt wird?
    • In welchem Kontext steht die jeweilige Farbe derzeit in meinem (Er-)Leben?

    Auch sei hier noch einmal darauf hingewiesen, wie lohnend es ist, zu schauen, mit welchen anderen Farben ein Farbton zusammen wirken darf und kann. (Siehe das Beispiel „Wald“: Grün und Braun.)

    Vielleicht magst du die eine oder andere Praxis aus diesem Beitrag ausprobieren und bekommst so ein erstes Gefühl dafür, wie sehr die innere Arbeit mit Farben deinen Alltag bereichern kann.

    Schreibe gerne einen Kommentar und berichte mir von deinen persönlichen Erfahrungen. 🙂

    ♥, Meike


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    Abbildung der Chakren: Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay
    Bild „Wassertropfen“ von Anja auf Pixabay
    Bild „Wald“ von Delyth Williams auf Pixabay

    1. Johann Wolfgang von Goethe, „Zur Farbenlehre“, 1810 ↩︎
    2. Isaac Newton: „Optik oder eine Abhandlung über die Reflexion, Brechung, Beugung und die Farben des Lichtes“, London, 1704 ↩︎
    3. Farbkreis nach Itten ↩︎
    4. Als Quelle und Anregung diente mir für diesen Abschnitt unter anderem das Buch „Farbwelten“ von S. Hoppen, 2010, Gerstenberg Verlag ↩︎
    5. Türkis zählt im Farbkreis von Itten genau genommen zu den Tertiärfarben. ↩︎
    6. Braun ist nicht im Farbkreis von Itten enthalten, daher führe ich es unter „neutrale Farben“ auf. Viele ordnen es jedoch den warmen Farben zu, was ich für legitim und nachvollziehbar halte. ↩︎
  • 5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

    5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

    Zu viel um die Ohren? Vielleicht ist unter diesen fünf einfachen Tipps zum Stressabbau etwas dabei, das dir zusagt. Erfahre hier, was helfen kann, um wieder in einen Zustand der relativen Ausgeglichenheit zu gelangen, so dass in der Folge weiterführende Entspannungstechniken besser greifen können.

    ***

    „Wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, dann wirkt er.“ (Francesco Petrarca)

    ***

    Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich im Grünen. Es ist ein lauer Sommertag und ein leises Lüftchen geht. Ich befinde mich, so könnte man sagen, gerade in einer absolut stressfreien Zone. Für meine Kreativität ein Glücksfall; nicht immer kann man unter solch angenehmen Bedingungen schreiben, leben, arbeiten. Dankbarkeit macht sich breit. Solche Gegebenheiten waren rar in den letzten Monaten. Allzu oft überwog die Geschäftigkeit und in der freien Zeit war ich zu müde, um mir in ausreichendem Maße Gutes zu tun.

    Apropos sich etwas Gutes tun – ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Ausbildung zur Entspannungstherapeutin: Die Teilnehmer standen im Rund und vertrieben sich die Pausenzeit mit Smalltalk. Eine Dame war im Begriff, von einem eigentlich sehr unspektakulären Ereignis zu berichten (der Kontext sei hier einmal vernachlässigt) und setzte an, zu erzählen: „Tja, so etwas passiert mir auch hin und wieder. Zum Beispiel letztens. Da saß ich auf dem Sofa, meine Füße steckten gerade seit zwei Sekunden in einem Rosenbad, als es an der Tür klingelte…“
    Sie wurde durch eine andere Kursteilnehmerin jäh unterbrochen: „Siehst du!“, rief sie laut aus, „genau das ist es! Genau das macht den Unterschied! Man muss es einfach nur tun!“ In ihrem Blick lag so etwas wie Sehnsucht.

    Was sie meinte, war das Rosenbad. Ein Akt der Selbstfürsorge, eine Unterbrechung des rein funktionalen Daseins, eine Tat ohne Erwartung eines für andere sichtbaren Ergebnisses. Einfach so, inmitten – oder vielmehr trotz – des Alltags.

    Wieder zu sich selbst finden

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es fast wie ein inner-revolutionärer Akt anmuten kann, wenn man nach langer Zeit der übermäßigen Geschäftigkeit zum ersten Mal wieder etwas für sich selbst tut. Seltsam, fast fremd, fühlt es sich dann an, wieder Zeit auf die eigene Person zu verwenden und nicht auf die äußere Welt. Es ist eine leise, zaghafte Annäherung an das ewige Sehnen, welches tief in uns wohnt. Das Sehnen nach Wohlgefühl, Heilung, Ganzwerden, Angenommensein. Nach der Abwesenheit von Stress.

    Wenn ich mich lange nicht in ausreichender Form um mich selbst gekümmert habe oder kümmern konnte, dann ist es mir oftmals nicht möglich, sofort wieder mit langen Meditationen oder Dergleichem zu beginnen. Da muss was Leichteres, Einfacheres her. Eine seichte Entspannungsmethode für den Wiedereintritt in ein stressreduziertes Leben quasi.

    Doch…wie kann so etwas aussehen, welche Methode eignet sich, wenn es darum geht, überhaupt erst einmal wieder in eine gelassenere Grundhaltung zu finden? Die folgenden Punkte haben sich für mich und viele andere als sehr hilfreich erwiesen:

    • Natur-Erfahrungen

    Es kann wahre Wunder wirken, sich nach stressigen Zeiten auf einen einfachen Spaziergang in die Natur zu begeben – am besten alleine, ohne Partner oder Freunde, denn auf diese Weise ist viel mehr „Wahrnehmungskapazität“ vorhanden: Wir können uns ganz der Natur widmen und uns als einen Teil von ihr erleben.
    Sehr gut für die ganz persönliche Natur-Zeit eignen sich Waldgebiete oder auch, falls möglich, das Meer bzw. ein Seeufer.

    Naturgenuss und -wirkung 2.0 sozusagen entstehen übrigens, wenn man sich dazu entschließt, nicht nur umherzugehen, sondern sich an einen geeigneten Ort zu setzen (oder falls dies nicht möglich ist, hier und da für einen Augenblick stehenzubleiben) und seine Sinne zu trainieren:

    • Was höre ich?
    • Was sehe ich?
    • Was rieche ich?
    • Was spüre ich?

    All das unterstützt das Verweilen im gegenwärtigen Moment, das Aufmerksamsein. Und es lässt Alltagsgedanken und -sorgen für eine Weile verstummen.

    Ich empfehle übrigens, in der warmen Jahreszeit und auf geeignetem Untergrund (z.B. auf Wiesen, im Garten, im Sand, etc.), barfuss zu laufen. Das trainiert die Fußmuskulatur und schafft eine direkte Verbindung mit Mutter Erde, die reich an Elektronen ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese vom Körper aufgenommen werden können und dort antioxidativ wirken.1 Auch das Schwimmen in natürlichen Gewässern (also in Seen oder im Meer) hat einen ähnlichen Effekt.

    • Entspannungsmusik

    Ruhige, meditative Klänge können dabei helfen, sich selbst wieder in die Ruhe zu führen. Meine Erfahrung ist: Je minimalistischer desto besser. In Zeiten von Streamingplattformen steht einem dafür eine schier unvorstellbar große Auswahl an Künstlern, Playlists und Klängen zur Verfügung. Nutzen wir doch einfach dieses Geschenk!

    Mich macht schöne Entspannungsmusik übrigens immer superkreativ, deshalb höre ich sie auch gerne, wenn ich am Schreiben/Arbeiten bin. Das Fokussieren fällt mir leichter und ich gelange schnell in eine entspanntere Grundhaltung. So geht es vielen anderen Menschen auch. Hast du schon einmal ausprobiert, Meditationsmusik o.ä. im Hintergrund laufen zu lassen, während du arbeitest?

    • Routinen

    Auch Routinen können ihren Beitrag dazu leisten, wieder in die eigene Mitte zu kommen. Sie beruhigen den Geist, weil sie ein zumindest temporäres Gefühl von innerer Sicherheit schenken und somit weniger Energie verbraucht wird. Die Botschaft, die man damit an sich selbst richtet, ist: „Da ist etwas, das ich unter Kontrolle habe“. Selbst Tiere etablieren, wann immer es möglich ist, Routinen, um Energie zu sparen.

    Ich halte nicht sehr viel davon, Routinen übermäßig stark zu verfolgen oder auszuleben, aber für Zeiten großer Unruhe – oder eben auch für die Zeit danach – können wiederkehrende, gleichartig gestaltete Abläufe sehr beruhigend wirken. Wem es also hilft, der kann zum Beispiel für eine kurze Zeit

    • feste Uhrzeiten für sich täglich wiederholende Tätigkeiten wählen oder
    • eine bestimmte Art/Reihenfolge festlegen, wie Dinge getan werden.

    Das mag generell erst einmal komisch anmuten, aber vielen hilft es tatsächlich sehr.

    • Fantasiereisen / Traumreisen

    Wenn es nicht gelingt, in die Meditation zu gehen, man aber trotzdem der Ruhemeditation ähnliche Zustände erreichen und für sich nutzen möchte, können Fantasiereisen (auch Traumreisen genannt) eine gute Wahl sein. Dies sind kleine, geführte „Ausflüge in die Imagination“, die meist mit geschlossenen Augen genossen werden und angenehme Bilder und Gedanken hervorrufen, die wiederum zur Entspannung beitragen.

    Noch ist meine Webseite recht frisch, aber ich werde in Zukunft kostenfreie Fantasiereisen zur Verfügung stellen, also…stay tuned! 🙂

    • Gezielt die Sinne anregen, z.B. mit Düften

    Ein oft unterschätztes Tool ist die Anregung des Riechsinnes. Naturreine ätherische Öle und hochwertige Räucherstäbchen (ich empfehle hier die japanischen oder tibetischen ohne Holzstab) können, je nach Inhaltsstoff und persönlicher Vorliebe, eine wunderbare Unterstützung auf dem Weg zu innerer Ruhe sein.

    Ein Tipp: Mache zum Beispiel das Anzünden eines Räucherstäbchens vor Entspannungsmomenten (Meditation, etc.) zur Routine. Der Geist verknüpft den entsprechenden Duft recht schnell mit der Erinnerung an die darauf folgenden Ruhezustände. So gelingt es in schwierigen Zeiten leichter, in die Entspannung zu gelangen.

    Fazit

    Generell kann man festhalten, dass das sanfte Anregen der Sinne eine gute Methode ist, um nach sehr geschäftigen Zeiten wieder in ruhigere Gemütszustände zu gelangen. In der Natur werden gleich mehrere Sinne angeregt, deshalb – und aus vielen weiteren Gründen – halte ich einen Gang in die Natur für unübertroffen wertvoll, aber auch das Anregen eines konkreten Sinnes wie bei Düften, Klängen oder auch Farben, kann helfen.

    Ich weiß…Entspannung braucht freie Zeit, braucht Kapazitäten. Gerade wenn es stressig zugeht, hat man diese nicht immer. Das stellt in der Tat ein großes Problem dar.

    Dazu kommt mir in den Sinn, was ich gestern in einem Podcast hörte. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller) sagte sinngemäß: Erholungszeiten fordern selten von alleine ihr Recht und ihren Raum. Vielmehr muss der Freiraum für Entspannung immer wieder verteidigt werden gegen die To Do’s, gegen all das Müssen und Sollen im geschäftigen Alltag.

    Das Folgende klingt schrecklich profan und wird so oft verwendet, dass schon kaum jemand mehr hinhört, und doch erweist sich dieser simple Spruch als unglaublich weise 😉 :

    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

    ♥, Meike

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    Beitragsbild von Candiix auf Pixabay

    1. z.B.: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/acm.2007.7048 ↩︎
    2. Sinngemäßes Zitat, Person ist mir bekannt, möchte jedoch nicht genannt werden, was ich gerne respektiere. ↩︎
  • Die Scheu und der Zauber des Anfangs

    Die Scheu und der Zauber des Anfangs

    Wenn wir etwas vollkommen Neues beginnen, spüren wir oftmals eine gewisse Scheu, ein wenig Unsicherheit. Es müssen sich die Dinge erst finden. Innerhalb der gerade geborenen Ideen und dessen praktischer Umsetzung sind noch keine Strukturen vorhanden; alles kostet viel Überlegung. Insbesondere dann, wenn eben diese Ideen zahlreich sind. Wie baue ich meine Webseite auf? Welchen Dingen gewähre ich Vorrang? Alles gar nicht so einfach. Und doch: Es ist da auch dieser Zauber, die Vorfreude.

    Gerade gestern habe ich zu dieser Webseite einen YouTube-Kanal eröffnet und auch auf Instagram gibt es mich nun. Noch sind die Seiten bezüglich ihres Inhalts recht übersichtlich. Wenn ihr mögt, schaut trotzdem mal vorbei, ich freue mich über einen Besuch:

    Wenn ihr selbst einen WordPress-Blog habt, folgt mir gerne – selbstverständlich folge ich zurück. 🙂

    ♥, Meike

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    Bild von Daniel Kirsch auf Pixabay

  • Willkommen auf Leiser Leben!

    Schön, dass du hergefunden hast.

    Auf dieser Webseite möchte ich dir durch meine Blogbeiträge und Angebote die Gelegenheit bieten, zu entdecken, wieviel Wert und Schönheit darin liegt, „leiser“ zu leben.

    „Leiser leben“, das meint: Achtsamer leben. Bewusster leben. Langsamer leben. Intensiver wahrnehmen. Seinen Konsum (nicht nur im materiellen Sinne) zu hinterfragen. Häufiger innezuhalten und eine gewisse Gelassenheit Einzug halten zu lassen. All diese Dinge bezeichnen im Wesentlichen das Konzept des Slow Living, welches ich als Lebensmodell und Grundeinstellung präferiere. Diese Lebensart ist es, von der ich dir auf dieser Webseite erzählen und die ich dir näherbringen möchte.

    Und somit berührt das, was ich dir hier schenken möchte, als logische Konsequenz auch den spirituellen Aspekt unseres Daseins, denn Slow Living ist für mich eng verbunden mit Spiritualität, also einer konfessionsübergreifenden Auseinandersetzung mit Inhalten, die das Potenzial haben, inneren und äußeren Frieden zu mehren.

    Über den Autor

    Mein Name ist Meike. Aufgewachsen im nördlichen Deutschland und in einem christlich geprägten Umfeld, begann während meiner Jugendzeit das Interesse an anderen Religionen und allgemeinen spirituellen Inhalten zu wachsen. Seit jener Zeit bilde ich mich in diesem Bereich weiter und lerne stetig hinzu.

    Nach der Schule absolvierte ich zunächst eine dreijährige Lehre im kaufmännischen Bereich und arbeitete anschließend in verschiedenen Positionen in großen Unternehmen. Einige Jahre später schloss ich zudem eine Ausbildung zur Journalistin beim Deutschen Fachjournalistenverband ab.

    Mein Burnout änderte alles. Diese tiefgreifende Erfahrung bescherte mir ein größeres Verständnis der Funktionsweise von Psyche und Körper. Ich lernte, wie wichtig es ist, gut auf sich selbst zu achten und sich Inseln im oftmals rauen und schnelllebigen Alltag zu schaffen – und somit seinem Leben schrittweise eine Richtung zu geben, die heilsam ist und zu mehr Zufriedenheit, Gesundheit und innerem Wachstum beiträgt.

    In den Folgejahren richtete ich meinen Fokus daher wieder verstärkt auf den spirituellen und gesundheitlichen Aspekt: Ich ließ mich zur Entspannungstherapeutin ausbilden und erlangte Zusatzqualifikationen im Bereich Klangschalenmassage, Reiki und der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen. Auf meinem Weg begegnete mir schließlich auch die Idee des Slow Living. Dieses Lebensmodell in meinen Alltag zu integrieren und es Schritt für Schritt umzusetzen, hat mir in den Jahren nach dem Burnout sehr geholfen und ich möchte diese Lebensweise nicht mehr missen.

    Zudem beschäftige ich mich seit über sieben Jahren mit verschiedenen Weltmusikinstrumenten und ihrer heilsamen Wirkung. Hierbei verfolge ich eine sehr intuitive, praxisnahe Herangehensweise.
    Mein besonderes Interesse gilt den Windinstrumenten, zum Beispiel den indischen, japanischen und chinesischen Flöten.

    Die facettenreiche Lebensart des Slow Living und ebenso meine Erfahrungen im spirituellen Bereich sind es, die ich weitergeben möchte, in der Hoffnung darauf, dass die hier bereitgestellten Informationen dazu beitragen mögen, einen wohltuenden und heilsamen Unterschied im Leben der Leser zu machen.

    ♥, Meike