Kategorie: Entspannungsmethoden in der Selbstanwendung

Hier dreht sich alles um Entspannungsmethoden in der Selbstanwendung. Bestimmt ist auch etwas für dich dabei!

  • Ruhe finden mit Klangschalen, Zimbeln und Tempelglocken

    Ruhe finden mit Klangschalen, Zimbeln und Tempelglocken

    Hier erfährst du spannende Hintergründe, Infos und Tipps zur Anwendung verschiedener Klangschalen, Tempelglocken und Zimbeln.

    Klangschalen und Klanginstrumente sind wunderbare Tools, um eine heilsame, meditative Atmosphäre zu schaffen: Sie können uns auf einfache Weise darin unterstützen, mehr Ruhe, Gelassenheit und innere Einkehr zu erfahren.

    Grund genug, um einen genaueren Blick auf die Herkunft und Anwendung verschiedener Arten von Klangschalen sowie Zimbeln und Tempelglocken zu werfen.

    Erste Erfahrungen

    Einige Jahre ist es nun schon her, dass ich meine ersten Erfahrungen mit Klangschalen machte. Ich erinnere mich daran, dass ich wie verzaubert war, nachdem ich sie zum ersten Mal angeschlagen hatte. Der Klang schien nicht nur den Raum zu durchdringen, sondern auch auf ganz sonderbare Weise meine Gedanken zu ordnen und mein Inneres zu beruhigen.

    In der Folge kaufte ich mir einige weitere Klangschalen, darunter auch eine Kristallklangschale, die ich bei einer Freundin kennengelernt hatte, sowie ein paar Zimbeln. Heute nutze ich diese wunderbaren Instrumente regelmäßig, um nach einem arbeitsreichen, input-lastigen Tag zur Ruhe zu kommen.

    tibetische Klangschalen
    Tibetische Klangschalen

    Die Klangschale trägt die Gabe in sich, etwas zur Entfaltung zu bringen, das in unserer modernen Hektik oftmals zu wenig Raum findet, nämlich tiefe Ruhe und Entspannung. Der beim Schlagen bzw. Streichen des Klöppels entstehende Ton scheint wie eine Einladung zum Innehalten, Lauschen und Eintauchen in uns selbst.

    Klangschalen und ihre Geschichte

    Die bekanntesten Klangschalen sind wohl die ganz schlicht anmutenden, golden schimmernden tibetischen Klangschalen. Jedoch darf man diese Bezeichnung eher als die Beschreibung einer Produktgattung verstehen, denn die meisten Schalen dieser Art stammen heutzutage tatsächlich nicht aus Tibet, sondern aus Indien. Ebenso produziert werden sie in den umliegenden Regionen des Himalayas, z.B. in Nepal und Bhutan. Sie bestehen aus einer Kupfer-Zinn-Legierung, meist mit einer Reihe von Begleitmetallen.

    Um die Geschichte der Klangschalen ranken sich viele Mythen. Eine der Auffassungen besagt, dass die Ursprünge der Schalen bis ins Altertum zurückreichen, und dass durch die Besetzung Tibets durch China im vergangenen Jahrhundert viel altes Wissen über die Geschichte und die Wirkweise der tibetischen Klangschalen verlorengegangen ist.

    Wissenschaftliche Stimmen betonen, dass es derzeit keinerlei Belege für eine altertümliche Herstellung und Nutzung der Schalen als Therapie-, Klang- oder Meditationsobjekt gibt.

    Wie auch immer die Geschichte der Klangschalen sich tatsächlich zugetragen haben mag – Fakt ist, dass sich die tibetischen Klangschalen heutzutage großer Beliebtheit erfreuen, und das aus gutem Grund: Sie wirken einfach. Meist werden sie als sogenannte Therapieklangschalen für eine Klangmassage verwendet, also für die Anwendung direkt auf dem Körper.

    Klangmassage
    Klangmassage

    Japanische Klangschalen – der Klang des Zen

    Die japanischen Klangschalen werden auch Rin-Schalen genannt. Sie sehen den tibetischen Schalen sehr ähnlich, haben jedoch eine etwas massivere, klarere Form und sind hierzulande nicht allzu bekannt.

    Klangschalen werden in Japan traditionell für Meditations- und Achtsamkeitszeremonien verwendet und sind häufig auch in Zen-Klöstern zu finden. Gelegentlich wird noch zwischen den japanischen und den Zen-Schalen unterschieden; dies bezieht sich allerdings hauptsächlich auf das Herstellungsverfahren: Japanische Klangschalen werden an Drehmaschinen gefertigt und das, was man häufig als Zen-Klangschale beschrieben findet, wird im Gussverfahren hergestellt.

    Gemein haben sie jedoch den bestechend klaren, lange anhaltenden und sehr ausgeprägten Grundton sowie die Verwendungsart (selten bis gar nicht für Klangmassagen, eher in zeremoniellen Anlässen).

    Kristallklangschalen – ein modernes Phänomen

    Kristallklangschalen sind eine moderne Innovation, die ihren Ursprung in den 1980er Jahren in den USA hat. Sie repräsentieren sozusagen eine Weiterentwicklung der bisherigen Traditionen, kombiniert mit neuen technologischen Möglichkeiten. Kristallklangschalen werden aus reinem Quartz hergestellt, der bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen und anschließend entsprechend in Form gegossen wird.

    Kristallklangschale
    Kristallklangschale

    Die Reinheit des Quartzes beträgt meist über 99 Prozent. Dies ermöglicht es den Schalen, die typischen klaren Töne mit langen Resonanzen zu erzeugen.

    Ihre Frequenzen werden oft mit den Chakren, den Energiezentren des Körpers, in Verbindung gebracht. (Wenn du übrigens mehr über die Chakren und die Farben, die ihnen zugeordnet werden, erfahren möchtest, schau gerne einmal in diesen Blogbeitrag, in dem ich ausführlich darüber berichte.)

    Wirkung und Anwendungsbereiche von Klangschalen im Detail

    Klangschalen erzeugen durch das Anschlagen oder auch Anreiben bestimmte Schwingungen, die sich in Tönen und Obertönen manifestieren. Diese Schwingungen liegen im Wesentlichen in einem Frequenzbereich zwischen etwa 50 Hertz und 2000 Hertz (Hauptanteil des hörbaren Spektrums), wobei jede Schale aufgrund ihre Größe, Form und Materialzusammensetzung ganz eigene, für sie charakteristische Frequenzen entwickelt.

    verschiedene tibetische Klangschalen
    Klangschalen gibt es in vielen verschiedenen Größen.

    Lasst uns also kurz zusammenfassen: Kristallklangschalen und japanische Klangschalen werden, wie bereits oben erwähnt, eher nicht auf dem Körper angewendet. Dafür eignen sie sich jedoch besonders gut zur energetischen Raumreinigung, zur Meditation oder zur Arbeit mit Chakren und werden dabei frei im Raum platziert. Dass die Anwendung dieser Schalen nicht direkt auf dem Körper passiert, schmälert das Wirkerlebnis jedoch in keiner Weise. Wer schon einmal die unglaubliche Kraft einer Kristallklangschale erlebt hat, wird mir beipflichten.

    Die tibetischen Klangschalen hingegen kann man ganz wunderbar auf dem Körper anwenden und sie somit für eine typische Klangmassage nutzen. Im Folgenden sei einmal grob beschrieben, welche der tibetischen Schalen man für welchen Körperteil verwenden sollte:

    Da haben wir zunächst einmal die großen tibetischen Schalen bzw. Therapieklangschalen, die auf niedrigen Frequenzen schwingen. Sie ergeben einen tiefen, geerdeten Ton und werden im unteren bis mittleren Bereich des Körpers angewendet. Somit sind sie ideal für die Arbeit mit dem Unterbauch, dem Becken und dem unteren Rücken. Nicht geeignet hingegen sind sie für die Anwendung in Kopfnähe. Das Anschlagen von Schalen dieser Größe wird häufig als sehr beruhigend wahrgenommen.

    Klangbeispiel einer großen und somit niedrig schwingenden tibetischen Klangschale

    Die mittelgroßen tibetischen Schalen bzw. Therapieklangschalen werden aufgrund ihrer etwas höheren Frequenz im Brust- und Herzbereich eingesetzt. Anwender berichten häufig, dass sie durch das Anschlagen mittelgroßer Schalen in der Lage sind, Emotionsblockaden besser zu lösen.

    Schließlich gibt es noch die kleinen Therapieklangschalen: Diese klingen sehr hell und sind besonders gut für den Kopf- und Stirnbereich geeignet. Viele Menschen berichten, dass diese kleineren Schalen durch ihre hohen Frequenzen eine Art energetische Reinigung bewirken. Dies kann ich bestätigen – bei Nackenverspannungen oder Kopfschmerzen erfahre ich ihre Anwendung als sehr hilfreich.

    Zimbeln – kleine Instrumente mit großer Wirkung

    Zimbeln, auch Tingshas genannt, sind kleine Klanginstrumente, die traditionell im tibetischen Buddhismus verwendet werden, sich jedoch auch hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreuen.

    Zimbeln Tingshas
    Klassische Zimbeln

    Sie sind durch ein Band, meist aus Leder, miteinander verbunden und häufig mit dem Symbol des „Om“, Buchstaben oder spirituellen Zeichen verziert und repräsentieren für viele die Dualität des Lebens, etwa Himmel und Erde, Geist und Materie, etc. – aber eben auch deren Harmonie und das Zusammenbringen der dualistischen Kräfte.

    Häufig werden Zimbeln in Klangsessions und bei Achtsamkeitsübungen eingesetzt. Die Handhabung ist denkbar einfach: Man schlägt sie sanft (!) aneinander.

    Klangbeispiel einer kleinen Zimbel

    Ich persönlich verwende sie am liebsten zum Ein- und Ausleiten einer Meditation.

    Chinesische Tempelglocken

    Der Begriff „Tempelglocke“ ist eigentlich ein wenig irreführend, denn die chinesischen Tempelglocken sehen genau genommen gar nicht aus wie eine Glocke, sondern vielmehr wie eine Klangschale. Deshalb werden sie häufig auch unter dem Begriff „chinesische Klangschale“ geführt.

    Sie sind meist in schwarz gehalten und die Wand der Schale ist relativ dünn, wobei sie zum oberen Rand hin etwas dicker wird. (Hier findet ihr ein Beispielbild.) Der Klang dieser Schalen ist sehr klar; ähnlich wie die japanischen Klangschalen bestechen sie durch einen reinen, lange anhaltenden Ton. Auch diese Klangschalen werden eher für Zeremonien und Meditationen als für Massagen eingesetzt.

    Ein interessanter Fact ist übrigens, dass diese chinesischen Tempelglocken ursprünglich gar nicht aus China kommen, sondern aus Taiwan, das zwar zeitweise zu China gehörte, jedoch ebenso als japanische Kolonie diente und heute unabhängig von beiden Mächten als souveräner Staat agiert.

    Die verborgene Kraft nutzen

    Ob nun die Therapieklangschalen, die Kristallklangschalen, Zimbeln oder Tempelglocken – sie alle verbinden uns mit unserem Inneren und laden uns dazu ein, zu erfahren, dass in Klang und Schwingung eine tiefe, heilsame Kraft verborgen liegt, die wir uns zunutze machen können, um mehr Wohlbefinden und Gelassenheit im Alltag zu erlangen.

    Klangschale und Klöppel
    verzierte, mit Wasser gefüllte Klangschale – das Wasser macht die Schwingungen sichtbar

    Der große Vorteil dieser Klanginstrumente ist, dass wir sie nicht nur in Gemeinschaft, sondern auch in der Einzelanwendung nutzen können.

    Ebenso muss es keineswegs immer gleich ein ganzes Set an Klangschalen sein. Schon mit einer einzigen Schale kann man in der Partner- oder Selbstanwendung wunderschöne, entspannende Effekte erzielen.

    Falls du nun Lust bekommen haben solltest, dich einmal an der Klangschale auszuprobieren, wünsche ich dir viele heilsame Momente und Freude beim Entdecken deines persönlichen Klang-Weges.

    ♥, Meike


    Bildquellen: Eigenes Archiv sowie von Jürgen Rübig auf Pixabay, sofietakesphotos auf Pixabay und Dremati auf Pixabay

  • Die wohltuende Kraft der Farben

    Die wohltuende Kraft der Farben

    Hast du schon einmal von der Wirkung der Farben gehört und davon, wie du die bewusste Farbwahrnehmung für dich nutzen kannst? Erfahre mehr über die spannende Welt der Farbtherapie, die Eigenschaften der jeweiligen Farbe und die Möglichkeiten, sie im Alltag positiv für dich zu nutzen.

    ***

    Es war Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, als Goethe seine Publikation „Die Farbenlehre“ veröffentlichte. Er beschrieb darin unter anderem die psychologische Wirkung von Farben auf Körper, Geist und Seele.
    Weit davor, nämlich im 17. und 18. Jahrhundert, erforschte der Naturwissenschaftler Isaac Newton bereits das Licht und seine Farben. 1

    Wir wissen also schon lange, wie sehr Farben uns beeinflussen. Sie berühren unser Innerstes, wirken über das Unterbewusstsein und erzeugen Gefühle / Stimmungen. Dies machen sich nicht nur die Wellness- und Werbebranche, sondern auch Therapeuten zunutze („Farbtherapie“), und selbst der morgendliche Gang zum Kleiderschrank ist nicht selten begleitet von der Überlegung, welche Farbe für den jeweiligen Tag wohl am besten geeignet erscheint. Wir können also festhalten: Farben „machen etwas mit uns“.

    Sich auf die Reise der bewussten Farbwahrnehmung begeben

    Aufgrund ihrer Wirkung auf unser Unterbewusstsein können wir Farben gezielt einsetzen, um hinsichtlich unserer Gefühle und Stimmungen bestimmte positive, entspannende und belebende Effekte hervorzurufen.

    Doch dafür müssen wir zunächst einmal feststellen, wie die einzelnen Farben zueinander stehen und wie sie auf uns wirken.
    In der künstlerischen Farbenlehre2 zählen zu den Grundfarben (Primärfarben) Rot, Gelb und Blau. Die sogenannten Sekundärfarben hingegen sind aus Mischungen entstanden – sie beinhalten Orange, Grün und Violett. All diese Farben werden in warme und kalte Farben eingeteilt.

    Weiß, Schwarz, Grau und Braun gelten als neutral und sind daher nicht im Farbkreis enthalten.
    (Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es hinsichtlich der Farbenlehre verschiedene Ansätze und Farbkreise gibt. Hier alle detailliert zu beschreiben, würde jedoch zu weit führen.)

    Farben und ihre Wirkung

    Im Folgenden findest du eine kurze Beschreibung der Wirkweise einer jeweiligen Farbe.3
    Grundsätzlich gilt immer, und das ist ein ganz wichtiger Aspekt: Fühle in dich selbst hinein und schaue auf deine gegenwärtige Situation: Was macht die jeweilige Farbe in der derzeitigen Situation mit dir? Wie fühlt es sich an, von ihr umgeben zu sein? Stimmt deine Wahrnehmung mit den allgemeinen Assoziierungen überein? All diese Dinge sollten bedacht werden und daher kann die folgende Übersicht auch nur eine erste allgemeine Orientierung sein.

    Kalte Farben

    Grün
    wirkt entspannend und regenerativ. Es steht für Harmonie, Frische, Wachstum und Erneuerung. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt es sich wunderbar mit den dunkleren Erdtönen kombinieren.

    Blau
    wirkt besänftigend. Es steht für Stille, erfrischende, klare Kühle und Inspiration. Sowohl der Blick in das Himmelblau eines warmen Sonnentages als auch in das satte Blau der Dämmerung tun gut und schaffen ruhige Klarsicht.

    Türkis4
    steht für Kreativität, Ausdruck und künstlerische Energie.

    Violett
    ist eine Farbe, die dem spirituellen und höheren Bewusstsein zugesprochen wird. Meine persönliche Empfindung ist, dass Violett eine sehr kraftvolle Farbe ist, die gleichzeitig vitale Energie und in sich ruhende Weisheit verkörpert.

    Warme Farben

    Rot
    ist eine Farbe, die durchaus aggressiv und dominant wirken kann. Jedoch verkörpert sie zugleich auch Attribute wie Liebe, Wärme und Mut.

    Orange
    Orange steckt voller Energie und Kreativität; sie und fördert eine lebensbejahende Grundhaltung und regt dazu an, „in die Tat überzugehen“. Ruhe hingegen wird man mit Orange eher selten fördern.

    Gelb
    ist die Sonnenfarbe; sie versprüht Lebenskraft und Freude. Sie weckt auf und energetisiert.

    Neutrale Farben

    Braun5
    wirkt erdend und harmonisierend. Somit vermittelt es ein Gefühl von Stabilität und Ruhe.

    Weiß
    vereint alle anderen Farben miteinander. Wie keine andere Farbe steht sie für Klarheit, Reinheit und Weisheit.

    ***

    Die Farben der Natur wahrnehmen und nutzen

    Es gibt viele Wege, die Wirkung der Farben für uns zu nutzen. Einer davon ist die bewusste Wahrnehmung der Farben der Natur. Begeben wir uns also auf einen Spaziergang, haben wir die Möglichkeit, ganz bewusst hinzusehen. Dann wird uns, zum Beispiel im Wald, sehr häufig die Grün-Braun-Kombination begegnen. Wir erinnern uns: Grün wirkt regenerativ und steht für Wachstum und Erneuerung. Braun wiederum wirkt erdend und vermittelt Ruhe und Stabilität. Dies ist eine wunderbare Kombination, die eine stärkende Wirkung auf uns haben kann, wenn wir uns ganz bewusst mit dieser Intention auf einen Waldspaziergang begeben.

    In anderen Landstrichen wird uns vielleicht überwiegend reines Grün begegnen (Felder, Wiesen,…) oder auch die Kombination Blau-Braun (Sandfarben), wie zum Beispiel am Meer oder am See.

    Wollen wir also in die Natur gehen, um uns bewusst bestimmten Farbtönen und -nuancen auszusetzen, lohnt es sich, zu überlegen: Was brauche ich momentan am ehesten? Wie ist meine Gefühlslage / Grundstimmung und welche Farbe könnte mir helfen und mich stärken?

    Man kann es selbstverständlich auch anders herum machen, indem man schaut: Welche Farben begegnen mir heute verstärkt und was können sie mir schenken?

    Die Imagination: In Farben baden

    Manchmal möchten wir vielleicht die Wirkung einer bestimmten Farbe nutzen, haben jedoch gerade nicht die Möglichkeit, uns ihr konkret auszusetzen. Dann ist eine gute Alternative, sich die jeweilige Farbe mit geschlossenen Augen vorzustellen, am besten im Rahmen einer kleinen Entspannungsmeditation. Nimm ein Bad in der Farbe, die du für dich ausgewählt hast, lass dich von ihr umhüllen und spüre, wie ihre Eigenschaften sanft Raum einnehmen.

    Mit Farben gestalten

    Einige Möglichkeiten, Farben ganz gezielt einzusetzen bzw. sich ihnen auszusetzen, sind:

    • Die Wahl der Kleidung
      Diesen Punkt finde ich persönlich ein wenig schwierig, da ich als eher minimalistisch angehauchter Typ nicht viel Geld und Zeit auf Kleidung verwende und eher mal aussortiere, als dass ich Kleidung im Überfluss hätte. Dementsprechend gering sind bei mir auch die Wahlmöglichkeiten. Aber ich war ohnehin nie der Typ für allzu Buntes. Doch vielleicht sieht das bei dir ja ganz anders aus. Ich kannte mal eine Frau, die hat sich tatsächlich jeden Morgen, ganz nach Bauchgefühl, für eine der eingangs erwähnten Primärfarben entschieden. Mal ging sie in Rot, mal in Blau.
    • Die Innenraumgestaltung
      Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt, sofern man das nötige Kleingeld für Umgestaltungsmaßnahmen besitzt. Aber vielleicht müssen es ja nicht gleich neu tapezierte Wände oder eine teure Sofagarnitur sein. Auch Grünpflanzen, Decken und Überwürfe können tolle Akzente setzen.

    Mit den Chakren arbeiten

    In der traditionellen Yogalehre wird den feinstofflichen Energiezentren unseres Körpers große Bedeutung beigemessen – sie nennen sich Chakren. Das Wort Chakra stammt aus dem Sanskrit, bedeutet so viel wie „Rad / (Kreis)lauf“ und beschreibt kreisförmige Schwingungsfelder des Körpers. Es gibt sieben Hauptchakren, denen jeweils eine bestimmte Frequenz und Farbe zugeordnet ist.

    • Von unten nach oben gesehen befindet sich am Steißbein das Wurzel-oder Basischakra. Ihm ist die Farbe Rot zugeordnet.
    • Darüber, ungefähr zwei Finger breit unter dem Bauchnabel, sitzt das Sakralchakra. Diesem gehört die Farbe Orange.
    • Es folgt das Solarplexus-Chakra mit der Farbe Gelb.
    • In der Herzgegend sitzt das Herzchakra. Die Farbe dazu ist Grün.
    • Zwischen Halsgrube und Kehlkopf befindet sich das Hals-Chakra. Diesem ist die Farbe Türkis / Blau zugeordnet.
    • Nun folgt das Stirnchakra mit der Farbe Indigoblau.
      Ganz oben sitzt das Scheitel- oder Kronenchakra (violett).
      Die beiden oberen Chakren sind auf der Abbildung zu einem zusammengefasst, werden jedoch meist noch unterschieden, deshalb führe ich sie hier getrennt auf.

    Hier tiefer in die Materie der Chakren, ihrer Farben und Frequenzen sowie der menschlichen Aura einzusteigen, würde tatsächlich den Rahmen sprengen; das tue ich an anderer Stelle. Jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie man die Chakren und ihre Farben für sich nutzen kann, zum Beispiel indem man eine kleine Chakren-Imagination vollzieht. Dazu braucht es nicht viel; lediglich ein wenig freie Zeit und relative Stille sind vonnöten. Lege oder setze dich bequem hin und fühle in dich hinein.

    • Entweder du spürst nach, in welcher Region bzw. in welchem Chakra deines Körpers gerade eine Art Blockade sitzt und stellst dir die jeweilige Farbe dazu vor
    • oder du gehst den Weg direkt über die Farbe: Spüre einmal nach, welche Farbe (anhand ihrer Eigenschaften oder dem Bauchgefühl) dir gerade gut tun würde. Während du die Farbe imaginierst, kannst du mit deiner Aufmerksamkeit zusätzlich zu dem der jeweiligen Farbe zugeordneten Energiezentrum gehen. Verweile dort, solange es sich für dich gut anfühlt.

    Sonderfall Pastelltöne: Harmonie schaffen

    Pastelltöne sind sanfte, hellere Varianten der oben bereits dargestellten Farbtöne. Sie entstehen, indem man den jeweiligen Farben eine geringere Sättigung („Chroma“) zuweist. Würde man ein Bild malen und seine Farben dafür auf einer Palette selbst mischen wollen, müsste man also mehr Weiß hinzufügen.
    In ihrer Wirkweise unterscheiden sich diese Varianten von ihren Grundtönen. Sie vermitteln – relativ unabhängig von der Ursprungsfarbe – immer eine gewisse Ruhe, Sanftheit und gleichzeitig eine aufgeweckte Klarheit.
    Mit Pastelltönen kann man in Innenräumen schöne Effekte erzielen und zu einer Atmosphäre der Entspannung beitragen, ohne dass der Raum zu dunkel oder schwer wirkt.
    Fühle in dich hinein und schaue, ob und wann Pastelltöne sich anbieten.

    Abschließendes

    Zum Ende möchte ich noch einmal erwähnen, dass es meiner Ansicht nach wirklich gut und wichtig ist, zu prüfen:

    • Welche Empfindungen tauchen bei mir auf, wenn ich eine bestimmte Farbe betrachte?
    • Was fühlt sich für mich stimmig an, unabhängig davon, was gemeinhin über Farben und ihre Wirkweise gelehrt wird?
    • In welchem Kontext steht die jeweilige Farbe derzeit in meinem (Er-)Leben?

    Auch sei hier noch einmal darauf hingewiesen, wie lohnend es ist, zu schauen, mit welchen anderen Farben ein Farbton zusammen wirken darf und kann. (Siehe das Beispiel „Wald“: Grün und Braun.)

    Vielleicht magst du die eine oder andere Praxis aus diesem Beitrag ausprobieren und bekommst so ein erstes Gefühl dafür, wie sehr die innere Arbeit mit Farben deinen Alltag bereichern kann.

    ♥, Meike


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    Abbildung der Chakren: Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay
    Bild „Wassertropfen“ von Anja auf Pixabay
    Bild „Wald“ von Delyth Williams auf Pixabay

    1. Isaac Newton: „Optik oder eine Abhandlung über die Reflexion, Brechung, Beugung und die Farben des Lichtes“, London, 1704 ↩︎
    2. Farbkreis nach Itten ↩︎
    3. Als Quelle und Anregung diente mir für diesen Abschnitt unter anderem das Buch „Farbwelten“ von S. Hoppen, 2010, Gerstenberg Verlag ↩︎
    4. Türkis zählt im Farbkreis von Itten genau genommen zu den Tertiärfarben. ↩︎
    5. Braun ist nicht im Farbkreis von Itten enthalten, daher führe ich es unter „neutrale Farben“ auf. Viele ordnen es jedoch den warmen Farben zu, was ich für legitim und nachvollziehbar halte. ↩︎
  • 5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

    5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

    Zu viel um die Ohren? Vielleicht ist unter diesen fünf einfachen Tipps zum Stressabbau etwas dabei, das dir zusagt. Erfahre hier, was helfen kann, um wieder in einen Zustand der relativen Ausgeglichenheit zu gelangen, so dass in der Folge weiterführende Entspannungstechniken besser greifen können.

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    „Wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, dann wirkt er.“ (Francesco Petrarca)

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    Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich im Grünen. Es ist ein lauer Sommertag und ein leises Lüftchen geht. Ich befinde mich, so könnte man sagen, gerade in einer absolut stressfreien Zone. Für meine Kreativität ein Glücksfall; nicht immer kann man unter solch angenehmen Bedingungen schreiben, leben, arbeiten. Dankbarkeit macht sich breit. Solche Gegebenheiten waren rar in den letzten Monaten. Allzu oft überwog die Geschäftigkeit und in der freien Zeit war ich zu müde, um mir in ausreichendem Maße Gutes zu tun.

    Apropos sich etwas Gutes tun – ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Ausbildung zur Entspannungstherapeutin: Die Teilnehmer standen im Rund und vertrieben sich die Pausenzeit mit Smalltalk. Eine Dame war im Begriff, von einem eigentlich sehr unspektakulären Ereignis zu berichten (der Kontext sei hier einmal vernachlässigt) und setzte an, zu erzählen: „Tja, so etwas passiert mir auch hin und wieder. Zum Beispiel letztens. Da saß ich auf dem Sofa, meine Füße steckten gerade seit zwei Sekunden in einem Rosenbad, als es an der Tür klingelte…“
    Sie wurde durch eine andere Kursteilnehmerin jäh unterbrochen: „Siehst du!“, rief sie laut aus, „genau das ist es! Genau das macht den Unterschied! Man muss es einfach nur tun!“ In ihrem Blick lag so etwas wie Sehnsucht.

    Was sie meinte, war das Rosenbad. Ein Akt der Selbstfürsorge, eine Unterbrechung des rein funktionalen Daseins, eine Tat ohne Erwartung eines für andere sichtbaren Ergebnisses. Einfach so, inmitten – oder vielmehr trotz – des Alltags.

    Wieder zu sich selbst finden

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es fast wie ein inner-revolutionärer Akt anmuten kann, wenn man nach langer Zeit der übermäßigen Geschäftigkeit zum ersten Mal wieder etwas für sich selbst tut. Seltsam, fast fremd, fühlt es sich dann an, wieder Zeit auf das eigene Sein zu verwenden und nicht auf die äußere Welt. Es ist eine leise, zaghafte Annäherung an das ewige Sehnen, welches tief in uns wohnt. Das Sehnen nach Wohlgefühl, Heilung, Ganzwerden, Angenommensein. Nach der Abwesenheit von Stress.

    Wenn ich mich lange nicht in ausreichender Form um mich selbst gekümmert habe, dann ist es mir oftmals nicht möglich, sofort wieder mit langen Meditationen oder Dergleichem zu beginnen. Da muss was Leichteres, Einfacheres her. Eine seichte Entspannungsmethode für den Wiedereintritt in ein stressreduziertes Leben quasi.

    Doch…wie kann so etwas aussehen, welche Methode eignet sich, wenn es darum geht, überhaupt erst einmal wieder in eine gelassenere Grundhaltung zu finden? Die folgenden Punkte haben sich für mich und viele andere als sehr hilfreich erwiesen:

    Natur-Erfahrungen

    Es kann wahre Wunder wirken, sich nach stressigen Zeiten auf einen einfachen Spaziergang in die Natur zu begeben – am besten alleine, ohne Partner oder Freunde, denn auf diese Weise ist viel mehr „Wahrnehmungskapazität“ vorhanden: Wir können uns ganz der Natur widmen und uns als einen Teil von ihr erleben.
    Sehr gut für die ganz persönliche Natur-Zeit eignen sich Waldgebiete oder auch, falls möglich, das Meer bzw. ein Seeufer.

    Meer

    Naturgenuss und -wirkung 2.0 sozusagen entstehen übrigens, wenn man sich dazu entschließt, nicht nur umherzugehen, sondern sich an einen geeigneten Ort zu setzen (oder falls dies nicht möglich ist, hier und da für einen Augenblick stehenzubleiben) und seine Sinne zu trainieren:

    • Was höre ich?
    • Was sehe ich?
    • Was rieche ich?
    • Was spüre ich?

    All das unterstützt das Verweilen im gegenwärtigen Moment, das Aufmerksamsein. Und es lässt Alltagsgedanken und -sorgen für eine Weile verstummen.

    Ich empfehle übrigens, in der warmen Jahreszeit und auf geeignetem Untergrund (z.B. auf Wiesen, im Garten, im Sand, etc.), barfuß zu laufen. Das trainiert die Fußmuskulatur und schafft eine direkte Verbindung mit Mutter Erde, die reich an Elektronen ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese vom Körper aufgenommen werden können und dort antioxidativ wirken.1 Auch das Schwimmen in natürlichen Gewässern (also in Seen oder im Meer) hat einen ähnlichen Effekt.

    Entspannungsmusik

    Ruhige, meditative Klänge können dabei helfen, sich selbst wieder in die Ruhe zu führen. Meine Erfahrung ist: Je minimalistischer desto besser. In Zeiten von Streamingplattformen steht einem dafür eine schier unvorstellbar große Auswahl an Künstlern, Playlists und Klängen zur Verfügung. Nutzen wir doch einfach dieses Geschenk!

    Mich macht schöne Entspannungsmusik übrigens immer superkreativ, deshalb höre ich sie auch gerne, wenn ich am Schreiben/Arbeiten bin. Das Fokussieren fällt mir leichter und ich gelange schnell in eine entspanntere Grundhaltung. So geht es vielen anderen Menschen auch. Hast du schon einmal ausprobiert, Meditationsmusik o.ä. im Hintergrund laufen zu lassen, während du arbeitest?

    Routinen

    Auch Routinen können ihren Beitrag dazu leisten, wieder in die eigene Mitte zu kommen. Sie beruhigen den Geist, weil sie ein zumindest temporäres Gefühl von innerer Sicherheit schenken und somit weniger Energie verbraucht wird. Die Botschaft, die man damit an sich selbst richtet, ist: „Da ist etwas, das ich unter Kontrolle habe“. Selbst Tiere etablieren, wann immer es möglich ist, Routinen, um Energie zu sparen.

    Ich halte nicht sehr viel davon, Routinen übermäßig stark zu verfolgen oder auszuleben, aber für Zeiten großer Unruhe – oder eben auch für die Zeit danach – können wiederkehrende, gleichartig gestaltete Abläufe sehr beruhigend wirken. Wem es also hilft, der kann zum Beispiel für eine kurze Zeit

    • feste Uhrzeiten für sich täglich wiederholende Tätigkeiten wählen oder
    • eine bestimmte Art/Reihenfolge festlegen, wie Dinge getan werden.

    Das mag generell erst einmal komisch anmuten, aber vielen hilft es tatsächlich sehr.

    Fantasiereisen / Traumreisen

    Wenn es nicht gelingt, in die Meditation zu gehen, man aber trotzdem der Ruhemeditation ähnliche Zustände erreichen und für sich nutzen möchte, können Fantasiereisen (auch Traumreisen genannt) eine gute Wahl sein. Dies sind kleine, geführte „Ausflüge in die Imagination“, die meist mit geschlossenen Augen genossen werden und angenehme Bilder und Gedanken hervorrufen, die wiederum zur Entspannung beitragen.

    Gezielt die Sinne anregen, z.B. mit Düften

    Ein oft unterschätztes Tool ist die Anregung des Riechsinnes. Naturreine ätherische Öle und hochwertige Räucherstäbchen (ich empfehle hier die japanischen oder tibetischen ohne Holzstab) können, je nach Inhaltsstoff und persönlicher Vorliebe, eine wunderbare Unterstützung auf dem Weg zu innerer Ruhe sein.

    Ein Tipp: Mache zum Beispiel das Anzünden eines Räucherstäbchens vor Entspannungsmomenten (Meditation, etc.) zur Routine. Der Geist verknüpft den entsprechenden Duft recht schnell mit der Erinnerung an die darauf folgenden Ruhezustände. So gelingt es in schwierigen Zeiten leichter, in die Entspannung zu gelangen.

    Fazit

    Generell kann man festhalten, dass das sanfte Anregen der Sinne eine gute Methode ist, um nach sehr geschäftigen Zeiten wieder in ruhigere Gemütszustände zu gelangen. In der Natur werden gleich mehrere Sinne angeregt, deshalb – und aus vielen weiteren Gründen – halte ich einen Gang in die Natur für unübertroffen wertvoll, aber auch das Anregen eines konkreten Sinnes wie bei Düften, Klängen oder auch Farben, kann helfen.

    Ich weiß…Entspannung braucht freie Zeit, braucht Kapazitäten. Gerade wenn es stressig zugeht, hat man diese nicht immer. Das stellt in der Tat ein großes Problem dar.

    Dazu kommt mir in den Sinn, was ich gestern in einem Podcast hörte. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller) sagte sinngemäß: Erholungszeiten fordern selten von alleine ihr Recht und ihren Raum. Vielmehr muss der Freiraum für Entspannung immer wieder verteidigt werden gegen die To Do’s, gegen all das Müssen und Sollen im geschäftigen Alltag.

    Das Folgende klingt schrecklich profan und wird so oft verwendet, dass schon kaum jemand mehr hinhört, und doch erweist sich dieser simple Spruch als unglaublich weise 😉 :

    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

    ♥, Meike

    _
    Beitragsbild von Candiix auf Pixabay

    1. z.B.: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/acm.2007.7048 ↩︎
    2. Sinngemäßes Zitat, Person ist mir bekannt, möchte jedoch nicht genannt werden, was ich gerne respektiere. ↩︎