Schlagwort: Entspannung

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  • Cha Dao – Der Weg des Tees

    Cha Dao – Der Weg des Tees

    Kommt mit auf eine spannende Reise in die zauberhafte Welt der ostasiatischen Teekultur und lernt Tee neu kennen – als „Cha Dao“, einen Weg zu mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag.

    Der Dampf steigt aus der kleinen Kanne auf, während ich das Wasser über die Blätter gieße. Sofort öffnet sich ein Duft, warm und vielschichtig, als würde der Tee selbst zu atmen beginnen.
    Ich gieße den Tee in die Schale, halte sie in beiden Händen, spüre die Wärme im Porzellan und nehme den ersten Schluck. Er ist weich, lebendig, fast wie eine fließende Landschaft… Für einen Moment wird alles still: es gibt nur den Tee, den Duft und diesen einen gegenwärtigen Augenblick.

    In unserer westlichen Welt ist Tee zwar ein beliebtes Getränk, jedoch wird dem Akt der Zubereitung eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt: Teebeutel sind oft das Mittel der Wahl, und aufgegossen wird meist in klassischen Thermoskannen o.ä. Das geht schnell und einfach, und genau das soll es für viele auch sein.

    Ich möchte hier von einer anderen Art erzählen, Tee zuzubereiten und zu konsumieren – einer Art, die inspiriert ist von der wunderbaren, jahrtausendealten Teekultur Asiens. Dort hat der Tee, genauer gesagt die Teepflanze (Camellia sinensis), eine enorme wirtschaftliche, kulturelle und spirituelle Bedeutung.

    Wenn man in Asien von Tee spricht, sind nicht unbedingt verschiedene Kräutertees gemeint, wie es hierzulande oft der Fall ist, sondern vielmehr eine ganz bestimmte Pflanze – die Teepflanze, Camellia sinensis, aus der nicht nur grüner, sondern auch weißer, gelber und schwarzer Tee sowie Oolong und fermentierter Tee (z.B. Pu Erh Tee) gewonnen werden.

    Teepflanze, Teegarten
    Die Teepflanze (Camellia sinensis) – Teegarten

    Bevor ich begann, mich intensiv mit Tee auseinanderzusetzen, war mir gar nicht bewusst, dass all diese bekannten Tees, ob z.B. grün oder schwarz, aus ein- und derselben Pflanzenart stammen.

    In Ostasien kennt man kaum Literaufgüsse, wie es hierzulande verbreitet ist. Der Tee wird dort vielmehr in sehr kleinen Mengen, dafür jedoch öfter (bis zu sechsmal oder häufiger) aufgegossen. Durch die höhere Blatt-Wasser-Konzentration entsteht ein wesentlich intensiveres Geschmacksprofil und in jedem Aufguss dominiert eine andere Note. Auf diese Weise kann der Teegenuss zu einer wahren Sinnesreise werden.

    Teezubereitung als stille Praxis

    Die Teezubereitung beginnt im Grunde genommen mit ein paar sehr einfachen Handlungen: Wasser wird erhitzt, Blätter werden aufgegossen, eine Schale wird in die Hände genommen. Wie bereits angedeutet, ist dieser Moment in vielen Kulturen Ostasiens jedoch mehr als die bloße Zubereitung eines Getränks. Er kann zu einer stillen Praxis werden, zu einer Form der Sammlung.

    Deshalb sprechen manche vom „Weg des Tees“, in China bezeichnet als Cha Dao (茶 chá = Tee; 道 dào = Weg, Prinzip, Lehre, Methode, auch Lebensweg) – ein Begriff, der weniger eine feste Lehre beschreibt als eine Haltung gegenüber dem Moment.

    Teegeschirr asiatisch
    typisch asiatische Teekeramik: eine kleine Teeschale mit einem sog. „Houhin“

    Die ostasiatische Methode der Teezubereitung eignet sich besonders gut für die innere Sammlung, weil sie ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. Die Blätter entfalten sich im Wasser, der Duft steigt langsam auf, und der Geschmack entwickelt sich Schicht für Schicht. All diese kleinen Ereignisse haben das Potenzial, eine erstaunliche Tiefe zu offenbaren, und wer sich darauf einlässt, beginnt automatisch langsamer, aufmerksamer, ruhiger zu werden.

    Gong Fu Tee – tausend Facetten

    Eine bekannte Form dieser achtsamen Zubereitung ist die in China praktizierte Methode des Gong Fu Cha. Dabei werden die Blätter der Teepflanze in kleinen Gefäßen zubereitet, oft in einem Gaiwan (chinesische „Deckeltasse“) oder einer sehr kleinen Kanne. Die Menge der Blätter ist im Verhältnis zur Wassermenge relativ groß, die Aufgüsse sind kurz (oft nur wenige Sekunden lang), und derselbe Tee wird mehrfach aufgegossen. Jeder Aufguss zeigt eine neue Facette: einmal treten florale Noten hervor, dann eine weiche Süße, später vielleicht mineralische oder röstige Nuancen. Das Trinken wird zu einer langsamen Abfolge von Begegnungen mit ein- und demselben Tee.

    Gong Fu Teezeremonie
    Klassische Utensilien für eine chinesische Teezeremonie

    Diese Form des Teetrinkens wirkt fast wie eine Meditation mit einer relativ festgelegten Abfolge von Handlungen. Gefäße werden erwärmt, Wasser wird eingeschenkt, die Tassen werden gefüllt.

    Zwischen den Aufgüssen entstehen kleine Pausen. In diesen Momenten geschieht nichts Spektakuläres, und gerade darin liegt ihre Wirkung. Die Aufmerksamkeit sammelt sich, Gedanken treten in den Hintergrund, und der Tee wird zum Mittelpunkt einer stillen Erfahrung.

    Hier könnt ihr einen kleinen Einblick gewinnen:

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    Kurzer Eindruck einer Gong-Fu-Session

    Die Teepflanze (aus der die verschiedenen Teesorten hervorgehen, wie wir bereits gelernt haben) eignet sich besonders gut für die chinesische Gong-Fu-Methode. Theoretisch kann natürlich auch Kräutertee in kleinen Kannen bzw. Mengen wiederholt aufgegossen werden, jedoch wird man kaum eine vergleichbare Sinnesreise erleben wie bei der Teepflanze selbst.
    Darüber hinaus besitzt die Teepflanze auch gewisse Stoffe, die passionierte Teetrinker ihrer Wirkung wegen sehr schätzen. Neben Koffein sei hier L-Theanin genannt. Diese beiden (und weitere) Stoffe in Kombination sind für die typische „entspannte Klarheit“ verantwortlich, die sich während des Teegenusses einstellt. Koffein weckt, während L-Theanin eine beruhigende Wirkung hat (vereinfacht dargestellt).

    Bowl Tea – Einfachheit und Tiefe

    Doch der Weg des Tees muss nicht immer mit einer ausgearbeiteten Methode verbunden sein. Es gibt auch eine sehr viel einfachere Form des Teetrinkens, die in China seit Jahrhunderten verbreitet ist. Man nimmt eine Schale oder ein Glas, gibt einige Teeblätter hinein und gießt heißes Wasser darüber. Die Blätter sinken, steigen wieder auf, entfalten sich langsam. Diese schlichte Art wird manchmal als Bowl Tea oder als freies Teetrinken bezeichnet.

    Gerade diese Einfachheit besitzt, wie ich finde, eine eigene Schönheit. Es gibt kein Zubehör, wie es beim Gong Fu Tee der Fall ist, keine vorbereitenden Schritte, keine besondere Technik. Man beobachtet einfach, wie sich der Tee entwickelt. Mit jedem Nachgießen verändert sich der Geschmack leicht, während die Blätter weiter arbeiten. Das Trinken wird zu einem ruhigen Begleiten dieses Prozesses.

    Bowl Tea
    Bowl Tea

    Viele Menschen empfinden genau diese Form als besonders meditativ. Die Schale in den Händen zu halten, den aufsteigenden Duft wahrzunehmen und die Blätter im Wasser treiben zu sehen kann eine erstaunlich beruhigende Wirkung haben. Der Tee verlangt nichts – außer Aufmerksamkeit. Er entsteht einfach aus der Begegnung von Wasser und Blatt.

    In dieser Hinsicht unterscheiden sich die beiden Formen, Gong Fu und Bowl Tea, weniger, als es zunächst scheint. Die eine ist präziser und strukturierter, die andere freier und unmittelbarer. Doch beide führen zu einer ähnlichen Erfahrung: Sie verlangsamen den Moment, schaffen Raum für Wahrnehmung und erinnern daran, dass selbst einfache Handlungen eine große Tiefe besitzen können.

    Die japanische Teezeremonie

    Die japanische Teezeremonie, (茶道, Sadō oder Chadō), ist im Vergleich zur chinesischen Gong-Fu-Methode eine stärker ritualisierte Form, für die der bekannte Matcha-Tee verwendet wird. (Matcha ist pulverisierter Grüntee. Ihr seht: auch hier kommt wieder die Teepflanze zum Einsatz. 🙂 )

    Diese wunderbare, aus vielen sehr genau festgelegten Schritten bestehende Zeremonie entwickelte sich maßgeblich unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus und erreichte ihre klassische Form im 16. Jahrhundert durch den Teemeister Sen no Rikyū.

    Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Zubereitung des Tees, sondern vor allem Haltung und Atmosphäre: Ruhe, Achtsamkeit und respektvolle Begegnung. Jede Bewegung ist bewusst gestaltet, sodass die gemeinsame Teestunde zu einem Moment konzentrierter Gegenwärtigkeit wird. In diesem Video findet ihr einen ersten Eindruck:

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    Ein kleiner Nachteil ist, dass die japanische Teezeremonie sich nicht so einfach umsetzen lässt wie die Methoden, die z.B. in China und Korea (sich sehr ähnelnd) vorherrschen. Für die japanische Teezeremonie braucht es zwingend ein Gegenüber und am besten einen erfahrenen Meister. Und den findet man hierzulande wahrlich selten… Falls ihr Interesse an einer japanischen Zeremonie habt, werdet ihr jedoch zum Beispiel hier fündig.

    Sich ganz dem Moment widmen

    Für mich liegt die eigentliche Bedeutung von Cha Dao, von Tee als Weg, nicht primär in der Perfektion der Technik, sondern in der Qualität der Gegenwart. Obwohl man durchaus argumentieren könnte, dass das eine das andere hervorbringt.

    Wie dem auch sei… Jedenfalls gilt: Ob man mehrere kleine Aufgüsse in ruhiger Folge zubereitet („Gong Fu Cha“) oder einfach eine Handvoll Blätter in eine Schale legt („Bowl Tea“) – der entscheidende Schritt ist derselbe. Man hält inne und widmet sich für eine gewisse Zeit ganz dem, was gerade geschieht.

    Sich dem Tee zu widmen, führt den Geist zurück in den gegenwärtigen Augenblick.

    Für viele haben sich Teezubereitung und -genuss dadurch zu einer Art Mini-Auszeit vom Alltag entwickelt. Sich dem Tee voll und ganz zu widmen, führt den Geist zurück in den gegenwärtigen Augenblick.

    Gong Fu Cha
    Teezubereitung in einem chinesischen Gaiwan

    Und so beginnt Cha Dao, der Weg des Tees, genau dort, wo eine Tasse Tee bereitet wird: In der Sorgfalt einer Gongfu-Sitzung ebenso wie in der schlichten Geste, einige Blätter in eine Schale zu legen und Wasser darüber zu gießen. Aus dieser Einfachheit entstehen Momente der Ruhe und Aufmerksamkeit, die ein wenig von jener stillen Klarheit schenken, die so viele Menschen suchen.


    Bilder von Pexels, mirkostoedter und Tianrun auf Pixabay, Wikipedia sowie aus eigenem Archiv.

  • Naturzeit: Waldbaden, Wandern und Co.

    Naturzeit: Waldbaden, Wandern und Co.

    Waldbaden ist nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität, sondern sogar anerkannter Therapieansatz. Lasst uns herausfinden, was diese Aktivität so besonders macht und was sie vom klassischen Wandern oder Spazierengehen unterscheidet.

    Die Ursprünge des Waldbadens

    Das „Waldbaden“, auch bekannt als „Shinrin-Yoku“, stammt aus Japan und ist eine Praxis, die darauf abzielt, die positiven physischen und psychischen Effekte des Aufenthalts im Wald zu nutzen.

    Die Definition des Waldbadens entwickelte sich in den 1980er-Jahren. Heute ist der Begriff weltweit anerkannt; die Methode wird seit vielen Jahren als natürliche Therapieform zur Stressbewältigung, Förderung der Gesundheit und Verbesserung des Wohlbefindens eingesetzt. Grund genug, sich diesen Trend einmal genauer anzusehen. 

    Naturzeit im Wald

    Der Unterschied zu anderen Natur-Aktivitäten 

    Waldbaden unterscheidet sich von einem einfachen Spaziergang bzw. Aufenthalt im Wald durch seine Langsamkeit und seinen betont achtsamen Ansatz. Es gibt keine festgelegte Route; man könnte sagen, das Ziel ist das Da-Sein selbst.  

    Auch zu Aktivitäten wie zum Beispiel dem Bushcraften gibt es beim Waldbaden einen Unterschied: Jemand, der Survival, Bushcraft und ursprüngliche (Über-)Lebensmethoden in der Natur praktiziert, verbringt ebenfalls sehr viel Zeit in der Natur und vor allem mit Naturmaterialien – was, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, auch unglaublich schön und erdend sein kann.

    Beim Waldbaden hingegen geht es weniger ums Tun, sondern vielmehr ums Wahrnehmen. Wir sind nicht mit Dingen, Materialien oder dem physischen Erschaffen von etwas beschäftigt, sondern mit spüren, lauschen, fühlen.

    Bäume emittieren flüchtige organische Verbindungen, darunter sog. Phytonzide. Diese besitzen nachweislich antimikrobielle Eigenschaften, insbesondere antibakterielle und teilweise antivirale Effekte1.

    Dr. Quing Li, einer der führenden Wissenschaftler im Bereich Waldbaden, hat Studien durchgeführt, die zeigen, dass das Einatmen der Phytonzide die Aktivität von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) im Immunsystem steigern und so die Abwehrkräfte stärken kann.2

    Alleine oder in der Gruppe?

    Inzwischen wird relativ häufig auch geführtes Waldbaden angeboten. Diese Kurse und Veranstaltungen sind hilfreich, wenn man einen Anreiz oder Anstoß braucht, um ins Tun zu kommen, oder wenn man weiß, dass man alleine ohnehin nicht losgehen würde und Gemeinschaft sehr schätzt.

    Waldsee

    Allerdings, und das finde ich ganz wichtig zu betonen, funktioniert Waldbaden auch sehr gut ohne Anleitung. Es ist etwas, das nicht erlernt, sondern vielleicht einfach erinnert werden muss. Denn im Grunde genommen spüren wir alle, dass ein Aufenthalt in der Natur Körper und Seele guttut. Je ruhiger wir innerlich werden, desto leichter fällt es uns auch, den Aufenthalt im Wald mit all unseren Sinnen zu genießen, Abstand zu nehmen von der Eile und einfach Kraft zu tanken. 

    Wenn du das Waldbaden versuchen möchtest, dann entscheide selbst, ob es dir leichter fallen würde, eines der entsprechenden Angebote anzunehmen oder ob du jemand bist, der sich auch alleine aufmachen würde, um von einem Aufenthalt im Wald zu profitieren. Lohnend ist es in beiden Fällen. 

    Nimmst du eines der Angebote in Anspruch, hast du natürlich den Vorteil, dass du Hintergrundinfos und Tipps bekommst, von denen du sonst nicht gewusst hättest. Wissenschaftliche Erkenntnisse3 zum Beispiel, oder auch einfach eine Antwort auf grundlegende Fragen, die als Neuling vielleicht auftauchen (“Wie kann ich den Wald wirklich wahrnehmen, wie fange ich an und was kann ich tun, um bestmöglich von meiner Zeit in der Natur zu profitieren?”).  

    Tipps für den Anfang

    Im Folgenden findest du einige grundlegende Tipps für deinen Start ins Waldbaden: 

    • Langsames Gehen: Bewegen dich bewusst und ohne Eile durch den Wald. 
    • Die Sinne aktivieren: Achte zum Beispiel auf die Geräusche der Blätter, den Duft der Erde und die Farben der Umgebung. 
    • Bewusst atmen: Nehme die frische Luft bewusst wahr und atme langsam und gleichmäßig. 
    • Interaktion mit der Natur: Berühre Baumrinden, beobachte Pflanzen oder setze dich einfach auf den Waldboden oder einen Baumstumpf. 
    • Digitale Entgiftung: Lasse am besten elektronische Geräte zu Hause oder schalte sie aus, um Ablenkungen zu vermeiden. 
    • Barfußlaufen: Das direkte Spüren des Bodens fördert die Erdung und steigert das sensorische Erlebnis. 
    • Meditation im Wald: Das Kombinieren von Meditation mit einem Aufenthalt im Wald kann die positiven Effekte beider Methoden verstärken. 
    Der Klang des Waldes - leiserleben.de

    Die Natur neu erleben

    Waldbaden ist eine kraftvolle Methode, um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Es ist eine Einladung, die Natur auf eine neue, tiefere Weise zu erleben und die Verbindung zwischen Mensch und Umwelt zu stärken. In einer Welt, die oft von Hektik und digitalen Ablenkungen geprägt ist, bietet die ganz persönliche Naturzeit im Wald eine wunderbare Gelegenheit, seinen Alltag zu entschleunigen (Entschleunigung fühlbar zu machen) und das persönliche Wohlbefinden zu steigern. 

    Wandern – ganz anders und doch ähnlich

    Beim Wandern und auch beim klassischen Spazierengehen kann man von vielen der Vorteile profitieren, die auch das Waldbaden bietet – und gleichwohl schenken diese Aktivitäten einen anderen, ganz eigenen Erlebnis- und Erkenntnisraum. 

    Wenn man wandert, ist man körperlich immer in Bewegung, ganz im Gegensatz zum Waldbaden. Das bietet einerseits weniger Raum zum Spüren, Hinhören, Fühlen; andererseits schenkt es die Möglichkeit, in eine besondere Art von Gewahrsein zu gelangen.

    Meine Erfahrung ist, dass erst nach dem Zurücklegen von ca. acht bis zehn Kilometern wirklich erfahrbar wird, was das Wandern, das Gehen, bewirken kann. Während der ersten paar Kilometer ist der Kopf häufig noch voller Gedanken und die Aufmerksamkeit mal hier, mal dort. 

    Doch je mehr Strecke man zurückgelegt hat, desto ruhiger wird der Geist, desto mechanischer die Schritte, und schließlich macht sich eine besondere Art von Klarheit bemerkbar. Ich möchte es beschreiben als eine Stille, die beobachtet, während man in Bewegung ist. Fast so, als würde man sich gehend in Meditation befinden. Viele Trekking-Erfahrene beschreiben diesen Zustand als „Flow“.

    Natur erleben

    Für mich ist das Wandern daher eine Aktivität, die ich gerne alleine vollziehe, denn so scheint mir diese Erfahrung am intensivsten und schönsten. Gemeinsam Wandern kann auch angenehm sein, und auch das tue ich hin und wieder, doch wenn ich mich alleine aufmache, ist das Erleben tiefer, die Stille hörbarer, der Geist weniger abgelenkt.  

    Falls du Lust am Wandern verspürst, jedoch nicht alleine losgehen möchtest und keiner deiner Bekannten dein Hobby teilt, kann ich dir Wandervereine empfehlen. Der Deutsche Volkssportverband e.V. (DVV) hat zum Beispiel ein großes Angebot für regionale Wandertage, geführte Wanderungen usw. – dort wirst du bestimmt fündig.  

    Die Natur wirkt immer heilsam

    Ob nun Waldbaden, Wandern oder ein einfacher Spaziergang – es kommt immer ein bisschen darauf an, mit welcher Intention man an die jeweilige Betätigung herangeht, welcher Typ man ist und welchen Nutzen man vorrangig aus den Aktivitäten ziehen möchte.

    Und allzu oft lassen sich diese Aktivitäten auch gar nicht voneinander trennen. Irgendwie ja auch nachvollziehbar, denn schließlich ist der große gemeinsame Nenner das Naturerleben, das Sein inmitten von Grün, Leben, Ursprung und Frische. Und das wirkt immer heilsam, ganz egal in welcher Form. 🙂


    1. https://en.wikipedia.org/wiki/Phytoncide
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32906736
      ↩︎
    2. https://link.springer.com/article/10.1007/s12199-008-0068-3
      ↩︎
    3. https://dec.ny.gov/nature/forests-trees/immerse-yourself-for-better-health ↩︎

    Bildquellen: Kurt Bouda auf Pixabay, Harmony Lawrence auf Pixabay, Pexels auf Pixabay, Andreas Hoja auf Pixabay

  • Earth Art: Naturmandalas legen

    Earth Art: Naturmandalas legen

    Naturmandalas sind kleine, temporäre Kunstwerke, die aus und in der Natur entstehen. Lies hier über diese wunderbare, meditative Beschäftigung und kreiere anschließend dein eigenes Mandala, wenn du magst. 🙂

    ***

    Mandalas sind in vielen spirituellen und kulturellen Traditionen ein Symbol für Ganzheit und Harmonie – bestimmt hast du sie schon einmal hier und da gesehen. 

    Ein Mandala symbolisiert etwas, das einen Mittelpunkt hat und von dem ausgehend sich Strukturen harmonisch entfalten. Naturmandalas sind demnach ebenfalls symmetrische Muster, die aus natürlichen Materialien wie Blättern, Steinen, Blüten, Samen oder Muscheln gelegt werden. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. 

    Eine Übung in absichtslosem Handeln

    Man mag sich die Frage stellen, wozu das gut sein soll, und sie ist allzu nachvollziehbar, ist doch das Erschaffen dieser kleinen Kunstwerke eine ganz und gar temporäre Sache. Ein Platzregen, eine kräftige Windböe – und alles ist dahin.

    Naturmandalas

    Jedoch liegt gerade darin der unglaublich große Reiz dieser wundervollen Beschäftigung: Es ist eine Übung in Geduld, in absichtslosem Handeln. Ein Naturmandala (häufig auch unter der Bezeichnung Earth Art oder Land Art zu finden) führt einem unweigerlich die Schönheit des jeweiligen Moments vor Augen – aber eben auch die Vergänglichkeit allen Seins. 

    Mit Naturmandalas den Geist beruhigen

    Wenn man also bereit ist, eben diese Vergänglichkeit zu zelebrieren und Zeit zu investieren, ohne einen dauerhaft sichtbaren Gewinn aus seinem Tun zu ziehen (für mich die schwierigste aller Aufgaben 😉 ), dann kann man beginnen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen – und wird feststellen, dass das Legen eines solchen Mandalas ganz wunderbar dabei hilft, den Geist zu beruhigen und somit Achtsamkeit zu fördern.

    Earth Art

    Überdies stärkt es auf ganz zauberhafte Weise die Beziehung zu Mutter Erde. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es auch eine wunderbare Beschäftigung für Kinder: es unterstützt die Konzentrationsfähigkeit, stärkt das Bewusstsein für die Natur, fördert die Kreativität – und bringt die Kleinen hinaus an die frische Luft. 

    Die Materialien

    Die Auswahl der Materialien hängt von der Jahreszeit und dem Ort ab. Wähle am besten respektvoll nur das aus, was in der Natur schon gefallen oder leicht zu entnehmen ist. Hier ist ein bisschen Inspiration für dich: 

    • Frühling: Blumen, frisches Gras, heruntergefallene Blüten von Obstbäumen, etc. (Bitte sei gut zur Natur und pflücke keine Blüten von den Bäumen oder noch intakten Pflanzen – die Insekten benötigen den Nektar dringender als du dein Naturmandala! So braucht die Suche nach schönen Materialien vielleicht ein wenig mehr Zeit, ist dafür aber absolut umweltverträglich.) 
    • Sommer: Muscheln, Sand, farbenfrohe Blütenblätter, Gras, Steine. 
    • Herbst: Bunte Blätter, Eicheln, Kastanien, Hagebutten, Äste, Steine, Muscheln, Samen. 
    • Winter: Tannenzapfen, Äste, Moos, gefrorene Elemente wie Eiskristalle. 

    Die Gestaltung

    Der eigentliche Prozess der Gestaltung ist dann im Grunde genommen denkbar einfach: 

      • Bestimmung des Ortes: Ein ruhiger, flacher Platz, idealerweise in der Nähe der Fundstelle der Materialien. 
      • Design wählen: Beginne in der Mitte und arbeite dich nach außen vor, um die Symmetrie zu bewahren. 
      • Legen des Mandalas: Ordne die Materialien kreisförmig oder in Mustern deiner Wahl an. 

      Mandalas aus Naturmaterialien zu legen schenkt uns lauter wohltuende, heilsame Erfahrungen und passt perfekt in einen bewussten, entschleunigten und achtsamen Lebensstil. 

      Kreative Schaffensprozesse in der Natur sind für mich nicht nur ein kreativer Akt; vielmehr empfinde ich es als eine Form der Meditation. Sie erfordern ein bewusstes Wahrnehmen und Verweilen im Moment, und die regelmäßige Auseinandersetzung mit der natürlichen Welt hilft, ein inneres Gleichgewicht zu finden und gleichzeitig sein eigenes schöpferische Potenzial zu stärken. 

      Falls du also noch nie solch ein Muster in der Natur gelegt hast: Probiere es einfach aus und werde zum Earth-Art-Künstler – es macht unglaublich viel Freude. 🙂

       


      Bilder: Jan Temmel auf Pixabay, Stefan Schweihofer auf Pixabay, StarDiamant auf Pixabay

    1. Slow Living als Alternative und Gegenpol

      Slow Living als Alternative und Gegenpol

      Die Lebensweise des Slow Living kann eine großartige Alternative zu dem hektischen und überladenen Leben darstellen, das heutzutage allzu oft der Standard ist. Hier findest du ein paar Gedanken dazu.

      ***

      Unsere Welt ist von Beschleunigung geprägt: Technologie, Globalisierung und ein ständiges „Mehr“ an Anforderungen führen dazu, dass immer mehr Menschen aller Altersschichten sich gestresst, ausgelaugt und in gewisser Weise entfremdet fühlen.

      Das breite Feld des Slow Living bietet hier eine meines Erachtens zutiefst notwendige Gegenbewegung, quasi ein Angebot, von dem man mitnehmen kann, so viel man mag. Es geht schließlich nicht um das starre Befolgen akribisch aufgestellter Regeln, sondern vielmehr darum, aus differenzierten, zu einem Überbegriff und einer Bewegung kumulierten Ansätzen das herauszusuchen, was für einen selbst funktioniert; das, mit dem man sich wohlfühlt und von dem man weiß, dass es in das individuelle Alltagsgeschehen integrierbar ist. 

      Leiser zu leben, entschleunigter zu leben, soll in erster Linie Freude und ein Plus an Wohlgefühl bereiten. Nur so kann es die Pfade freilegen, die zu gehen es notwendig ist, um zu einer gelasseneren Grundhaltung zu gelangen. 

      Technologie als Stressfaktor

      Ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und die Erwartung, rund um die Uhr produktiv zu sein, sind zum einen relativ neue Erscheinungen, an die wir als Kollektiv erst bedingt gewöhnt sind, und zum anderen setzen sie Menschen schlichtweg unter Druck. Dieser digitale Overload führt nicht nur zu Konzentrationsproblemen, sondern häufig auch zu einem Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. 

      Wir können uns daher dazu entschließen, bewusste Offline-Zeiten einzuführen und vielleicht sogar unsere eigene Nutzung von Technologie einmal zu hinterfragen. Generell bin ich ein großer Freund von technischen Weiterentwicklungen, die das Leben leichter und angenehmer machen, jedoch muss meiner Meinung nach eben auch der bereits erwähnte Ausgleich gegeben sein, und mit ihm die Erkenntnis darüber, was uns in unserem Alltag nützt und was vielleicht den digitalen Overload begünstigt, weil es nicht wirklich notwendig ist.  

      Gesellschaftlicher Wandel

      Burnout, Depressionen und andere stressbedingte Erkrankungen nehmen weltweit zu. Immer mehr Menschen spüren, dass sie mit der Flut an Informationen und der Schnelligkeit, mit der das Leben vonstatten geht, nicht mehr mithalten können und suchen nach Alternativen, um wieder mehr Kontrolle über ihre Zeit und ihre Energie zu gewinnen. Sie sehen die Notwendigkeit, den Fokus auf persönliche Werte, Beziehungen und Lebensfreude zu legen, anstatt sich von äußeren Erwartungen treiben zu lassen. 

      Hier bietet sich das Lebensmodell des Slow Living an, um in dem stabilisierenden Rahmen eines klar definierten Begriffes erste Schritte hin zu einer neuen Art von Einfachheit und Klarheit zu unternehmen. Vielleicht findet man sogar Gleichgesinnte; vielen hilft es schließlich sehr, ein Stück des Weges zusammen mit Menschen zu gehen, die die gleiche Philosophie leben.

      Verzicht als Gewinn

      Die massiven Probleme, mit denen unsere Welt zu kämpfen hat, beispielsweise die weltweite Ressourcenknappheit oder die Ausbeutung der Erde sowie einiger Völker, machen deutlich, dass unser Lebensstil alles andere als nachhaltig ist.  

      Slow Living bietet eine sofort lebbare Vision, in der weniger Konsum nicht als Verzicht, sondern als Gewinn erfahren wird. Indem wir weniger kaufen, gebraucht kaufen, Sharing betreiben, lokal konsumieren und langlebige Produkte bevorzugen, können wir nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch eine neue und intensivere Beziehung zur Natur aufbauen. All das ist freilich doppelt lohnend: Wir tun nicht nur uns selbst, sondern auch Mutter Erde und unserer gesamten Menschheitsfamilie etwas Gutes. 

      Jetzt und Hier: Es braucht keine Wartezeit

      Das Schönste ist für mich an Lebensphilosophien wie Slow Living ist, dass es keine Wartezeit braucht. Wir können heute starten. Ohne Investition, ohne Vorbereitung, ohne einen allzu genauen Plan, ohne vorausgehende Veränderungen. Einfach durch unsere Entscheidung. Und dann, im weiteren Verlauf, haben wir immer noch die Möglichkeit, neue Informationen einzuholen, Teilbereiche zu optimieren oder uns alles noch einmal ganz anders zu überlegen und neu zu starten.

      Genau das macht Slow Living für mich so attraktiv. Ich bleibe frei in der Entscheidung und kann ganz viel für mich und meine Umwelt tun. Wenn ich gerade einmal nicht so viel Zeit oder Kapazität habe, auch mal in Nanoschritten. Und wenn dann mal wieder ein wenig mehr geht, auch mal in ganz großen. 🙂


      Beitragsbild von Joe auf Pixabay

    2. Slow Living im Alltag: wie die Umstellung gelingt

      Slow Living im Alltag: wie die Umstellung gelingt

      Hier findest du hilfreiche Tipps rund um das Thema Slow Living im Alltag: Wie kann eine Umstellung gelingen und was braucht es dafür? Lass‘ uns einen Blick auf verschiedene Aspekte und Ideen werfen.

      ***

      Die Lebensweise des Slow Living in das tägliche Tun zu integrieren, stellt einen Prozess dar, dem – wie allem Neuen – Zeit gegeben werden sollte, um sich entfalten und festigen zu können. 

      In den meisten Fällen sind kleine, schrittweise Veränderungen ohnehin nachhaltiger als schnelle, radikale Grunderneuerungen. Es ist schließlich kein geringes Unterfangen, die individuelle Lebensweise umfassend zu hinterfragen und sie in relevanten Bereichen durch neue, gesündere und verträglichere Praktiken zu ersetzen.

      Meine Empfehlung ist daher, nicht gleich zu viel von sich selbst zu erwarten und in kleinen Schritten voranzugehen. Auf diese Weise erreichen wir am ehesten eine Veränderung, die von Dauer ist – und das ist es ja schließlich, was wir letztendlich anstreben, wenn wir beginnen, unsere Gewohnheiten umzuwandeln.  

      In den meisten Fällen sind kleine, schrittweise Veränderungen nachhaltiger als schnelle, radikale Grunderneuerungen.

      Im Folgenden sei einmal grob umrissen, wie die ersten Schritte sich gestalten könnten, wenn du beginnen möchtest, Slow Living im Alltag zu leben.

      Stress – ein komplexes Thema

      Gut für den Einstieg in ein entschleunigtes Leben ist es meiner Empfindung nach, eine kleine, einfach gehaltene Analyse des eigenen Lebensrhythmus aufzustellen.

      Werfen wir dafür zunächst kurz einen Blick auf das Thema Stress.

      Stress im Alltag

      Die Entstehung von Stress ist ein komplexes Thema. Da gibt es auf der einen Seite die äußeren Umstände und auf der anderen Seite unsere Reaktion darauf. Äußere Umstände können wir nicht immer ändern – die Art, wie wir mit ihnen umgehen, hingegen schon. Allerdings braucht eine grundlegende Veränderung unserer Verhaltens- und Reaktionsmuster oftmals Jahre und professionelle Unterstützung. Sich selbst so sehr in der Tiefe zu beleuchten, ist unglaublich lohnend; so weit wollen und können wir an dieser Stelle jedoch gar nicht gehen.

      Vielmehr möchte ich den Fokus einmal darauf legen, was wir aus eigener Kraft hier und jetzt verändern können. Die Slow-Living-Philosophie kann und soll immer nur unterstützend wirken und keinesfalls eine Therapie ersetzen. Es ist vielmehr eine Lebenseinstellung, die begünstigende Faktoren für mehr Ruhe und Raum im alltäglichen Leben schafft.

      Den Alltag analysieren

      Beginnen kannst du sinnvollerweise mit einer Art „Bestandsaufnahme“ der dir zur Verfügung stehenden Zeit und wie du sie nutzt. Ein guter erster Schritt ist beispielsweise, eine Woche lang deinen Alltag zu protokollieren. Das mag im ersten Augenblick seltsam anmuten, ist jedoch ein unglaublich hilfreiches Tool.

      Notiere dir, wieviel Zeit du für Arbeit, Freizeit, Familie, digitale Medien und andere Aktivitäten aufwendest. Diese Analyse kann aufzeigen, welche Bereiche unverhältnismäßig viel Energie beanspruchen und wo Prioritäten verschoben werden könnten. 

      Multitasking als Problem

      Auch das Erkennen „digitaler Stressoren“ ist hilfreich, wenn nicht sogar unerlässlich. Viele Menschen unterschätzen die Belastung, die durch ständige Erreichbarkeit oder Multitasking entsteht. Somit ist es nicht nur die sogenannte Bildschirmzeit an sich, die Energie rauben kann, sondern es sind auch die Dinge, die zeitgleich passieren: 

      Eine Nachricht im Messenger beantworten, während man eigentlich gerade mit dem Haushalt beschäftigt ist; Dinge mit dem Partner besprechen, während man nebenbei im Internet surft; während des Telefonierens aufräumen … die Beispiele sind zahllos. So etwas sollten wir lernen zu erkennen und zu vermeiden – es raubt uns wertvolle Kraft! 

      Den Alltag in Balance bringen

      Hilfreich ist es außerdem, die individuellen Bedürfnisse zu identifizieren. Slow Living im Alltag wirklich zu leben bedeutet, den persönlichen Rhythmus zu finden – einen, der Raum für Regeneration und Freude lässt.

      Wenn du magst, überlege einmal ganz grundsätzlich, welche Aktivitäten dir Energie geben und welche dich auslaugen, und stelle sie am besten schriftlich gegenüber. Dies halte ich für einen essenziellen Schritt, denn zwar kann nicht alles, was unangenehm anmutet, vermieden werden; jedoch finden wir durch eine gründliche Analyse leichter Wege, um unseren Alltag besser in Balance zu bringen. 

      Hier ein paar kleine Schritte für den Einstieg: 

      • Digitale Entgiftung: 
        Wenn es dir hilft, lege bestimmte Zeitfenster für Offline-Zeiten fest. Entsprechende Apps können helfen, die Bildschirmzeit zu überwachen. 
      • Zeit für Achtsamkeit: 
        Beginne den Tag mit zunächst ganz kleinen Achtsamkeitsübungen wie etwa Fünf-Minuten-Meditationen oder tiefem Atmen.   
      • Einfache Genussmomente: 
        Integriere bewusste Rituale in deinen Alltag, wie das Genießen einer Tasse Tee oder das Zubereiten einer Mahlzeit ohne Eile. Diese kleinen Veränderungen fördern eine positive Wahrnehmung des Moments und stärken das Gefühl der Zufriedenheit. 

      Qualität über Quantität

      Generell ist es wichtig, das richtige Mindset zu entwickeln. Wenn Qualität über Quantität gestellt werden soll, bedeutet dies nicht nur, Dinge bewusster wahrzunehmen und öfter im gegenwärtigen Moment zu verweilen, sondern auch, Dankbarkeit zu entwickeln für das, was in unserem Leben ist. Dankbarkeit kann sich jedoch häufig erst einstellen, wenn das Leben bereits ein wenig entschleunigt ist, weil zuvor nicht ausreichend Kapazität für die notwendige Wahrnehmung vorhanden war.

      Und hier sind wir wieder beim Faktor Zeit: Nichts geht von heute auf morgen, nicht alles wird einfach umsetzbar sein. Und vieles von dem, was du an Tipps auf dieser Webseite findest, möchtest du vielleicht auch gar nicht umsetzen; schließlich passt nicht alles für jeden.

      Meditation

      Sich mit sich selbst auseinandersetzen

      Wenn ich dir jedoch eines ans Herz legen darf, und das ist sozusagen mein größter Wunsch und meine beste Empfehlung für dich: Wenn du es bisher noch nicht oder eher verhalten getan hast, beginne, dich intensiv mit dir selbst, deinem Körper und deiner Psyche auseinanderzusetzen.

      Hinterfrage deine Verhaltensweisen, versuche, ehrlich zu dir zu sein, erforsche dein Inneres – vielleicht sogar gemeinsam mit einem Coach, Psychologen oder Heilpraktiker. (Das wäre dann die Annäherung an sich selbst auf sehr tiefer Ebene, die ich eben erwähnte. Als jemand, der selbst schon einmal über längere Zeit psychologische Beratung in Anspruch genommen hat, kann ich sagen, dass es sich immer lohnt, sein eigenes Ich, dieses wilde Gebilde, das sich über viele Jahre ge- und verformt hat, gemeinsam mit einer weiteren Person intensiv anzusehen. Viel Hemmendes, Behinderndes und Unangenehmes lässt sich auf diese Weise auflösen und lockern.)

      Frieden

      Und wenn du magst, schau dir ebenfalls einmal verschiedene spirituelle Richtungen an. Mein Interesse beispielsweise bewegt sich im Bereich der christlichen und islamischen Mystik sowie dem Buddhismus (der übrigens ganz viel Psychologie enthält und ein wunderbarer Weg der Selbsterforschung ist). Das ist nun vielleicht schon ziemlich tiefgehend und speziell, aber es gibt tausend andere Wege, die zu gehen es sich ebenfalls lohnt. Es muss ja nicht gleich ein Theologiestudium sein. 😉

      Ich denke da für Anfänger zum Beispiel an Meditations-Treffen, Tai Chi-Übungen, Achtsamkeits-Kurse, Yoga, … All diese Dinge können sich unglaublich förderlich auswirken. Und ich glaube, die Welt braucht Menschen, die bereit sind, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Vielleicht heute mehr als jemals zuvor. Denn nur wo im Inneren Frieden herrscht, kann er in die Welt getragen werden.

      Jeder Schritt ist ein Erfolg

      Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es keinen „perfekten“ Weg gibt, Slow Living im Alltag umzusetzen. Jeder Schritt in Richtung Achtsamkeit und Entschleunigung ist ein Erfolg. Es mag hin und wieder herausfordernd sein, doch die Belohnung ist ein Leben voller bewusster Momente und sehr viel mehr Erfüllung. 


      Bilder von Gerd Altmann auf Pixabay; EnergieDeVie auf Pixabay; Martin Baumann auf Pixabay

    3. Ruhe finden mit Klangschalen, Zimbeln und Tempelglocken

      Ruhe finden mit Klangschalen, Zimbeln und Tempelglocken

      Hier erfährst du spannende Hintergründe, Infos und Tipps zur Anwendung verschiedener Klangschalen, Tempelglocken und Zimbeln.

      Klangschalen und Klanginstrumente sind wunderbare Tools, um eine heilsame, meditative Atmosphäre zu schaffen: Sie können uns auf einfache Weise darin unterstützen, mehr Ruhe, Gelassenheit und innere Einkehr zu erfahren.

      Grund genug, um einen genaueren Blick auf die Herkunft und Anwendung verschiedener Arten von Klangschalen sowie Zimbeln und Tempelglocken zu werfen.

      Erste Erfahrungen

      Einige Jahre ist es nun schon her, dass ich meine ersten Erfahrungen mit Klangschalen machte. Ich erinnere mich daran, dass ich wie verzaubert war, nachdem ich sie zum ersten Mal angeschlagen hatte. Der Klang schien nicht nur den Raum zu durchdringen, sondern auch auf ganz sonderbare Weise meine Gedanken zu ordnen und mein Inneres zu beruhigen.

      In der Folge kaufte ich mir einige weitere Klangschalen, darunter auch eine Kristallklangschale, die ich bei einer Freundin kennengelernt hatte, sowie ein paar Zimbeln. Heute nutze ich diese wunderbaren Instrumente regelmäßig, um nach einem arbeitsreichen, input-lastigen Tag zur Ruhe zu kommen.

      tibetische Klangschalen
      Tibetische Klangschalen

      Die Klangschale trägt die Gabe in sich, etwas zur Entfaltung zu bringen, das in unserer modernen Hektik oftmals zu wenig Raum findet, nämlich tiefe Ruhe und Entspannung. Der beim Schlagen bzw. Streichen des Klöppels entstehende Ton scheint wie eine Einladung zum Innehalten, Lauschen und Eintauchen in uns selbst.

      Klangschalen und ihre Geschichte

      Die bekanntesten Klangschalen sind wohl die ganz schlicht anmutenden, golden schimmernden tibetischen Klangschalen. Jedoch darf man diese Bezeichnung eher als die Beschreibung einer Produktgattung verstehen, denn die meisten Schalen dieser Art stammen heutzutage tatsächlich nicht aus Tibet, sondern aus Indien. Ebenso produziert werden sie in den umliegenden Regionen des Himalayas, z.B. in Nepal und Bhutan. Sie bestehen aus einer Kupfer-Zinn-Legierung, meist mit einer Reihe von Begleitmetallen.

      Um die Geschichte der Klangschalen ranken sich viele Mythen. Eine der Auffassungen besagt, dass die Ursprünge der Schalen bis ins Altertum zurückreichen, und dass durch die Besetzung Tibets durch China im vergangenen Jahrhundert viel altes Wissen über die Geschichte und die Wirkweise der tibetischen Klangschalen verlorengegangen ist.

      Wissenschaftliche Stimmen betonen, dass es derzeit keinerlei Belege für eine altertümliche Herstellung und Nutzung der Schalen als Therapie-, Klang- oder Meditationsobjekt gibt.

      Wie auch immer die Geschichte der Klangschalen sich tatsächlich zugetragen haben mag – Fakt ist, dass sich die tibetischen Klangschalen heutzutage großer Beliebtheit erfreuen, und das aus gutem Grund: Sie wirken einfach. Meist werden sie als sogenannte Therapieklangschalen für eine Klangmassage verwendet, also für die Anwendung direkt auf dem Körper.

      Klangmassage
      Klangmassage

      Japanische Klangschalen – der Klang des Zen

      Die japanischen Klangschalen werden auch Rin-Schalen genannt. Sie sehen den tibetischen Schalen sehr ähnlich, haben jedoch eine etwas massivere, klarere Form und sind hierzulande nicht allzu bekannt.

      Klangschalen werden in Japan traditionell für Meditations- und Achtsamkeitszeremonien verwendet und sind häufig auch in Zen-Klöstern zu finden. Gelegentlich wird noch zwischen den japanischen und den Zen-Schalen unterschieden; dies bezieht sich allerdings hauptsächlich auf das Herstellungsverfahren: Japanische Klangschalen werden an Drehmaschinen gefertigt und das, was man häufig als Zen-Klangschale beschrieben findet, wird im Gussverfahren hergestellt.

      Gemein haben sie jedoch den bestechend klaren, lange anhaltenden und sehr ausgeprägten Grundton sowie die Verwendungsart (selten bis gar nicht für Klangmassagen, eher in zeremoniellen Anlässen).

      Kristallklangschalen – ein modernes Phänomen

      Kristallklangschalen sind eine moderne Innovation, die ihren Ursprung in den 1980er Jahren in den USA hat. Sie repräsentieren sozusagen eine Weiterentwicklung der bisherigen Traditionen, kombiniert mit neuen technologischen Möglichkeiten. Kristallklangschalen werden aus reinem Quartz hergestellt, der bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen und anschließend entsprechend in Form gegossen wird.

      Kristallklangschale
      Kristallklangschale

      Die Reinheit des Quartzes beträgt meist über 99 Prozent. Dies ermöglicht es den Schalen, die typischen klaren Töne mit langen Resonanzen zu erzeugen.

      Ihre Frequenzen werden oft mit den Chakren, den Energiezentren des Körpers, in Verbindung gebracht. (Wenn du übrigens mehr über die Chakren und die Farben, die ihnen zugeordnet werden, erfahren möchtest, schau gerne einmal in diesen Blogbeitrag, in dem ich ausführlich darüber berichte.)

      Wirkung und Anwendungsbereiche von Klangschalen im Detail

      Klangschalen erzeugen durch das Anschlagen oder auch Anreiben bestimmte Schwingungen, die sich in Tönen und Obertönen manifestieren. Diese Schwingungen liegen im Wesentlichen in einem Frequenzbereich zwischen etwa 50 Hertz und 2000 Hertz (Hauptanteil des hörbaren Spektrums), wobei jede Schale aufgrund ihre Größe, Form und Materialzusammensetzung ganz eigene, für sie charakteristische Frequenzen entwickelt.

      verschiedene tibetische Klangschalen
      Klangschalen gibt es in vielen verschiedenen Größen.

      Lasst uns also kurz zusammenfassen: Kristallklangschalen und japanische Klangschalen werden, wie bereits oben erwähnt, eher nicht auf dem Körper angewendet. Dafür eignen sie sich jedoch besonders gut zur energetischen Raumreinigung, zur Meditation oder zur Arbeit mit Chakren und werden dabei frei im Raum platziert. Dass die Anwendung dieser Schalen nicht direkt auf dem Körper passiert, schmälert das Wirkerlebnis jedoch in keiner Weise. Wer schon einmal die unglaubliche Kraft einer Kristallklangschale erlebt hat, wird mir beipflichten.

      Die tibetischen Klangschalen hingegen kann man ganz wunderbar auf dem Körper anwenden und sie somit für eine typische Klangmassage nutzen. Im Folgenden sei einmal grob beschrieben, welche der tibetischen Schalen man für welchen Körperteil verwenden sollte:

      Da haben wir zunächst einmal die großen tibetischen Schalen bzw. Therapieklangschalen, die auf niedrigen Frequenzen schwingen. Sie ergeben einen tiefen, geerdeten Ton und werden im unteren bis mittleren Bereich des Körpers angewendet. Somit sind sie ideal für die Arbeit mit dem Unterbauch, dem Becken und dem unteren Rücken. Nicht geeignet hingegen sind sie für die Anwendung in Kopfnähe. Das Anschlagen von Schalen dieser Größe wird häufig als sehr beruhigend wahrgenommen.

      Klangbeispiel einer großen und somit niedrig schwingenden tibetischen Klangschale

      Die mittelgroßen tibetischen Schalen bzw. Therapieklangschalen werden aufgrund ihrer etwas höheren Frequenz im Brust- und Herzbereich eingesetzt. Anwender berichten häufig, dass sie durch das Anschlagen mittelgroßer Schalen in der Lage sind, Emotionsblockaden besser zu lösen.

      Schließlich gibt es noch die kleinen Therapieklangschalen: Diese klingen sehr hell und sind besonders gut für den Kopf- und Stirnbereich geeignet. Viele Menschen berichten, dass diese kleineren Schalen durch ihre hohen Frequenzen eine Art energetische Reinigung bewirken. Dies kann ich bestätigen – bei Nackenverspannungen oder Kopfschmerzen erfahre ich ihre Anwendung als sehr hilfreich.

      Zimbeln – kleine Instrumente mit großer Wirkung

      Zimbeln, auch Tingshas genannt, sind kleine Klanginstrumente, die traditionell im tibetischen Buddhismus verwendet werden, sich jedoch auch hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreuen.

      Zimbeln Tingshas
      Klassische Zimbeln

      Sie sind durch ein Band, meist aus Leder, miteinander verbunden und häufig mit dem Symbol des „Om“, Buchstaben oder spirituellen Zeichen verziert und repräsentieren für viele die Dualität des Lebens, etwa Himmel und Erde, Geist und Materie, etc. – aber eben auch deren Harmonie und das Zusammenbringen der dualistischen Kräfte.

      Häufig werden Zimbeln in Klangsessions und bei Achtsamkeitsübungen eingesetzt. Die Handhabung ist denkbar einfach: Man schlägt sie sanft (!) aneinander.

      Klangbeispiel einer kleinen Zimbel

      Ich persönlich verwende sie am liebsten zum Ein- und Ausleiten einer Meditation.

      Chinesische Tempelglocken

      Der Begriff „Tempelglocke“ ist eigentlich ein wenig irreführend, denn die chinesischen Tempelglocken sehen genau genommen gar nicht aus wie eine Glocke, sondern vielmehr wie eine Klangschale. Deshalb werden sie häufig auch unter dem Begriff „chinesische Klangschale“ geführt.

      Sie sind meist in schwarz gehalten und die Wand der Schale ist relativ dünn, wobei sie zum oberen Rand hin etwas dicker wird. (Hier findet ihr ein Beispielbild.) Der Klang dieser Schalen ist sehr klar; ähnlich wie die japanischen Klangschalen bestechen sie durch einen reinen, lange anhaltenden Ton. Auch diese Klangschalen werden eher für Zeremonien und Meditationen als für Massagen eingesetzt.

      Ein interessanter Fact ist übrigens, dass diese chinesischen Tempelglocken ursprünglich gar nicht aus China kommen, sondern aus Taiwan, das zwar zeitweise zu China gehörte, jedoch ebenso als japanische Kolonie diente und heute unabhängig von beiden Mächten als souveräner Staat agiert.

      Die verborgene Kraft nutzen

      Ob nun die Therapieklangschalen, die Kristallklangschalen, Zimbeln oder Tempelglocken – sie alle verbinden uns mit unserem Inneren und laden uns dazu ein, zu erfahren, dass in Klang und Schwingung eine tiefe, heilsame Kraft verborgen liegt, die wir uns zunutze machen können, um mehr Wohlbefinden und Gelassenheit im Alltag zu erlangen.

      Klangschale und Klöppel
      verzierte, mit Wasser gefüllte Klangschale – das Wasser macht die Schwingungen sichtbar

      Der große Vorteil dieser Klanginstrumente ist, dass wir sie nicht nur in Gemeinschaft, sondern auch in der Einzelanwendung nutzen können.

      Ebenso muss es keineswegs immer gleich ein ganzes Set an Klangschalen sein. Schon mit einer einzigen Schale kann man in der Partner- oder Selbstanwendung wunderschöne, entspannende Effekte erzielen.

      Falls du nun Lust bekommen haben solltest, dich einmal an der Klangschale auszuprobieren, wünsche ich dir viele heilsame Momente und Freude beim Entdecken deines persönlichen Klang-Weges.

      ♥, Meike


      Bildquellen: Eigenes Archiv sowie von Jürgen Rübig auf Pixabay, sofietakesphotos auf Pixabay und Dremati auf Pixabay

    4. Die wohltuende Kraft der Farben

      Die wohltuende Kraft der Farben

      Hast du schon einmal von der Wirkung der Farben gehört und davon, wie du die bewusste Farbwahrnehmung für dich nutzen kannst? Erfahre mehr über die spannende Welt der Farbtherapie, die Eigenschaften der jeweiligen Farbe und die Möglichkeiten, sie im Alltag positiv für dich zu nutzen.

      ***

      Es war Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, als Goethe seine Publikation „Die Farbenlehre“ veröffentlichte. Er beschrieb darin unter anderem die psychologische Wirkung von Farben auf Körper, Geist und Seele.
      Weit davor, nämlich im 17. und 18. Jahrhundert, erforschte der Naturwissenschaftler Isaac Newton bereits das Licht und seine Farben. 1

      Wir wissen also schon lange, wie sehr Farben uns beeinflussen. Sie berühren unser Innerstes, wirken über das Unterbewusstsein und erzeugen Gefühle / Stimmungen. Dies machen sich nicht nur die Wellness- und Werbebranche, sondern auch Therapeuten zunutze („Farbtherapie“), und selbst der morgendliche Gang zum Kleiderschrank ist nicht selten begleitet von der Überlegung, welche Farbe für den jeweiligen Tag wohl am besten geeignet erscheint. Wir können also festhalten: Farben „machen etwas mit uns“.

      Sich auf die Reise der bewussten Farbwahrnehmung begeben

      Aufgrund ihrer Wirkung auf unser Unterbewusstsein können wir Farben gezielt einsetzen, um hinsichtlich unserer Gefühle und Stimmungen bestimmte positive, entspannende und belebende Effekte hervorzurufen.

      Doch dafür müssen wir zunächst einmal feststellen, wie die einzelnen Farben zueinander stehen und wie sie auf uns wirken.
      In der künstlerischen Farbenlehre2 zählen zu den Grundfarben (Primärfarben) Rot, Gelb und Blau. Die sogenannten Sekundärfarben hingegen sind aus Mischungen entstanden – sie beinhalten Orange, Grün und Violett. All diese Farben werden in warme und kalte Farben eingeteilt.

      Weiß, Schwarz, Grau und Braun gelten als neutral und sind daher nicht im Farbkreis enthalten.
      (Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es hinsichtlich der Farbenlehre verschiedene Ansätze und Farbkreise gibt. Hier alle detailliert zu beschreiben, würde jedoch zu weit führen.)

      Farben und ihre Wirkung

      Im Folgenden findest du eine kurze Beschreibung der Wirkweise einer jeweiligen Farbe.3
      Grundsätzlich gilt immer, und das ist ein ganz wichtiger Aspekt: Fühle in dich selbst hinein und schaue auf deine gegenwärtige Situation: Was macht die jeweilige Farbe in der derzeitigen Situation mit dir? Wie fühlt es sich an, von ihr umgeben zu sein? Stimmt deine Wahrnehmung mit den allgemeinen Assoziierungen überein? All diese Dinge sollten bedacht werden und daher kann die folgende Übersicht auch nur eine erste allgemeine Orientierung sein.

      Kalte Farben

      Grün
      wirkt entspannend und regenerativ. Es steht für Harmonie, Frische, Wachstum und Erneuerung. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt es sich wunderbar mit den dunkleren Erdtönen kombinieren.

      Blau
      wirkt besänftigend. Es steht für Stille, erfrischende, klare Kühle und Inspiration. Sowohl der Blick in das Himmelblau eines warmen Sonnentages als auch in das satte Blau der Dämmerung tun gut und schaffen ruhige Klarsicht.

      Türkis4
      steht für Kreativität, Ausdruck und künstlerische Energie.

      Violett
      ist eine Farbe, die dem spirituellen und höheren Bewusstsein zugesprochen wird. Meine persönliche Empfindung ist, dass Violett eine sehr kraftvolle Farbe ist, die gleichzeitig vitale Energie und in sich ruhende Weisheit verkörpert.

      Warme Farben

      Rot
      ist eine Farbe, die durchaus aggressiv und dominant wirken kann. Jedoch verkörpert sie zugleich auch Attribute wie Liebe, Wärme und Mut.

      Orange
      Orange steckt voller Energie und Kreativität; sie und fördert eine lebensbejahende Grundhaltung und regt dazu an, „in die Tat überzugehen“. Ruhe hingegen wird man mit Orange eher selten fördern.

      Gelb
      ist die Sonnenfarbe; sie versprüht Lebenskraft und Freude. Sie weckt auf und energetisiert.

      Neutrale Farben

      Braun5
      wirkt erdend und harmonisierend. Somit vermittelt es ein Gefühl von Stabilität und Ruhe.

      Weiß
      vereint alle anderen Farben miteinander. Wie keine andere Farbe steht sie für Klarheit, Reinheit und Weisheit.

      ***

      Die Farben der Natur wahrnehmen und nutzen

      Es gibt viele Wege, die Wirkung der Farben für uns zu nutzen. Einer davon ist die bewusste Wahrnehmung der Farben der Natur. Begeben wir uns also auf einen Spaziergang, haben wir die Möglichkeit, ganz bewusst hinzusehen. Dann wird uns, zum Beispiel im Wald, sehr häufig die Grün-Braun-Kombination begegnen. Wir erinnern uns: Grün wirkt regenerativ und steht für Wachstum und Erneuerung. Braun wiederum wirkt erdend und vermittelt Ruhe und Stabilität. Dies ist eine wunderbare Kombination, die eine stärkende Wirkung auf uns haben kann, wenn wir uns ganz bewusst mit dieser Intention auf einen Waldspaziergang begeben.

      In anderen Landstrichen wird uns vielleicht überwiegend reines Grün begegnen (Felder, Wiesen,…) oder auch die Kombination Blau-Braun (Sandfarben), wie zum Beispiel am Meer oder am See.

      Wollen wir also in die Natur gehen, um uns bewusst bestimmten Farbtönen und -nuancen auszusetzen, lohnt es sich, zu überlegen: Was brauche ich momentan am ehesten? Wie ist meine Gefühlslage / Grundstimmung und welche Farbe könnte mir helfen und mich stärken?

      Man kann es selbstverständlich auch anders herum machen, indem man schaut: Welche Farben begegnen mir heute verstärkt und was können sie mir schenken?

      Die Imagination: In Farben baden

      Manchmal möchten wir vielleicht die Wirkung einer bestimmten Farbe nutzen, haben jedoch gerade nicht die Möglichkeit, uns ihr konkret auszusetzen. Dann ist eine gute Alternative, sich die jeweilige Farbe mit geschlossenen Augen vorzustellen, am besten im Rahmen einer kleinen Entspannungsmeditation. Nimm ein Bad in der Farbe, die du für dich ausgewählt hast, lass dich von ihr umhüllen und spüre, wie ihre Eigenschaften sanft Raum einnehmen.

      Mit Farben gestalten

      Einige Möglichkeiten, Farben ganz gezielt einzusetzen bzw. sich ihnen auszusetzen, sind:

      • Die Wahl der Kleidung
        Diesen Punkt finde ich persönlich ein wenig schwierig, da ich als eher minimalistisch angehauchter Typ nicht viel Geld und Zeit auf Kleidung verwende und eher mal aussortiere, als dass ich Kleidung im Überfluss hätte. Dementsprechend gering sind bei mir auch die Wahlmöglichkeiten. Aber ich war ohnehin nie der Typ für allzu Buntes. Doch vielleicht sieht das bei dir ja ganz anders aus. Ich kannte mal eine Frau, die hat sich tatsächlich jeden Morgen, ganz nach Bauchgefühl, für eine der eingangs erwähnten Primärfarben entschieden. Mal ging sie in Rot, mal in Blau.
      • Die Innenraumgestaltung
        Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt, sofern man das nötige Kleingeld für Umgestaltungsmaßnahmen besitzt. Aber vielleicht müssen es ja nicht gleich neu tapezierte Wände oder eine teure Sofagarnitur sein. Auch Grünpflanzen, Decken und Überwürfe können tolle Akzente setzen.

      Mit den Chakren arbeiten

      In der traditionellen Yogalehre wird den feinstofflichen Energiezentren unseres Körpers große Bedeutung beigemessen – sie nennen sich Chakren. Das Wort Chakra stammt aus dem Sanskrit, bedeutet so viel wie „Rad / (Kreis)lauf“ und beschreibt kreisförmige Schwingungsfelder des Körpers. Es gibt sieben Hauptchakren, denen jeweils eine bestimmte Frequenz und Farbe zugeordnet ist.

      • Von unten nach oben gesehen befindet sich am Steißbein das Wurzel-oder Basischakra. Ihm ist die Farbe Rot zugeordnet.
      • Darüber, ungefähr zwei Finger breit unter dem Bauchnabel, sitzt das Sakralchakra. Diesem gehört die Farbe Orange.
      • Es folgt das Solarplexus-Chakra mit der Farbe Gelb.
      • In der Herzgegend sitzt das Herzchakra. Die Farbe dazu ist Grün.
      • Zwischen Halsgrube und Kehlkopf befindet sich das Hals-Chakra. Diesem ist die Farbe Türkis / Blau zugeordnet.
      • Nun folgt das Stirnchakra mit der Farbe Indigoblau.
        Ganz oben sitzt das Scheitel- oder Kronenchakra (violett).
        Die beiden oberen Chakren sind auf der Abbildung zu einem zusammengefasst, werden jedoch meist noch unterschieden, deshalb führe ich sie hier getrennt auf.

      Hier tiefer in die Materie der Chakren, ihrer Farben und Frequenzen sowie der menschlichen Aura einzusteigen, würde tatsächlich den Rahmen sprengen; das tue ich an anderer Stelle. Jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie man die Chakren und ihre Farben für sich nutzen kann, zum Beispiel indem man eine kleine Chakren-Imagination vollzieht. Dazu braucht es nicht viel; lediglich ein wenig freie Zeit und relative Stille sind vonnöten. Lege oder setze dich bequem hin und fühle in dich hinein.

      • Entweder du spürst nach, in welcher Region bzw. in welchem Chakra deines Körpers gerade eine Art Blockade sitzt und stellst dir die jeweilige Farbe dazu vor
      • oder du gehst den Weg direkt über die Farbe: Spüre einmal nach, welche Farbe (anhand ihrer Eigenschaften oder dem Bauchgefühl) dir gerade gut tun würde. Während du die Farbe imaginierst, kannst du mit deiner Aufmerksamkeit zusätzlich zu dem der jeweiligen Farbe zugeordneten Energiezentrum gehen. Verweile dort, solange es sich für dich gut anfühlt.

      Sonderfall Pastelltöne: Harmonie schaffen

      Pastelltöne sind sanfte, hellere Varianten der oben bereits dargestellten Farbtöne. Sie entstehen, indem man den jeweiligen Farben eine geringere Sättigung („Chroma“) zuweist. Würde man ein Bild malen und seine Farben dafür auf einer Palette selbst mischen wollen, müsste man also mehr Weiß hinzufügen.
      In ihrer Wirkweise unterscheiden sich diese Varianten von ihren Grundtönen. Sie vermitteln – relativ unabhängig von der Ursprungsfarbe – immer eine gewisse Ruhe, Sanftheit und gleichzeitig eine aufgeweckte Klarheit.
      Mit Pastelltönen kann man in Innenräumen schöne Effekte erzielen und zu einer Atmosphäre der Entspannung beitragen, ohne dass der Raum zu dunkel oder schwer wirkt.
      Fühle in dich hinein und schaue, ob und wann Pastelltöne sich anbieten.

      Abschließendes

      Zum Ende möchte ich noch einmal erwähnen, dass es meiner Ansicht nach wirklich gut und wichtig ist, zu prüfen:

      • Welche Empfindungen tauchen bei mir auf, wenn ich eine bestimmte Farbe betrachte?
      • Was fühlt sich für mich stimmig an, unabhängig davon, was gemeinhin über Farben und ihre Wirkweise gelehrt wird?
      • In welchem Kontext steht die jeweilige Farbe derzeit in meinem (Er-)Leben?

      Auch sei hier noch einmal darauf hingewiesen, wie lohnend es ist, zu schauen, mit welchen anderen Farben ein Farbton zusammen wirken darf und kann. (Siehe das Beispiel „Wald“: Grün und Braun.)

      Vielleicht magst du die eine oder andere Praxis aus diesem Beitrag ausprobieren und bekommst so ein erstes Gefühl dafür, wie sehr die innere Arbeit mit Farben deinen Alltag bereichern kann.

      ♥, Meike


      __

      Abbildung der Chakren: Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay
      Bild „Wassertropfen“ von Anja auf Pixabay
      Bild „Wald“ von Delyth Williams auf Pixabay

      1. Isaac Newton: „Optik oder eine Abhandlung über die Reflexion, Brechung, Beugung und die Farben des Lichtes“, London, 1704 ↩︎
      2. Farbkreis nach Itten ↩︎
      3. Als Quelle und Anregung diente mir für diesen Abschnitt unter anderem das Buch „Farbwelten“ von S. Hoppen, 2010, Gerstenberg Verlag ↩︎
      4. Türkis zählt im Farbkreis von Itten genau genommen zu den Tertiärfarben. ↩︎
      5. Braun ist nicht im Farbkreis von Itten enthalten, daher führe ich es unter „neutrale Farben“ auf. Viele ordnen es jedoch den warmen Farben zu, was ich für legitim und nachvollziehbar halte. ↩︎
    5. 5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

      5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

      Zu viel um die Ohren? Vielleicht ist unter diesen fünf einfachen Tipps zum Stressabbau etwas dabei, das dir zusagt. Erfahre hier, was helfen kann, um wieder in einen Zustand der relativen Ausgeglichenheit zu gelangen, so dass in der Folge weiterführende Entspannungstechniken besser greifen können.

      ***

      „Wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, dann wirkt er.“ (Francesco Petrarca)

      ***

      Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich im Grünen. Es ist ein lauer Sommertag und ein leises Lüftchen geht. Ich befinde mich, so könnte man sagen, gerade in einer absolut stressfreien Zone. Für meine Kreativität ein Glücksfall; nicht immer kann man unter solch angenehmen Bedingungen schreiben, leben, arbeiten. Dankbarkeit macht sich breit. Solche Gegebenheiten waren rar in den letzten Monaten. Allzu oft überwog die Geschäftigkeit und in der freien Zeit war ich zu müde, um mir in ausreichendem Maße Gutes zu tun.

      Apropos sich etwas Gutes tun – ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Ausbildung zur Entspannungstherapeutin: Die Teilnehmer standen im Rund und vertrieben sich die Pausenzeit mit Smalltalk. Eine Dame war im Begriff, von einem eigentlich sehr unspektakulären Ereignis zu berichten (der Kontext sei hier einmal vernachlässigt) und setzte an, zu erzählen: „Tja, so etwas passiert mir auch hin und wieder. Zum Beispiel letztens. Da saß ich auf dem Sofa, meine Füße steckten gerade seit zwei Sekunden in einem Rosenbad, als es an der Tür klingelte…“
      Sie wurde durch eine andere Kursteilnehmerin jäh unterbrochen: „Siehst du!“, rief sie laut aus, „genau das ist es! Genau das macht den Unterschied! Man muss es einfach nur tun!“ In ihrem Blick lag so etwas wie Sehnsucht.

      Was sie meinte, war das Rosenbad. Ein Akt der Selbstfürsorge, eine Unterbrechung des rein funktionalen Daseins, eine Tat ohne Erwartung eines für andere sichtbaren Ergebnisses. Einfach so, inmitten – oder vielmehr trotz – des Alltags.

      Wieder zu sich selbst finden

      Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es fast wie ein inner-revolutionärer Akt anmuten kann, wenn man nach langer Zeit der übermäßigen Geschäftigkeit zum ersten Mal wieder etwas für sich selbst tut. Seltsam, fast fremd, fühlt es sich dann an, wieder Zeit auf das eigene Sein zu verwenden und nicht auf die äußere Welt. Es ist eine leise, zaghafte Annäherung an das ewige Sehnen, welches tief in uns wohnt. Das Sehnen nach Wohlgefühl, Heilung, Ganzwerden, Angenommensein. Nach der Abwesenheit von Stress.

      Wenn ich mich lange nicht in ausreichender Form um mich selbst gekümmert habe, dann ist es mir oftmals nicht möglich, sofort wieder mit langen Meditationen oder Dergleichem zu beginnen. Da muss was Leichteres, Einfacheres her. Eine seichte Entspannungsmethode für den Wiedereintritt in ein stressreduziertes Leben quasi.

      Doch…wie kann so etwas aussehen, welche Methode eignet sich, wenn es darum geht, überhaupt erst einmal wieder in eine gelassenere Grundhaltung zu finden? Die folgenden Punkte haben sich für mich und viele andere als sehr hilfreich erwiesen:

      Natur-Erfahrungen

      Es kann wahre Wunder wirken, sich nach stressigen Zeiten auf einen einfachen Spaziergang in die Natur zu begeben – am besten alleine, ohne Partner oder Freunde, denn auf diese Weise ist viel mehr „Wahrnehmungskapazität“ vorhanden: Wir können uns ganz der Natur widmen und uns als einen Teil von ihr erleben.
      Sehr gut für die ganz persönliche Natur-Zeit eignen sich Waldgebiete oder auch, falls möglich, das Meer bzw. ein Seeufer.

      Meer

      Naturgenuss und -wirkung 2.0 sozusagen entstehen übrigens, wenn man sich dazu entschließt, nicht nur umherzugehen, sondern sich an einen geeigneten Ort zu setzen (oder falls dies nicht möglich ist, hier und da für einen Augenblick stehenzubleiben) und seine Sinne zu trainieren:

      • Was höre ich?
      • Was sehe ich?
      • Was rieche ich?
      • Was spüre ich?

      All das unterstützt das Verweilen im gegenwärtigen Moment, das Aufmerksamsein. Und es lässt Alltagsgedanken und -sorgen für eine Weile verstummen.

      Ich empfehle übrigens, in der warmen Jahreszeit und auf geeignetem Untergrund (z.B. auf Wiesen, im Garten, im Sand, etc.), barfuß zu laufen. Das trainiert die Fußmuskulatur und schafft eine direkte Verbindung mit Mutter Erde, die reich an Elektronen ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese vom Körper aufgenommen werden können und dort antioxidativ wirken.1 Auch das Schwimmen in natürlichen Gewässern (also in Seen oder im Meer) hat einen ähnlichen Effekt.

      Entspannungsmusik

      Ruhige, meditative Klänge können dabei helfen, sich selbst wieder in die Ruhe zu führen. Meine Erfahrung ist: Je minimalistischer desto besser. In Zeiten von Streamingplattformen steht einem dafür eine schier unvorstellbar große Auswahl an Künstlern, Playlists und Klängen zur Verfügung. Nutzen wir doch einfach dieses Geschenk!

      Mich macht schöne Entspannungsmusik übrigens immer superkreativ, deshalb höre ich sie auch gerne, wenn ich am Schreiben/Arbeiten bin. Das Fokussieren fällt mir leichter und ich gelange schnell in eine entspanntere Grundhaltung. So geht es vielen anderen Menschen auch. Hast du schon einmal ausprobiert, Meditationsmusik o.ä. im Hintergrund laufen zu lassen, während du arbeitest?

      Routinen

      Auch Routinen können ihren Beitrag dazu leisten, wieder in die eigene Mitte zu kommen. Sie beruhigen den Geist, weil sie ein zumindest temporäres Gefühl von innerer Sicherheit schenken und somit weniger Energie verbraucht wird. Die Botschaft, die man damit an sich selbst richtet, ist: „Da ist etwas, das ich unter Kontrolle habe“. Selbst Tiere etablieren, wann immer es möglich ist, Routinen, um Energie zu sparen.

      Ich halte nicht sehr viel davon, Routinen übermäßig stark zu verfolgen oder auszuleben, aber für Zeiten großer Unruhe – oder eben auch für die Zeit danach – können wiederkehrende, gleichartig gestaltete Abläufe sehr beruhigend wirken. Wem es also hilft, der kann zum Beispiel für eine kurze Zeit

      • feste Uhrzeiten für sich täglich wiederholende Tätigkeiten wählen oder
      • eine bestimmte Art/Reihenfolge festlegen, wie Dinge getan werden.

      Das mag generell erst einmal komisch anmuten, aber vielen hilft es tatsächlich sehr.

      Fantasiereisen / Traumreisen

      Wenn es nicht gelingt, in die Meditation zu gehen, man aber trotzdem der Ruhemeditation ähnliche Zustände erreichen und für sich nutzen möchte, können Fantasiereisen (auch Traumreisen genannt) eine gute Wahl sein. Dies sind kleine, geführte „Ausflüge in die Imagination“, die meist mit geschlossenen Augen genossen werden und angenehme Bilder und Gedanken hervorrufen, die wiederum zur Entspannung beitragen.

      Gezielt die Sinne anregen, z.B. mit Düften

      Ein oft unterschätztes Tool ist die Anregung des Riechsinnes. Naturreine ätherische Öle und hochwertige Räucherstäbchen (ich empfehle hier die japanischen oder tibetischen ohne Holzstab) können, je nach Inhaltsstoff und persönlicher Vorliebe, eine wunderbare Unterstützung auf dem Weg zu innerer Ruhe sein.

      Ein Tipp: Mache zum Beispiel das Anzünden eines Räucherstäbchens vor Entspannungsmomenten (Meditation, etc.) zur Routine. Der Geist verknüpft den entsprechenden Duft recht schnell mit der Erinnerung an die darauf folgenden Ruhezustände. So gelingt es in schwierigen Zeiten leichter, in die Entspannung zu gelangen.

      Fazit

      Generell kann man festhalten, dass das sanfte Anregen der Sinne eine gute Methode ist, um nach sehr geschäftigen Zeiten wieder in ruhigere Gemütszustände zu gelangen. In der Natur werden gleich mehrere Sinne angeregt, deshalb – und aus vielen weiteren Gründen – halte ich einen Gang in die Natur für unübertroffen wertvoll, aber auch das Anregen eines konkreten Sinnes wie bei Düften, Klängen oder auch Farben, kann helfen.

      Ich weiß…Entspannung braucht freie Zeit, braucht Kapazitäten. Gerade wenn es stressig zugeht, hat man diese nicht immer. Das stellt in der Tat ein großes Problem dar.

      Dazu kommt mir in den Sinn, was ich gestern in einem Podcast hörte. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller) sagte sinngemäß: Erholungszeiten fordern selten von alleine ihr Recht und ihren Raum. Vielmehr muss der Freiraum für Entspannung immer wieder verteidigt werden gegen die To Do’s, gegen all das Müssen und Sollen im geschäftigen Alltag.

      Das Folgende klingt schrecklich profan und wird so oft verwendet, dass schon kaum jemand mehr hinhört, und doch erweist sich dieser simple Spruch als unglaublich weise 😉 :

      Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

      ♥, Meike

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      Beitragsbild von Candiix auf Pixabay

      1. z.B.: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/acm.2007.7048 ↩︎
      2. Sinngemäßes Zitat, Person ist mir bekannt, möchte jedoch nicht genannt werden, was ich gerne respektiere. ↩︎