Schlagwort: Gedanken

Hier findest du persönlich gefärbte Blogbeiträge, meist zu Themen wie Spiritualität, Slow Living, Achtsamkeit uvm. Tauche ein in meine Gedankenwelt!

  • Slow Living als Alternative und Gegenpol

    Slow Living als Alternative und Gegenpol

    Die Lebensweise des Slow Living kann eine großartige Alternative zu dem hektischen und überladenen Leben darstellen, das heutzutage allzu oft der Standard ist. Hier findest du ein paar Gedanken dazu.

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    Unsere Welt ist von Beschleunigung geprägt: Technologie, Globalisierung und ein ständiges „Mehr“ an Anforderungen führen dazu, dass immer mehr Menschen aller Altersschichten sich gestresst, ausgelaugt und in gewisser Weise entfremdet fühlen.

    Das breite Feld des Slow Living bietet hier eine meines Erachtens zutiefst notwendige Gegenbewegung, quasi ein Angebot, von dem man mitnehmen kann, so viel man mag. Es geht schließlich nicht um das starre Befolgen akribisch aufgestellter Regeln, sondern vielmehr darum, aus differenzierten, zu einem Überbegriff und einer Bewegung kumulierten Ansätzen das herauszusuchen, was für einen selbst funktioniert; das, mit dem man sich wohlfühlt und von dem man weiß, dass es in das individuelle Alltagsgeschehen integrierbar ist. 

    Leiser zu leben, entschleunigter zu leben, soll in erster Linie Freude und ein Plus an Wohlgefühl bereiten. Nur so kann es die Pfade freilegen, die zu gehen es notwendig ist, um zu einer gelasseneren Grundhaltung zu gelangen. 

    Technologie als Stressfaktor

    Ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und die Erwartung, rund um die Uhr produktiv zu sein, sind zum einen relativ neue Erscheinungen, an die wir als Kollektiv erst bedingt gewöhnt sind, und zum anderen setzen sie Menschen schlichtweg unter Druck. Dieser digitale Overload führt nicht nur zu Konzentrationsproblemen, sondern häufig auch zu einem Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. 

    Wir können uns daher dazu entschließen, bewusste Offline-Zeiten einzuführen und vielleicht sogar unsere eigene Nutzung von Technologie einmal zu hinterfragen. Generell bin ich ein großer Freund von technischen Weiterentwicklungen, die das Leben leichter und angenehmer machen, jedoch muss meiner Meinung nach eben auch der bereits erwähnte Ausgleich gegeben sein, und mit ihm die Erkenntnis darüber, was uns in unserem Alltag nützt und was vielleicht den digitalen Overload begünstigt, weil es nicht wirklich notwendig ist.  

    Gesellschaftlicher Wandel

    Burnout, Depressionen und andere stressbedingte Erkrankungen nehmen weltweit zu. Immer mehr Menschen spüren, dass sie mit der Flut an Informationen und der Schnelligkeit, mit der das Leben vonstatten geht, nicht mehr mithalten können und suchen nach Alternativen, um wieder mehr Kontrolle über ihre Zeit und ihre Energie zu gewinnen. Sie sehen die Notwendigkeit, den Fokus auf persönliche Werte, Beziehungen und Lebensfreude zu legen, anstatt sich von äußeren Erwartungen treiben zu lassen. 

    Hier bietet sich das Lebensmodell des Slow Living an, um in dem stabilisierenden Rahmen eines klar definierten Begriffes erste Schritte hin zu einer neuen Art von Einfachheit und Klarheit zu unternehmen. Vielleicht findet man sogar Gleichgesinnte; vielen hilft es schließlich sehr, ein Stück des Weges zusammen mit Menschen zu gehen, die die gleiche Philosophie leben.

    Verzicht als Gewinn

    Die massiven Probleme, mit denen unsere Welt zu kämpfen hat, beispielsweise die weltweite Ressourcenknappheit oder die Ausbeutung der Erde sowie einiger Völker, machen deutlich, dass unser Lebensstil alles andere als nachhaltig ist.  

    Slow Living bietet eine sofort lebbare Vision, in der weniger Konsum nicht als Verzicht, sondern als Gewinn erfahren wird. Indem wir weniger kaufen, gebraucht kaufen, Sharing betreiben, lokal konsumieren und langlebige Produkte bevorzugen, können wir nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch eine neue und intensivere Beziehung zur Natur aufbauen. All das ist freilich doppelt lohnend: Wir tun nicht nur uns selbst, sondern auch Mutter Erde und unserer gesamten Menschheitsfamilie etwas Gutes. 

    Jetzt und Hier: Es braucht keine Wartezeit

    Das Schönste ist für mich an Lebensphilosophien wie Slow Living ist, dass es keine Wartezeit braucht. Wir können heute starten. Ohne Investition, ohne Vorbereitung, ohne einen allzu genauen Plan, ohne vorausgehende Veränderungen. Einfach durch unsere Entscheidung. Und dann, im weiteren Verlauf, haben wir immer noch die Möglichkeit, neue Informationen einzuholen, Teilbereiche zu optimieren oder uns alles noch einmal ganz anders zu überlegen und neu zu starten.

    Genau das macht Slow Living für mich so attraktiv. Ich bleibe frei in der Entscheidung und kann ganz viel für mich und meine Umwelt tun. Wenn ich gerade einmal nicht so viel Zeit oder Kapazität habe, auch mal in Nanoschritten. Und wenn dann mal wieder ein wenig mehr geht, auch mal in ganz großen. 🙂


    Beitragsbild von Joe auf Pixabay

  • Leben ohne Warum

    Leben ohne Warum

    Einfach mal sein. Das Dasein wahrnehmen, nur einen Augenblick lang leben ohne Grund, ohne Auftrag, ohne Handeln, ohne Input: Solche Momente scheinen rar geworden in unserer heutigen Zeit. Lies im Folgenden ein paar Gedanken dazu.

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    Wo immer wir zerrissen sind zwischen Sein und Handeln, zwischen Empfinden und Tun, da leben wir nicht ohne Warum, sondern berechnen Aufwand und Erfolg, schreibt die Mystikerin Dorothee Sölle in ihrem Buch „Mystik und Widerstand“.1 Dieses Leben ohne Warum, das „sunder warumbe“, wie es im Spätmittelalter der Theologe Meister Eckhardt nannte bzw. als Begriff prägte, ist in unserer schnelllebigen, durchstrukturierten und nutzenorientierten Zeit keine Selbstverständlichkeit (mehr). Wann tun wir schon einmal wirklich Dinge nicht ihres Nutzens wegen, sondern einfach so, aus dem Herzen heraus, ohne Erwartung eines bestimmten Ergebnisses? Wann dürfen Menschen, Tiere und Pflanzen einfach mal keinen direkten Nutzen haben, sondern einfach nur da sein?

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    Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet. – Angelus Silesius (1624-1677)

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    Es taucht die Frage auf: Wann können wir das denn überhaupt noch – einfach ohne Warum leben, sein, tun? Man könnte sagen, gefühlt wird die Zeit dazu immer knapper. Arbeit, Familie, Haushalt, Freunde, Konsumaktivitäten, Freizeitstress, Verpflichtungen – wo bleibt da das „sunder warumbe“, die Freiheit in der Freizeit (und auch in der Arbeit), die Wertschätzung des Einzelnen mit all seinen Bedürfnissen, die Achtsamkeit, und wie soll da noch Absichtslosigkeit hineinpassen? Doch wenn man diese Fragen so stellt, denke ich, unterliegt man einer Fehlannahme. Es geht nicht nur darum, was wir tun, sondern vielmehr, wie und mit welcher Geisteshaltung wir es vollbringen.

    Sicherheitsdenken

    Meiner Erfahrung nach ist der Grat sehr schmal und vor allem zu Beginn wahrlich nicht ohne Anstrengung passierbar, und doch – es gibt es (noch), das Potenzial für ein Leben ohne Warum, für ein Sein und Tun ohne Absicht und Erwartungen. Das Potenzial ist vorhanden. In jedem von uns. Wo immer wir zerrissen sind zwischen Sein und Handeln, da leben wir nicht ohne Absicht, nicht aus vollem Herzen, nicht in Achtsamkeit. Sowieso sind wir in der Regel nicht gut darin, einfach zu sein. Handeln scheint viel sicherer – und darum geht es dem gemeinen Menschen schließlich – um Sicherheit, wenn er sich dessen auch selten bewusst ist. Handeln mit eigennütziger Absicht hat in der Regel das Erschaffen von vermeintlicher Sicherheit zum Ziel. Ich tue, also bin ich. Handeln bedeutet Selbstdefinierung. Ich handele, also bin ich wer, ich kann mich definieren über das, was ich tue. Und wer sich über etwas definieren kann, der erfährt ein Gefühl von Sicherheit. All diese Mechanismen sind so alt wie die Menschheit selbst, und sie sind keineswegs unsinnig, sondern dem uns innewohnenden Überlebens- und Fortpflanzungstrieb zuzurechnen.

    Nur haben wir darüber ganz vergessen (oder vielmehr selten wirklich entdeckt), dass die Rechnung so nicht vollkommen aufgeht. Da gibt es noch das einfache Da-Sein, das absichtslose, nicht an einem persönlichen Nutzen orientierte Handeln. Die Erkenntnis, dass man tun kann, was getan werden muss, während man vollkommen achtsam und liebevoll ist, nicht hadernd, sondern erfüllt von Gleichmut und Gewahrsein. Dass man Unangenehmes fühlen und aushalten kann, ohne eine unheilsame Tat folgen lassen zu müssen. Und andererseits auch, dass man wieder fühlen lernt – sich selbst spüren lernt, und auch das Leid der anderen Wesen.

    Vergänglichkeit

    Das Sich-Definieren über etwas und das Generieren eines Sicherheitsgefühls durch eben diese Selbstdefinition kann nie vollkommene Sicherheit bedeuten, nie vollkommen Frieden, nie vollkommene Freiheit. Weil alles, über das wir uns im Außen definieren können, vergänglich ist. Ob nun das Erreichte im Leben, ein guter Job oder auch Verpflichtungen und Mühsal, die uns widerfahren – all das ist vergänglich. Und je mehr wir uns an das Vergängliche haften, desto weniger Platz hat das Leben ohne Warum in uns, desto weniger Platz hat das in uns, was wirkliche Freiheit bedeuten kann; das, was uns eine neue, nicht vergängliche Dimension von Sicherheit und Geborgenheit bescheren möchte.

    Nun, ich schreibe diesen kleinen Text und habe am Ende keine Schritt-für-Schritt-Anleitung parat, die das Erreichen dieser tieferen, steten und nicht-weltlichen Sicherheit und Geborgenheit in Aussicht stellt. Schließlich befinde ich mich ja selbst noch auf der Reise.

    Aber beispielsweise der Buddha hatte eine, schon vor über 2500 Jahren. Und viele Spirituelle, Mystiker, Propheten und Geistliche haben wertvolle Hinweise dazu gegeben, weil sie alle diesen Grat selbst beschritten haben. All diese einsamen Wanderer haben an irgendeinem Punkt ihres Lebens erfahren, dass das dürstende Sehnen, das in jedem von uns liegt, sei es auch noch so tief vergraben, nicht in der äußeren Welt zu stillen ist.

    Sie haben sich aufgemacht, den weiten und oft beschwerlichen Weg der Erkenntnis zu beschreiten – diesen Pfad ohne Umkehr, der sie tief in ihr Inneres führte, und zwischendurch, mitten auf der Reise, auch zum „sunder warumbe“, zum Verständnis von einem Leben ohne Warum – von einem Leben, gelebt um des Wunder des Lebens Willen, geprägt von einem Wirken, das nicht den Wurzeln der Angst entspringt, sondern denen der Liebe.

    ♥, Meike

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    Bild von Gabriela Piwowarska auf Pixabay

    1. „Mystik und Widerstand – Du stilles Geschrei“, Kreuz Verlag 2014 ↩︎
  • Die Scheu und der Zauber des Anfangs

    Die Scheu und der Zauber des Anfangs

    Wenn wir etwas vollkommen Neues beginnen, spüren wir oftmals eine gewisse Scheu, ein wenig Unsicherheit. Es müssen sich die Dinge erst finden. Innerhalb der gerade geborenen Ideen und dessen praktischer Umsetzung sind noch keine Strukturen vorhanden; alles kostet viel Überlegung. Insbesondere dann, wenn eben diese Ideen zahlreich sind. Wie baue ich meine Webseite auf? Welchen Dingen gewähre ich Vorrang? Alles gar nicht so einfach. Und doch: Es ist da auch dieser Zauber, die Vorfreude.

    Gerade gestern habe ich zu dieser Webseite einen Instagram-Kanal eröffnet. Noch sind die Seiten bezüglich ihres Inhalts recht übersichtlich. Wenn ihr mögt, schaut trotzdem mal vorbei, ich freue mich über einen Besuch:

    Wenn ihr selbst einen WordPress-Blog habt, folgt mir gerne – selbstverständlich folge ich zurück. 🙂

    ♥, Meike

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    Bild von Daniel Kirsch auf Pixabay