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  • Die wohltuende Kraft der Farben

    Die wohltuende Kraft der Farben

    Hast du schon einmal von der Wirkung der Farben gehört und davon, wie du die bewusste Farbwahrnehmung für dich nutzen kannst? Erfahre mehr über die spannende Welt der Farbtherapie, die Eigenschaften der jeweiligen Farbe und die Möglichkeiten, sie im Alltag positiv für dich zu nutzen.

    Es war Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, als Goethe seine Publikation „Die Farbenlehre“ veröffentlichte.1 Er beschrieb darin unter anderem die psychologische Wirkung von Farben auf Körper, Geist und Seele.
    Weit davor, nämlich im 17. und 18. Jahrhundert, erforschte der Naturwissenschaftler Isaac Newton bereits das Licht und seine Farben. 2

    Wir wissen also schon lange, wie sehr Farben uns beeinflussen. Sie berühren unser Innerstes, wirken über das Unterbewusstsein und erzeugen Gefühle / Stimmungen. Dies machen sich nicht nur die Wellness- und Werbebranche, sondern auch Therapeuten zunutze („Farbtherapie“), und selbst der morgendliche Gang zum Kleiderschrank ist nicht selten begleitet von der Überlegung, welche Farbe für den jeweiligen Tag wohl am besten geeignet erscheint. Wir können also festhalten: Farben „machen etwas mit uns“.

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    Sich auf die Reise der bewussten Farbwahrnehmung begeben

    Aufgrund ihrer Wirkung auf unser Unterbewusstsein können wir Farben gezielt einsetzen, um hinsichtlich unserer Gefühle und Stimmungen bestimmte positive, entspannende und belebende Effekte hervorzurufen.

    Doch dafür müssen wir zunächst einmal feststellen, wie die einzelnen Farben zueinander stehen und wie sie auf uns wirken.
    In der künstlerischen Farbenlehre3 zählen zu den Grundfarben (Primärfarben) Rot, Gelb und Blau. Die sogenannten Sekundärfarben hingegen sind aus Mischungen entstanden – sie beinhalten Orange, Grün und Violett. All diese Farben werden in warme und kalte Farben eingeteilt. Weiß, Schwarz, Grau und Braun gelten als neutral und sind daher nicht im Farbkreis enthalten.
    (Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es hinsichtlich der Farbenlehre verschiedene Ansätze und Farbkreise gibt. Hier alle detailliert zu beschreiben, würde jedoch zu weit führen.)

    Farben und ihre Wirkung

    Im Folgenden findest du eine kurze Beschreibung der Wirkweise einer jeweiligen Farbe.4
    Grundsätzlich gilt immer, und das ist ein ganz wichtiger Aspekt: Fühle in dich selbst hinein und schaue auf deine gegenwärtige Situation: Was macht die jeweilige Farbe in der derzeitigen Situation mit dir? Wie fühlt es sich an, von ihr umgeben zu sein? Stimmt deine Wahrnehmung mit den allgemeinen Assoziierungen überein? All diese Dinge sollten bedacht werden und daher kann die folgende Übersicht auch nur eine erste allgemeine Orientierung sein.

    Kalte Farben

    Grün
    wirkt entspannend und regenerativ. Es steht für Harmonie, Frische, Wachstum und Erneuerung. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt es sich wunderbar mit den dunkleren Erdtönen kombinieren.

    Blau
    wirkt besänftigend. Es steht für Stille, erfrischende, klare Kühle und Inspiration. Sowohl der Blick in das Himmelblau eines warmen Sonnentages als auch in das satte Blau der Dämmerung tun gut und schaffen ruhige Klarsicht.

    Türkis5
    steht für Kreativität, Ausdruck und künstlerische Energie.

    Violett
    ist eine Farbe, die dem spirituellen und höheren Bewusstsein zugesprochen wird. Meine persönliche Empfindung ist, dass Violett eine sehr kraftvolle Farbe ist, die gleichzeitig vitale Energie und in sich ruhende Weisheit verkörpert.

    Warme Farben

    Rot
    ist eine Farbe, die durchaus aggressiv und dominant wirken kann. Jedoch verkörpert sie zugleich auch Attribute wie Liebe, Wärme und Mut.

    Orange
    Orange steckt voller Energie und Kreativität; sie und fördert eine lebensbejahende Grundhaltung und regt dazu an, „in die Tat überzugehen“. Ruhe hingegen wird man mit Orange eher selten fördern.

    Gelb
    ist die Sonnenfarbe; sie versprüht Lebenskraft und Freude. Sie weckt auf und energetisiert.

    Neutrale Farben

    Braun6
    wirkt erdend und harmonisierend. Somit vermittelt es ein Gefühl von Stabilität und Ruhe.

    Weiß
    vereint alle anderen Farben miteinander. Wie keine andere Farbe steht sie für Klarheit, Reinheit und Weisheit.

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    Die Farben der Natur wahrnehmen und nutzen

    Es gibt viele Wege, die Wirkung der Farben für uns zu nutzen. Einer davon ist die bewusste Wahrnehmung der Farben der Natur. Begeben wir uns also auf einen Spaziergang, haben wir die Möglichkeit, ganz bewusst hinzusehen. Dann wird uns, zum Beispiel im Wald, sehr häufig die Grün-Braun-Kombination begegnen. Wir erinnern uns: Grün wirkt regenerativ und steht für Wachstum und Erneuerung. Braun wiederum wirkt erdend und vermittelt Ruhe und Stabilität. Dies ist eine wunderbare Kombination, die eine stärkende Wirkung auf uns haben kann, wenn wir uns ganz bewusst mit dieser Intention auf einen Waldspaziergang begeben.

    In anderen Landstrichen wird uns vielleicht überwiegend Grün begegnen (Felder, Wiesen,…) oder auch die Kombination Blau-Braun (Sandfarben), wie zum Beispiel am Meer oder am See.

    Wollen wir also in die Natur gehen, um uns bewusst bestimmten Farbtönen und -nuancen auszusetzen, lohnt es sich, zu überlegen: Was brauche ich momentan am ehesten? Wie ist meine Gefühlslage / Grundstimmung und welche Farbe könnte mir helfen und mich stärken?

    Man kann es selbstverständlich auch anders herum machen, indem man schaut: Welche Farben begegnen mir heute verstärkt und was können sie mir schenken?

    Die Imagination: In Farben baden

    Manchmal möchten wir vielleicht die Wirkung einer bestimmten Farbe nutzen, haben jedoch gerade nicht die Möglichkeit, uns ihr konkret auszusetzen. Dann ist eine gute Alternative, sich die jeweilige Farbe mit geschlossenen Augen vorzustellen, am besten im Rahmen einer kleinen Entspannungsmeditation. Nimm ein Bad in der Farbe, die du für dich ausgewählt hast, lass dich von ihr umhüllen und spüre, wie ihre Eigenschaften sanft Raum einnehmen.

    Mit Farben gestalten

    Einige Möglichkeiten, Farben ganz gezielt einzusetzen bzw. sich ihnen auszusetzen, sind:

    • Die Wahl der Kleidung
      Diesen Punkt finde ich persönlich ein wenig schwierig, da ich als eher minimalistisch angehauchter Typ nicht viel Geld und Zeit auf Kleidung verwende und eher mal aussortiere, als dass ich Kleidung im Überfluss hätte. Dementsprechend gering sind bei mir auch die Wahlmöglichkeiten. Aber ich war ohnehin nie der Typ für allzu Buntes. Doch vielleicht sieht das bei dir ja ganz anders aus. Ich kannte mal eine Frau, die hat sich tatsächlich jeden Morgen, ganz nach Bauchgefühl, für eine der eingangs erwähnten Primärfarben entschieden. Mal ging sie in Rot, mal in Blau… 😉
    • Die Innenraumgestaltung
      Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt, sofern man das nötige Kleingeld für Umgestaltungsmaßnahmen besitzt. Aber vielleicht müssen es ja nicht gleich neu tapezierte Wände oder eine teure Sofagarnitur sein. Auch Grünpflanzen, Decken und Überwürfe können tolle Akzente setzen.
    Mit den Chakren arbeiten

    In der traditionellen Yogalehre wird den feinstofflichen Energiezentren unseres Körpers große Bedeutung beigemessen – sie nennen sich Chakren. Das Wort Chakra stammt aus dem Sanskrit, bedeutet so viel wie „Rad / (Kreis)lauf“ und beschreibt kreisförmige Schwingungsfelder des Körpers. Es gibt sieben Hauptchakren, denen jeweils eine bestimmte Frequenz und Farbe zugeordnet ist.

    • Von unten nach oben gesehen befindet sich am Steißbein das Wurzel-oder Basischakra. Ihm ist die Farbe Rot zugeordnet.
    • Darüber, ungefähr zwei Finger breit unter dem Bauchnabel, sitzt das Sakralchakra. Diesem gehört die Farbe Orange.
    • Es folgt das Solarplexus-Chakra mit der Farbe Gelb.
    • In der Herzgegend sitzt das Herzchakra. Die Farbe dazu ist Grün.
    • Zwischen Halsgrube und Kehlkopf befindet sich das Hals-Chakra. Diesem ist die Farbe Türkis / Blau zugeordnet.
    • Nun folgt das Stirnchakra mit der Farbe Indigoblau.
      Ganz oben sitzt das Scheitel- oder Kronenchakra (violett).
      Die beiden oberen Chakren sind auf der Abbildung zu einem zusammengefasst, werden jedoch meist noch unterschieden, deshalb führe ich sie hier getrennt auf.

    Hier tiefer in die Materie der Chakren, ihrer Farben und Frequenzen sowie der menschlichen Aura einzusteigen, würde tatsächlich den Rahmen sprengen; das tue ich an anderer Stelle. Jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie man die Chakren und ihre Farben für sich nutzen kann, zum Beispiel indem man eine kleine Chakren-Imagination vollzieht. Dazu braucht es nicht viel; lediglich ein wenig freie Zeit und relative Stille sind vonnöten. Lege oder setze dich bequem hin und fühle in dich hinein.

    • Entweder du spürst nach, in welcher Region bzw. in welchem Chakra deines Körpers gerade eine Art Blockade sitzt und stellst dir die jeweilige Farbe dazu vor
    • oder du gehst den Weg direkt über die Farbe: Spüre einmal nach, welche Farbe (anhand ihrer Eigenschaften oder dem Bauchgefühl) dir gerade gut tun würde. Während du die Farbe imaginierst, kannst du mit deiner Aufmerksamkeit zusätzlich zu dem der jeweiligen Farbe zugeordneten Energiezentrum gehen. Verweile dort, solange es sich für dich gut anfühlt.
    Sonderfall Pastelltöne: Harmonie schaffen

    Pastelltöne sind sanfte, hellere Varianten der oben bereits dargestellten Farbtöne. Sie entstehen, indem man den jeweiligen Farben eine geringere Sättigung („Chroma“) zuweist. Würde man ein Bild malen und seine Farben dafür auf einer Palette selbst mischen wollen, müsste man also mehr Weiß hinzufügen.
    In ihrer Wirkweise unterscheiden sich diese Varianten von ihren Grundtönen. Sie vermitteln – relativ unabhängig von der Ursprungsfarbe – immer eine gewisse Ruhe, Sanftheit und gleichzeitig eine aufgeweckte Klarheit.
    Mit Pastelltönen kann man in Innenräumen schöne Effekte erzielen und zu einer Atmosphäre der Entspannung beitragen, ohne dass der Raum zu dunkel oder schwer wirkt.
    Fühle in dich hinein und schaue, ob und wann Pastelltöne sich anbieten.

    Abschließendes

    Zum Ende möchte ich noch einmal erwähnen, dass es meiner Ansicht nach wirklich gut und wichtig ist, zu prüfen:

    • Welche Empfindungen tauchen bei mir auf, wenn ich eine bestimmte Farbe betrachte?
    • Was fühlt sich für mich stimmig an, unabhängig davon, was gemeinhin über Farben und ihre Wirkweise gelehrt wird?
    • In welchem Kontext steht die jeweilige Farbe derzeit in meinem (Er-)Leben?

    Auch sei hier noch einmal darauf hingewiesen, wie lohnend es ist, zu schauen, mit welchen anderen Farben ein Farbton zusammen wirken darf und kann. (Siehe das Beispiel „Wald“: Grün und Braun.)

    Vielleicht magst du die eine oder andere Praxis aus diesem Beitrag ausprobieren und bekommst so ein erstes Gefühl dafür, wie sehr die innere Arbeit mit Farben deinen Alltag bereichern kann.

    Schreibe gerne einen Kommentar und berichte mir von deinen persönlichen Erfahrungen. 🙂

    ♥, Meike


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    Abbildung der Chakren: Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay
    Bild „Wassertropfen“ von Anja auf Pixabay
    Bild „Wald“ von Delyth Williams auf Pixabay

    1. Johann Wolfgang von Goethe, „Zur Farbenlehre“, 1810 ↩︎
    2. Isaac Newton: „Optik oder eine Abhandlung über die Reflexion, Brechung, Beugung und die Farben des Lichtes“, London, 1704 ↩︎
    3. Farbkreis nach Itten ↩︎
    4. Als Quelle und Anregung diente mir für diesen Abschnitt unter anderem das Buch „Farbwelten“ von S. Hoppen, 2010, Gerstenberg Verlag ↩︎
    5. Türkis zählt im Farbkreis von Itten genau genommen zu den Tertiärfarben. ↩︎
    6. Braun ist nicht im Farbkreis von Itten enthalten, daher führe ich es unter „neutrale Farben“ auf. Viele ordnen es jedoch den warmen Farben zu, was ich für legitim und nachvollziehbar halte. ↩︎
  • 5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

    5 simple Entspannungstipps für stressige Zeiten

    Zu viel um die Ohren? Vielleicht ist unter diesen fünf einfachen Tipps zum Stressabbau etwas dabei, das dir zusagt. Erfahre hier, was helfen kann, um wieder in einen Zustand der relativen Ausgeglichenheit zu gelangen, so dass in der Folge weiterführende Entspannungstechniken besser greifen können.

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    „Wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, dann wirkt er.“ (Francesco Petrarca)

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    Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich im Grünen. Es ist ein lauer Sommertag und ein leises Lüftchen geht. Ich befinde mich, so könnte man sagen, gerade in einer absolut stressfreien Zone. Für meine Kreativität ein Glücksfall; nicht immer kann man unter solch angenehmen Bedingungen schreiben, leben, arbeiten. Dankbarkeit macht sich breit. Solche Gegebenheiten waren rar in den letzten Monaten. Allzu oft überwog die Geschäftigkeit und in der freien Zeit war ich zu müde, um mir in ausreichendem Maße Gutes zu tun.

    Apropos sich etwas Gutes tun – ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Ausbildung zur Entspannungstherapeutin: Die Teilnehmer standen im Rund und vertrieben sich die Pausenzeit mit Smalltalk. Eine Dame war im Begriff, von einem eigentlich sehr unspektakulären Ereignis zu berichten (der Kontext sei hier einmal vernachlässigt) und setzte an, zu erzählen: „Tja, so etwas passiert mir auch hin und wieder. Zum Beispiel letztens. Da saß ich auf dem Sofa, meine Füße steckten gerade seit zwei Sekunden in einem Rosenbad, als es an der Tür klingelte…“
    Sie wurde durch eine andere Kursteilnehmerin jäh unterbrochen: „Siehst du!“, rief sie laut aus, „genau das ist es! Genau das macht den Unterschied! Man muss es einfach nur tun!“ In ihrem Blick lag so etwas wie Sehnsucht.

    Was sie meinte, war das Rosenbad. Ein Akt der Selbstfürsorge, eine Unterbrechung des rein funktionalen Daseins, eine Tat ohne Erwartung eines für andere sichtbaren Ergebnisses. Einfach so, inmitten – oder vielmehr trotz – des Alltags.

    Wieder zu sich selbst finden

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es fast wie ein inner-revolutionärer Akt anmuten kann, wenn man nach langer Zeit der übermäßigen Geschäftigkeit zum ersten Mal wieder etwas für sich selbst tut. Seltsam, fast fremd, fühlt es sich dann an, wieder Zeit auf die eigene Person zu verwenden und nicht auf die äußere Welt. Es ist eine leise, zaghafte Annäherung an das ewige Sehnen, welches tief in uns wohnt. Das Sehnen nach Wohlgefühl, Heilung, Ganzwerden, Angenommensein. Nach der Abwesenheit von Stress.

    Wenn ich mich lange nicht in ausreichender Form um mich selbst gekümmert habe oder kümmern konnte, dann ist es mir oftmals nicht möglich, sofort wieder mit langen Meditationen oder Dergleichem zu beginnen. Da muss was Leichteres, Einfacheres her. Eine seichte Entspannungsmethode für den Wiedereintritt in ein stressreduziertes Leben quasi.

    Doch…wie kann so etwas aussehen, welche Methode eignet sich, wenn es darum geht, überhaupt erst einmal wieder in eine gelassenere Grundhaltung zu finden? Die folgenden Punkte haben sich für mich und viele andere als sehr hilfreich erwiesen:

    • Natur-Erfahrungen

    Es kann wahre Wunder wirken, sich nach stressigen Zeiten auf einen einfachen Spaziergang in die Natur zu begeben – am besten alleine, ohne Partner oder Freunde, denn auf diese Weise ist viel mehr „Wahrnehmungskapazität“ vorhanden: Wir können uns ganz der Natur widmen und uns als einen Teil von ihr erleben.
    Sehr gut für die ganz persönliche Natur-Zeit eignen sich Waldgebiete oder auch, falls möglich, das Meer bzw. ein Seeufer.

    Naturgenuss und -wirkung 2.0 sozusagen entstehen übrigens, wenn man sich dazu entschließt, nicht nur umherzugehen, sondern sich an einen geeigneten Ort zu setzen (oder falls dies nicht möglich ist, hier und da für einen Augenblick stehenzubleiben) und seine Sinne zu trainieren:

    • Was höre ich?
    • Was sehe ich?
    • Was rieche ich?
    • Was spüre ich?

    All das unterstützt das Verweilen im gegenwärtigen Moment, das Aufmerksamsein. Und es lässt Alltagsgedanken und -sorgen für eine Weile verstummen.

    Ich empfehle übrigens, in der warmen Jahreszeit und auf geeignetem Untergrund (z.B. auf Wiesen, im Garten, im Sand, etc.), barfuss zu laufen. Das trainiert die Fußmuskulatur und schafft eine direkte Verbindung mit Mutter Erde, die reich an Elektronen ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese vom Körper aufgenommen werden können und dort antioxidativ wirken.1 Auch das Schwimmen in natürlichen Gewässern (also in Seen oder im Meer) hat einen ähnlichen Effekt.

    • Entspannungsmusik

    Ruhige, meditative Klänge können dabei helfen, sich selbst wieder in die Ruhe zu führen. Meine Erfahrung ist: Je minimalistischer desto besser. In Zeiten von Streamingplattformen steht einem dafür eine schier unvorstellbar große Auswahl an Künstlern, Playlists und Klängen zur Verfügung. Nutzen wir doch einfach dieses Geschenk!

    Mich macht schöne Entspannungsmusik übrigens immer superkreativ, deshalb höre ich sie auch gerne, wenn ich am Schreiben/Arbeiten bin. Das Fokussieren fällt mir leichter und ich gelange schnell in eine entspanntere Grundhaltung. So geht es vielen anderen Menschen auch. Hast du schon einmal ausprobiert, Meditationsmusik o.ä. im Hintergrund laufen zu lassen, während du arbeitest?

    • Routinen

    Auch Routinen können ihren Beitrag dazu leisten, wieder in die eigene Mitte zu kommen. Sie beruhigen den Geist, weil sie ein zumindest temporäres Gefühl von innerer Sicherheit schenken und somit weniger Energie verbraucht wird. Die Botschaft, die man damit an sich selbst richtet, ist: „Da ist etwas, das ich unter Kontrolle habe“. Selbst Tiere etablieren, wann immer es möglich ist, Routinen, um Energie zu sparen.

    Ich halte nicht sehr viel davon, Routinen übermäßig stark zu verfolgen oder auszuleben, aber für Zeiten großer Unruhe – oder eben auch für die Zeit danach – können wiederkehrende, gleichartig gestaltete Abläufe sehr beruhigend wirken. Wem es also hilft, der kann zum Beispiel für eine kurze Zeit

    • feste Uhrzeiten für sich täglich wiederholende Tätigkeiten wählen oder
    • eine bestimmte Art/Reihenfolge festlegen, wie Dinge getan werden.

    Das mag generell erst einmal komisch anmuten, aber vielen hilft es tatsächlich sehr.

    • Fantasiereisen / Traumreisen

    Wenn es nicht gelingt, in die Meditation zu gehen, man aber trotzdem der Ruhemeditation ähnliche Zustände erreichen und für sich nutzen möchte, können Fantasiereisen (auch Traumreisen genannt) eine gute Wahl sein. Dies sind kleine, geführte „Ausflüge in die Imagination“, die meist mit geschlossenen Augen genossen werden und angenehme Bilder und Gedanken hervorrufen, die wiederum zur Entspannung beitragen.

    Noch ist meine Webseite recht frisch, aber ich werde in Zukunft kostenfreie Fantasiereisen zur Verfügung stellen, also…stay tuned! 🙂

    • Gezielt die Sinne anregen, z.B. mit Düften

    Ein oft unterschätztes Tool ist die Anregung des Riechsinnes. Naturreine ätherische Öle und hochwertige Räucherstäbchen (ich empfehle hier die japanischen oder tibetischen ohne Holzstab) können, je nach Inhaltsstoff und persönlicher Vorliebe, eine wunderbare Unterstützung auf dem Weg zu innerer Ruhe sein.

    Ein Tipp: Mache zum Beispiel das Anzünden eines Räucherstäbchens vor Entspannungsmomenten (Meditation, etc.) zur Routine. Der Geist verknüpft den entsprechenden Duft recht schnell mit der Erinnerung an die darauf folgenden Ruhezustände. So gelingt es in schwierigen Zeiten leichter, in die Entspannung zu gelangen.

    Fazit

    Generell kann man festhalten, dass das sanfte Anregen der Sinne eine gute Methode ist, um nach sehr geschäftigen Zeiten wieder in ruhigere Gemütszustände zu gelangen. In der Natur werden gleich mehrere Sinne angeregt, deshalb – und aus vielen weiteren Gründen – halte ich einen Gang in die Natur für unübertroffen wertvoll, aber auch das Anregen eines konkreten Sinnes wie bei Düften, Klängen oder auch Farben, kann helfen.

    Ich weiß…Entspannung braucht freie Zeit, braucht Kapazitäten. Gerade wenn es stressig zugeht, hat man diese nicht immer. Das stellt in der Tat ein großes Problem dar.

    Dazu kommt mir in den Sinn, was ich gestern in einem Podcast hörte. Eugen Drewermann (Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller) sagte sinngemäß: Erholungszeiten fordern selten von alleine ihr Recht und ihren Raum. Vielmehr muss der Freiraum für Entspannung immer wieder verteidigt werden gegen die To Do’s, gegen all das Müssen und Sollen im geschäftigen Alltag.

    Das Folgende klingt schrecklich profan und wird so oft verwendet, dass schon kaum jemand mehr hinhört, und doch erweist sich dieser simple Spruch als unglaublich weise 😉 :

    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

    ♥, Meike

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    Beitragsbild von Candiix auf Pixabay

    1. z.B.: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/acm.2007.7048 ↩︎
    2. Sinngemäßes Zitat, Person ist mir bekannt, möchte jedoch nicht genannt werden, was ich gerne respektiere. ↩︎