Naturmandalas sind kleine, temporäre Kunstwerke, die aus und in der Natur entstehen. Lies hier über diese wunderbare, meditative Beschäftigung und kreiere anschließend dein eigenes Mandala, wenn du magst. 🙂
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Mandalas sind in vielen spirituellen und kulturellen Traditionen ein Symbol für Ganzheit und Harmonie – bestimmt hast du sie schon einmal hier und da gesehen.
Ein Mandala symbolisiert etwas, das einen Mittelpunkt hat und von dem ausgehend sich Strukturen harmonisch entfalten. Naturmandalas sind demnach ebenfalls symmetrische Muster, die aus natürlichen Materialien wie Blättern, Steinen, Blüten, Samen oder Muscheln gelegt werden. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
Eine Übung in absichtslosem Handeln
Man mag sich die Frage stellen, wozu das gut sein soll, und sie ist allzu nachvollziehbar, ist doch das Erschaffen dieser kleinen Kunstwerke eine ganz und gar temporäre Sache. Ein Platzregen, eine kräftige Windböe – und alles ist dahin.

Jedoch liegt gerade darin der unglaublich große Reiz dieser wundervollen Beschäftigung: Es ist eine Übung in Geduld, in absichtslosem Handeln. Ein Naturmandala (häufig auch unter der Bezeichnung Earth Art oder Land Art zu finden) führt einem unweigerlich die Schönheit des jeweiligen Moments vor Augen – aber eben auch die Vergänglichkeit allen Seins.
Mit Naturmandalas den Geist beruhigen
Wenn man also bereit ist, eben diese Vergänglichkeit zu zelebrieren und Zeit zu investieren, ohne einen dauerhaft sichtbaren Gewinn aus seinem Tun zu ziehen (für mich die schwierigste aller Aufgaben 😉 ), dann kann man beginnen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen – und wird feststellen, dass das Legen eines solchen Mandalas ganz wunderbar dabei hilft, den Geist zu beruhigen und somit Achtsamkeit zu fördern.

Überdies stärkt es auf ganz zauberhafte Weise die Beziehung zu Mutter Erde. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es auch eine wunderbare Beschäftigung für Kinder: es unterstützt die Konzentrationsfähigkeit, stärkt das Bewusstsein für die Natur, fördert die Kreativität – und bringt die Kleinen hinaus an die frische Luft.
Die Materialien
Die Auswahl der Materialien hängt von der Jahreszeit und dem Ort ab. Wähle am besten respektvoll nur das aus, was in der Natur schon gefallen oder leicht zu entnehmen ist. Hier ist ein bisschen Inspiration für dich:
- Frühling: Blumen, frisches Gras, heruntergefallene Blüten von Obstbäumen, etc. (Bitte sei gut zur Natur und pflücke keine Blüten von den Bäumen oder noch intakten Pflanzen – die Insekten benötigen den Nektar dringender als du dein Naturmandala! So braucht die Suche nach schönen Materialien vielleicht ein wenig mehr Zeit, ist dafür aber absolut umweltverträglich.)
- Sommer: Muscheln, Sand, farbenfrohe Blütenblätter, Gras, Steine.
- Herbst: Bunte Blätter, Eicheln, Kastanien, Hagebutten, Äste, Steine, Muscheln, Samen.
- Winter: Tannenzapfen, Äste, Moos, gefrorene Elemente wie Eiskristalle.
Die Gestaltung
Der eigentliche Prozess der Gestaltung ist dann im Grunde genommen denkbar einfach:
- Bestimmung des Ortes: Ein ruhiger, flacher Platz, idealerweise in der Nähe der Fundstelle der Materialien.
- Design wählen: Beginne in der Mitte und arbeite dich nach außen vor, um die Symmetrie zu bewahren.
- Legen des Mandalas: Ordne die Materialien kreisförmig oder in Mustern deiner Wahl an.
Mandalas aus Naturmaterialien zu legen schenkt uns lauter wohltuende, heilsame Erfahrungen und passt perfekt in einen bewussten, entschleunigten und achtsamen Lebensstil.
Kreative Schaffensprozesse in der Natur sind für mich nicht nur ein kreativer Akt; vielmehr empfinde ich es als eine Form der Meditation. Sie erfordern ein bewusstes Wahrnehmen und Verweilen im Moment, und die regelmäßige Auseinandersetzung mit der natürlichen Welt hilft, ein inneres Gleichgewicht zu finden und gleichzeitig sein eigenes schöpferische Potenzial zu stärken.
Falls du also noch nie solch ein Muster in der Natur gelegt hast: Probiere es einfach aus und werde zum Earth-Art-Künstler – es macht unglaublich viel Freude. 🙂
Bilder: Jan Temmel auf Pixabay, Stefan Schweihofer auf Pixabay, StarDiamant auf Pixabay















