Minimalismus, Slow Living und Co. – ein Überblick

Sustainability Nachhaltigkeit

Es gibt eine Reihe von Lebensarten, die mit der Slow Living-Bewegung viel gemein haben. Hier findest du einen kurzen Überblick über Minimalismus, Nachhaltigkeit und Co.

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Die wunderbare Lebensart des Slow Living, das „einfach ein bisschen langsamer und bewusster leben“, ist eng mit einigen anderen Lebensphilosophien verknüpft, die in unserer Gesellschaft ebenfalls immer mehr Zuspruch finden. Und jede dieser Bewegungen teilt ein gemeinsames Ziel: den Fokus von Quantität auf Qualität zu verschieben, von einem „Mehr“ zu „Weniger“.

Die Bewegungen und Geisteshaltungen, die ich im Folgenden beschreiben möchte, fließen direkt in das Lebenskonzept des Slow Living ein, und anders herum ebenso. Es ist nun einmal schwer, all diese schönen Ansätze strikt voneinander zu trennen, und überdies halte ich das auch gar nicht für zielführend. Denn schließlich streben wir doch letztendlich alle das gleiche an. 🙂

Minimalismus

Da wäre zunächst einmal die Minimalismus-Bewegung zu nennen. Dieser Ansatz, der den meisten von euch wohl ein Begriff sein dürfte, betont den bewussten Verzicht auf Überflüssiges und hat in den letzten zehn Jahren einen echten Hype erfahren.

Weniger statt mehr

Weniger Besitz bedeutet nicht nur weniger Stress, sondern auch mehr Raum für Wesentliches, wie Beziehungen, Kreativität und Lebensfreude. Und ganz nebenbei verringert man noch seinen ökologischen Fußabdruck. 🙂

Ein populäres Beispiel, das auch in den sozialen Medien hinreichend thematisiert wird, ist der Begriff „Capsule Wardrobes“. Er bedeutet so viel wie „reduzierte Kleiderschränke“ und meint das Aussortieren von Kleidung, die man eigentlich eh nie wirklich getragen hat oder einfach gerne weitergeben möchte, zum Beispiel für gute Zwecke. Auch Minimalismus-Challenges, die einen zeitlich begrenzten Verzicht auf Liebgewonnenes oder auch das bewusste Entrümpeln des eigenen Lebensraums fokussieren, sind häufig zu finden. Die machen übrigens richtig Freude – also wenn ihr mal über solch eine Challenge stolpert, macht mit! 🙂

Achtsamkeit

Die Praxis der Achtsamkeit, die ihren Ursprung in buddhistischen Traditionen hat, wurde in der westlichen Mainstream-Welt in vereinfachter, abgewandelter Form als Methode zur Stressbewältigung und Lebensoptimierung neu entdeckt. 1 Das, was wir Slow Living nennen, adaptiert quasi diesen „Grundpfeiler des bewussten Lebens“ und ist ohne ihn kaum denkbar.  

Achtsamkeit

Eine bewusste Wahrnehmung des Moments – sei es beim Essen, Arbeiten oder Spazierengehen – hilft, aus dem Kreislauf der ständigen Zerstreuung auszubrechen. Praktiken wie Meditation, QiGong, Yoga oder das bewusste Erleben von Routinen fördern diese Verbindung.  

Übrigens: Viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Achtsamkeitsübungen signifikant den wahrgenommenen Stress reduzieren und das Wohlbefinden steigern können. 

Nachhaltigkeit

Ein bewussteres, achtsameres Leben zu führen, bedeutet auch, sich mit den ökologischen Folgen des eigenen Handelns auseinanderzusetzen. Ob es um umweltfreundlichen Konsum, Ressourcenschonung oder die Vermeidung von Abfall geht – wir alle sind dazu aufgefordert, bewusster und verantwortungsvoller mit der Natur umzugehen. 

Nachhaltigkeit

Jemand, der sich einer nachhaltigen Lebensart verschrieben hat, wird auf diese Punkte in der Regel besonders viel Wert legen und kann dadurch nicht nur zur persönlichen Zufriedenheit beitragen, sondern auch zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen. Als relativ bekanntes Beispiel seien hier die Zero Waste-Bewegung oder auch urbane Gemeinschaftsgärten genannt.  

Viele Ansätze, ein Ziel

Man könnte diesem kleinen Überblick über Minimalismus, Nachhaltigkeit und Co. noch viele weitere Lebensphilosophien und -formen hinzufügen, und letztendlich greifen sie, wie eingangs bereits erwähnt, ohnehin alle ineinander.

Und irgendwie ist das ja auch das Schöne daran: So unterschiedlich die Ansätze in ihrer Ausgestaltung auch sein mögen, letztendlich verfolgen sie alle das Ziel, dem Leben die Chance zu geben, in seiner ganzen Tiefe erfahrbar zu werden und die Welt zu einem gesünderen Ort zu machen – ob nun auf persönlich-spiritueller oder ökologischer Ebene. ♥


Beitragsbild von Gerd Altmann auf Pixabay

Bild „Minimalismus“ von Dee auf Pixabay

Bild „Achtsamkeit“ von Richard Duijnstee auf Pixabay

Bild „Nachhaltigkeit“ von Annette auf Pixabay

  1. Oftmals wird von ernsthaft praktizierenden Buddhisten bzw. spirituell interessierten Menschen bemängelt, dass der Begriff der Achtsamkeit zu häufig unvollständig oder verwässert dargestellt wird und dass der Kern dessen, worum es bei Achtsamkeit eigentlich geht, nicht mehr wirklich berührt wird. Auch ich sehe das ähnlich. Nichts desto trotz erwähne ich ihn hier, ohne ihn in der Tiefe auszuführen. Das wäre vielleicht mal ein Thema für einen anderen, etwas längeren Blogbeitrag. 🙂 ↩︎

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